Tacheles

Herr lass Hirn regnen

Claudia Roth hat den augsburger Bischof Mixa während einer Rede auf dem Grünen-Parteitag als „durchgeknallten, spalterischen Oberfundi aus Augsburg“ bezeichnet.
Sie bezog sich dabei auf die populistische Haltung Mixas zur Familienpolitik von Familienministerin von der Leyen.
Nun ist „Merkwürden“ beleidigt. Die Kuttenträger um Mixa verlangen eine Entschuldigung Claudia Roths.
Volker Beck, einer der Ober-Grünen, wies dies zurück. Gleichzeitig hackte er auf den augsburger Diözesensprecher Voß herum, da dieser gesagt hatte, dass die Worte Claudia Roths „in erschreckender Weise an die Propagandahetze der Nationalsozialisten gegen die katholische Kirche und ihre Repräsentanten“ erinnerten und „beunruhigende faschistoide Züge“ enthielten.

Die katholische Kirche …

Ein vormals pädophiler (politisch korrekt für ‚kinderschändend‘) Pfarrer wird in Riekhofen auf Kinder losgelassen, obwohl es bei der katholischen Kirche Regeln gibt, die besagen, dass ein vormals Pädophiler (politisch korrekt für Kinderschänder) nie mehr seelsorgerisch tätig werden darf, da sich Kinderkontakt nicht vermeiden lässt.
Der zuständige Bischof Müller aus Regensburg redet sich daraufhin auf eine blamable Art heraus. Auf der kürzlich darauf stattfindenden Bischofskonferenz wird eine halbherzige Wischiwaschi-Erklärung herausgegeben, die Bischof Müller rechtfertigen soll, aber keine entschuldigenden Worte findet.

Kardinal Meisner aus Köln nennt auf der Eröffnung des Diözesanmuseums „Kolumba“ Kultur, der der Gottesbezug fehlt, „entartete Kultur“.
Nachdem viele Menschen auf die Barrikaden gehen, weil er sich des Nazi-Jargons bediente, verteidigt er seine Rede und begibt sich daraufhin auf eine Reise nach Osteuropa.
Die katholische Kirche, einschließlich Kardinal Meisners, hat dazu nichts verlautbaren lassen.

Bischof Mixa, der sich von Claudia Roth beleidigt fühlt, hat Familienministerin von der Leyen permanent scharf angegriffen in der Diskussion um mehr Kinderkrippenplätze.
Mehrmals hat er sich gewaltig im Ton vergriffen.
Eine Entschuldigung seinerseits trotz Aufforderungen hat es nie gegeben.

Wenn es der katholischen Kirche um das Herausposaunen der eigenen Meinung geht, ist sie, nicht nur in jüngster Zeit, nie zimperlich gewesen.
Jetzt, wo Claudia Roth Bischof Mixa hart angegangen hat, weil er populistisch gegen die Familienpolitik skandiert, ist er derjenige, der sich beleidigt fühlt.
Sein Diözesensprecher Voß darf überdies Claudia Roths Polemik faschistoid nennen.

Herr, lass Hirn regnen …

… in alle Richtungen!

Wenn man von Erdstrahlen hört, denkt man sofort an schädliche Wirkung, obwohl Erdstrahlung nichts anderes als natürliche Radioaktivität ist, die überall und immer auf der Erde auftritt und sehr sehr schwach ist.
Die Erde ist eine riesige Kugel aus Mineralien u.ä., also chemischen Elementen, zu denen bekanntlich auch radioaktive gehören. Diese strahlen sehr niedrig.
Nun könnte man Glauben machen, dass „Erdstrahlung die Summe der natürlichen aus der Erde aufsteigender Strahlung“ sei und manchen Menschen, die sensibel sind, Schaden zufügen könne.
Die Radiästhesie untersucht solche kausalen Zusammenhänge.
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Nahe Guantanamo auf Cuba gibt es ungefähr seit dem von den USA angezettelten Irak-Krieg ein Gefangenenlager.
Guantanamo Cuba - Rechte Wikipedia
Dorthin werden islamistische Terroristen und Terrorverdächtige gebracht.
Das Lager ist nicht umstritten, man hört nur Negatives.

