Tagesarchive: 29. Oktober 2021

Viermal sei er betrogen worden, sagt Sven, doch beim fünften Mal habe es geklappt. „Mit dem Impfausweis kann ich überall hingehen, wo 3G3G-Gruppe Die 3G-Gruppe bezieht sich auf die Corona-Pandemie. 3G bedeutet: geimpft, genesen oder getestet (mit negativem Befund). Diese Gruppe hat Vorzüge bezüglich Öffnungen u.v.m. oder 2G2G-Gruppe Die 2G-Gruppe bezieht sich auf die Corona-Pandemie. 2G bedeutet: geimpft oder genesen. Diese Gruppe hat Vorzüge bezüglich Besuchen von Veranstaltungen, Museen u.v.m. gilt, obwohl ich nicht geimpft bin.“ Stolz zeigt er seinen gelben Impfausweis, in dem nur CoronaCorona Das Corona-Virus verursacht eine schlimme Lungenkrankheit (COVID-19), die tödlich verlaufen kann.-Impfungen vermerkt sind.

Sven hat sich seinen gefälschten Impfausweis nicht im sogenannten „Darknet“ besorgt, sondern in einem Chat bei „Telegram“.

Dort scheint es viele Gruppen zu geben, bei denen nicht nur gefälschte Impfausweise angeboten werden, sondern auch elektronische Impfzertifikate, die als QR-Code angezeigt werden können.

„Morgen gehe ich zur Apotheke und lasse mir ein digitales Zertifikat ausstellen“, erzählt Sven, „Dann kann ich dies auf meinem Handy speichern. Das habe ich sowieso immer dabei.“

Das dürfte allerdings in die Hose gehen, denn es wäre verdächtig, wenn jemand einen Impfausweis hätte, der nur zwei Impfeinträge mit einem Corona-ImpfstoffVakzine Vakzine sind Impfstoffe, mit denen der menschliche Körper gegen Krankheiten immunisiert wird. hätte. Zudem sind Apotheker auch angehalten, genau zu hinterfragen, wenn Impfzentrum nicht gerade in der Nähe des Wohnorts genutzt wurden, wie es bei Sven der Fall ist. Man muss begründen können, warum man im Süden Deutschland wohnt und sich in Hamburg hat impfen lassen.

Bei digitalen Impfzertifikaten wird es schon etwas schwieriger.
In jedem digitalen Zertifikat ist eine sogenannte „elektronische Signatur“ gespeichert, um die Echtheit zu gewährleisten. Diese ist in einer Datenbank der EUEU Europäische Union-Gesundheitsbehörde hinterlegt. Diese gewährleistet, dass das Corona-Impfzertifikat authentisch und gültig ist. Zugang zur Datenbank haben nur Gesundheitsbehörden und einzelne sogenannte „Einheiten“. In Deutschland sind Apotheken diese „Einheiten“, weil sie die digitalen Impfzertifikate ausstellen anhand der gelben Impfausweise.

Wenn es sich um gefälschte Zertifikate handelt, muss man als Fälscher Zugriff auf diese Datenbank erhalten, was in der Regel unmöglich ist, wenn man sie nicht „hacken“, also korrumpieren, will.
Es gibt aber leider kriminelle und korrupte Apotheker, die gegen Geld auch mal bei offensichtlich gefälschten Impfnachweisen wegschauen und digitale Zertifikate zur Verfügung stellen.

Es gibt aber auch raffiniert gefälschten Webseiten.
Diese sehen wie Webseiten der EMAEMA Europäische Arzneimittel-Agentur („European Medicines Agency”) aus.
In dem QR-Code sind Webseitenadressen hinterlegt anstatt der Zertifikate.
Der unbedarfte Benutzer scannt den QR-Code ein und landet auf eine speziell für ihn eingerichtete Webseite.
Dort steht sein Name und die angeblichen Impfdaten.
So werden Kunden getäuscht, obwohl für diese alles plausibel scheint.

Wenn diese Art von QR-Codes mit Überprüfungs-Apps gescannt werden, halten sie einer Kontrolle nicht stand, im Gegensatz zu denen, die Apotheker ausstellen, die es mit der Authentizität und Wahrheit nicht so genau nehmen.

Viele zeigen aber einfach ihre gefälschten gelben Impfausweise bei Veranstaltungen vor, wenn sie sicher gehen wollen.
Um zu sehen, ob dieser gefälscht ist, gehört eine große Portion Erfahrung und internes Wissen.

Bei den Papier-Ausweisen kann man allerdings nicht nachvollziehen, wer sie gedruckt hat.
Bei den digitalen, die von Apothekern erstellt wurden, ist es einfacher, denn in jedem QR-Code ist auch die Nummer der ausstellenden Apotheke mit gespeichert.

In Baden-Württemberg sind den Strafverfolgungsbehörden etwa 250 diesbezügliche Fälle bekannt.
In den letzten Monaten sind diese Straftaten allerdings sehr angestiegen.

Sowohl Fälscher als auch Benutzer der gefälschten Impfzertifikate sind unverantwortlich.
Bei Geimpften und Genesenen gibt es sogenannte Durchbrüche. Das bedeutet, dass Geimpfte und Genesene trotz alledem an Corona (nochmals) erkranken können. Statistisch gesehen sind es 0,18 Prozent aus dieser Gruppe, also 18 Personen auf 10 000. Auf die momentan vollständig-geimpften Personen sind circa 95 000 Durchbrüche bekannt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine geimpfte Person Covid-19Corona Das Corona-Virus verursacht eine schlimme Lungenkrankheit (COVID-19), die tödlich verlaufen kann. bekommt und weitergibt ist also etwa 1 zu 500.
Bei Ungeimpften ist die Wahrscheinlichkeit allerdings 1 zu 1.
Wenn nun die freiwillig-ungeimpften mit einem gefälschten Impfausweis zu einer Veranstaltung gehen, ist also das Risiko eines Ausbruchs sehr hoch.
Dies ist ihnen aber egal, denn für sie zählt nur der eigene Vorteil, wobei keine Rolle spielt, ob es juristisch oder moralisch sowie humanistisch verwerflich ist, was sie tun. 

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