Etwa fünfzig Schaupieler sind angetreten und haben in Videobotschaften ihren Unmut über die Corona-Politik des Bundes kundgetan. Es sollte überspitzt und satirisch sein, was sie sagten, doch sie haben das Gegenteil erreicht.

Die Intention ihrer Botschaft sollte sein, dass die Bundesregierung die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie völlig überziehe und viele ihren Job und ihre Existenzgrundlage verlören.
Das ist zwar faktisch richtig, doch die Art der Darstellung und der Umgang mit der pandemischen Lage in den möchte-gern-lustigen Clips ging daneben und führte die gut gemeinte Aktion selbst ad absurdum.

Richy Müller atmete aus einem Müllbeutel ein und atmete in einen andere aus und meinte, dies wäre die Lösung, um die Pandemie zu besiegen.
Dies war die zynische Ausuferung der Kritik schlechthin.

Viele Corona-Infizierte werden fremdbeatmet, weil deren Lungen stark in Mitleidenschaft gezogen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Menschen überleben, ist sehr gering.

Richy Müller meint jedoch mit seiner Müllbeutel-Atmung, dies wäre lustig.

Mitgefühl scheint manchen der Protagonisten der sogenannten Aktion „allesdichtmachen“ sehr zu fehlen, denn alle Videos sind gleichgestrickt. Nirgends wird ein Krankenpfleger oder eine Krankenschwester gelobt für deren uneingeschränkten Einsatz, Schwerst-Covid-Erkrankten das Leben retten zu wollen.

Der „Mitleid“ bezieht sich eher darauf, dass man selbst zwar über die Runde kommt, aber eigentlich alles andere den Bach heruntergeht.
Auch die Forderung, man sollte „alles dicht machen“, kommt in den vermeintlichen „Botschaften“ der Akteure nicht an, wenn man bedenkt, dass auf höchsten Niveau zwar geklagt, andererseits aber offen gelassen wird, welche Alternativen sie vorschlagen.
Zudem kommt, dass andere Schauspieler und Kulturschaffende sich von der Aktion distanzieren und den Akteuren von „allesdichtmachen“ vorwerfen, billigen Populismus zu machen. Auch sagten die Kritiker, dass die Aktion nach hinten losgegangen sei.

Einige von den Akteuren zeigten nach der Kritik vordergründig Reue, doch dies ist nur ein Armutszeugnis ihres fehlenden Selbstbewusstseins.
Wenn man von manchen hört, sie hätten sich keine Gedanken gemacht, was sie anrichten hätten können oder dass man einfach mitgemacht hätte aus „Solidarität“, kann man sich schon vor die Stirn klatschen und schlussfolgern, ob einige nur tote Fische sind, die gerne mit den anderen mitschwimmen, anstatt sich umzudrehen und gegen den Strom zu schwimmen.

Es geht hierbei um Meinungsfreiheit und Kulturfreiheit, aber wer erst mitmacht, weil er oder sie es „cool“ findet und beim ersten Gegenwind die Segel neu anstreicht, beweist nur, ein Massenschwimmer zu sein.


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