Entgegen der Menschenrechtskonvention werden die Häftlinge ohne Verlesung der Anklagepunkte festgehalten. Ein Recht auf Anwälte haben die Häftlinge ebenfalls nicht, ein Anrecht auf faire Behandlung auch nicht. Man munkelt auch, dass dort gefoltert werde.
Vor kurzem wurde der erste Guantanamo-Häftling einem Gerichtsverfahren unterzogen.
Einen Anwalt konnte er nicht frei wählen, viel mehr wurde ihm ein von der US-Armee benannter Pflichtverteidiger zur Seite gestellt.

Dass Terroristen bestraft werden müssen, ist unumstritten.

Man sollte aber über Folgendes nachdenken!
Terry Hicks, als australischer Taliban bekannt geworden, hat gestanden bzw. ihm wurde alles bewiesen, was er bis jetzt bestritten hatte.
Er wurde von den Taliban-Islamisten ausgebildet und hat in Afghanistan an deren Seite gekämpft.

Er wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt, muss davon aber bedingt durch die Guantanamo-Haft nur (noch) neun Monate absitzen.
Auch ist von einer Geheimregelung mit dem Gericht die Rede.
Im Gegenzug hat Hicks alle Anzeigen gegen die USA wegen Misshandlung während seiner Haft fallen lassen.

Joker

Man muss nicht unbedingt auf dem Laufenden sein, wenn man mal rein zufällig die ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“ anschaut. Man muss aber auch nicht unbedingt sehr erfahren in Emotionen sein …
Ich wollte vor ein paar Tagen die Krimi-Serie „Der Kriminalist“ im ZDF anschauen, und es war noch nicht so spät. So schaltete ich schonmal das ZDF ein, um nichts zu verfassen.
Es lief noch „Forsthaus Falkenau“.
Die Szene stellte sich wie folgt dar.
Der Förster sitzt mit Familie am Tisch und grübelt ziemlich verdrießlich vor sich hin.
Ein Sohn kommt herein und danach strahlen erstmal alle Anwesenden.
Er will wie viele an diesem Tag der Tochter des Försters zum ihrem Examensabschluss, dem „Doktor-Titel“ (!!!), gratulieren.
Es wird sich umarmt, gekuschelt, Familienidylle pur.
„Und wie geht es sonst?“ will der Sohn wissen.

Gefühlsumschwung!

Der Förster setzt sich schwerfällig – oder fällt bedingt durch die Sorgen, die auf seinen Schultern lasten, – auf die Bank zurück und verfällt in tiefe Depressionen.
Eine „Die Welt ist grausam und ungerecht“-Stimmung herrscht und alle schweigen.
Theatralik strömt durch Wälder und Auen. Das Waldsterben ist dagegen nur eine klitzekleine Erkältung eines missgestalteten Tannenbaums.
Der Förster schaut seine Herzallerliebste sehr sehr traurig an, und der Zuschauer befürchtet, dass der Förster im nächsten Moment ein geladenes Gewehr unter den Tisch hervorholt und sich damit erschießt.

Vonwegen!

Kameraschwenk wieder zur Herzallerliebsten des depressiven Försters, in dessen Mimik elende Sorgen zu sehen sind.
Im nächsten Augenblick Kameraschwenk auf einen überglücklichen Förster, dessen Gesicht vor Freude strahlt.
„Ist egal“ verkündet der Förster in Geberlaune noch freudestrahlender als je zuvorund springt auf, „jetzt wird gefeiert.“

Was für eine dramaturgische Meisterleistung!

Heile Welt im deutschen Vorabendprogramm.
„Volksmusik ist “ heißt es.
Für „Forsthaus Falkenau“ gibt dies in besonderem Maße.

Bild von Bert Brecht

* 10.02.1898 + 14.08.1956
Und der Haifisch, der hat Zähne
und die trägt er im Gesicht
und Mackie, der hat ein Messer
doch das Messer sieht man nicht.
Die Moritat von Mackie Messer
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