Spiele

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„Ihr lügt!“, krakeelten die Kinder, die seit knapp einer Viertelstunde auf der Terrasse von Schloss Solitude mit ihren Tretrollern hinter uns hergefahren waren.

Wir waren dort gewesen, um an der Aktion „Stürmt Eure Schlösser!“ teilzunehmen.
Unsere -Gewandung sorgt fast immer für fragende Gesichter, insbesondere Familien mit Kindern möchten wissen, wer wir sind und was wir darstellen.
Oft fragen uns dann die Eltern stellvertretend für ihre Kinder, um etwas von und über uns zu erfahren.
Wir gingen am Schloss spazieren und machten für die obengenannte Aktion Selfies – Selbstporträts.

Irgendwann kamen obengenannten die Kinder mit ihren Rollern zu uns und fragten, wer wir seien.
Wir sagten, wir seien Zeitreisende.
Das Mädchen schüttelte den Kopf und verneinte.
Wir wiesen auf unsere „kuriose“ Kleidung hin und erzählten, dass wir mit unserem Zeitschiff aus dem Jahr 1865 gekommen seien und uns nun hier sozusagen als Touristen umschauten.
Das wollten beide Kinder nicht glauben.
Sie fuhren einige Zeit um uns herum und sagten, dass stimme nicht. Wir bekräftigten unseren Bericht, worauf sie kurz zu ihren Eltern fuhren, diese die Köpfe schüttelten, während sie etwas sagten.
Dann kamen die Kinder wieder zu uns und sagten : „Ihr lügt!“.
Wir spielten unsere Rollen perfekt, womit sie nicht zurechtkamen und in ihren Vorwurfschwall lauter und lauter schrien.

Wir machten weiter unsere Fotos und beachteten die Kinder nicht.
Diese krakeelten bald im Zehn-Sekunden-Takt, dass wir lögen.
Wir ignorierten sie.

Ein paar Wochen davor waren wir in Steampunk-Gewandung am Seeschloss Monrepos, um private Fotos für uns zu schießen.
Wie immer bestaunten uns Passanten und einige fragten uns, warum wir so angezogen seien.
Wir erklärten ihnen, dass wir Jules Vernes Erben seien und uns deswegen wie im 19. Jahrhundert kleideten. Wir sagten auch, dass wir die Ideen von ihm weiterdächten und kamen auch darauf, dass wir (ja eigentlich) Zeitreisende seien.

Oft ist es dann an der Zeit, dass insbesondere Kindern fragen, warum der Edelherr so lange und bunte Fingernägel trage. So auch am Schloss Monrepos.
Auch dazu haben wir ein Geschichtchen parat.
Die Edelfrau nahm die Hand ihres Gemahls in die ihre und sagte: „Das war so. Wir wurden auf einer ziemlich durchgeschüttelt. Es blitzte und donnerte und wir hatten viel Angst, weswegen wir uns an die Hände fassten. Als die zu Ende war, hatten wir die Hände getauscht.“
Die Kinder schauten uns staunend an.
„Eeeecht?“
„Ja!“, setzen wir dann noch „einen“ drauf:
Bevor dies passierte, war die Edelfrau die Frau mit den größten Händen und der Edelherr mit den kleinsten. Beide standen im „Guinessbuch der Rekorde“ – Ausgabe 1855.

Als wir weiter unseres Weges gingen, hörten wir, wie die Mutter des Kindes, das uns gefragt hatte, sagte: „Das stimmt nicht. Sowas gibt es nicht. Und das geht auch gar nicht.“

Solche Situationen passieren uns leider immer wieder.

Wir erzählen zu unseren Rollen auch Geschichten, die sich in „unserer Steampunk-Welt“ hätten abspielen können.
Viele Leute spielen mit oder hören uns belustigt zu.
Eltern grinsen, Kinder staunen, denn es passt in die (unsrige) Fantasiewelt.
Leider müssen wir feststellen, dass die Eltern den Kindern erklären, dass das gar nicht stimme. Sowas sei gar nicht möglich und sie sollten es nicht für bare Münze nehmen.

Es ist schade, dass Eltern ihren Kindern nicht gestatten zu träumen. Das Problem sind die Eltern, die ihre Kinder zu “Realisten” erziehen wollen.

Es gibt eine kleine von einem Vater, der im Dunkeln mit seinem Sohn im Auto unterwegs ist.
“Guck mal, Papa”, sagte das Kind, “der Mond verfolgt uns.”
Der Vater beschwichtigt : “Der Mond kam uns nicht verfolgen.”
“Doch, schau doch mal! Der fliegt hinter den Bäumen neben uns her.”
“Der Mond bewegt sich nicht. Du meinst das bloß, weil es von deiner Perspektive so scheint. Wir rasen an den Bäumen vorbei und die Bäume verhalten sich perspektivisch so, als würde sich der Mond bewegen. Der ist viel zu weit weg.”
Der Sohn versteht nicht, was der Vater gesagt hat, doch eins hat er verstanden.
Er hat unrecht damit, was er sah und sagte. Er wird seine „Vermutungen“ nicht mehr preisgeben.

Solche Dinge sind kontraproduktiv für die Fantasie.

Liebe „realistische“ Eltern, gebt Euren Kindern Raum für Fantasie!

Roll over Beethoven

„Vögel, die in einem Käfig geboren sind, werden denken, dass Fliegen ein Akt gegen die bestehende Ordnung ist.“

Hassan Lazouane

Wir, die Edelleute von Syntronica, waren auf einer in unterwegs.

Nachdem wir sehr gut zu Mittag gegessen hatten, flanierten wir über den Schillerplatz, als uns ein Ritter entgegen kam. Wir stutzten erst und sahen auf unsere Chronometer. Wir waren sicher, dass wir nicht im Mittelalter geladen waren. Auch sah Stuttgart nicht so aus.

„Leutle, wartet ma g’schwind!“, sprach er uns an.“Wisset Ihr, wo Ⅰ ä rächts Schwert herkrieg?“
„Ein Schwert?“
„Ja!“
„Nein, ich kann Dir aber sagen, wo Du super Nordig-Walking-Stöcke kaufen kannst“, sagte ich zu ihm und hob meinen drachenköpfigen Gehstock hoch.
„Ja“, erwiderte der Ritter, „Des wär‘ guat. Ⅰ han’s nämlich im Kreuz. Aber was Ⅰ jetzt brauch, is ä rächts Schwert.“
„Wo hast Du Dein Schwert denn verloren?“, wollte Sabine, Edelfrau von Syntronica wissen.
„I woiss edde“, kam die Antwort und er schüttelte so den Kopf mit dem Helm, dass sogar sein Kettenhemd rasselte.
„Wer bist Du denn und was ist denn passiert?“ kam die nächste Frage, allerdings von mir.
„I bee der Herr von Hohenfels“, erzählte er, „geschtern händ mir no ä Schlacht g’hätt.“
„Hast Du es auf dem Schlachtfeld verloren?“
„Ha noiii. Mir händ no ä Gelage g’hätt. Un‘ g’spielt hänn mer aa no.“
„Zuviel Alkohoool“, meinte die Edelfrau, „ts ts ts.“
„Ha jo, b’soffa waret mer scho.“
„Und dann hast Du Dein Schwert verspielt“, schüttelte ich den Kopf, „Du bist mir ein Ritter!“
„Ha noi“, intervenierte er, „Ä Ritter verspielt net soi Schwert.“

Als ich ihm nach dem Datum fragte, sagte er mir sein Datum, irgendwann im Mittelalter.

So schmiedeten die Edelfrau und ich einen Plan.

Während der Ritter in Stuttgart sein Schwert suchte und alle möglichen Leute ansprach, gingen wir in unser Zeitschiff
Wir drehten an den Stellrädchen und stellten die Chrono-Aviationseinheit auf das Datum, das der Ritter mir gesagt hatte.
Dann griff ich zum Steuer und es ging los ins Mittelalter.

Wir legten an bei Burg Hohenfels, nachdem wir das Schiff getarnt hatten.
In Kleidung des Mittelalters sahen wir, wie einige Ritter und Soldaten ihren Sieg feierten.
Auch Herr von Hohenfels war dabei. Er kannte uns aber nicht, da wir uns „bis dato“ noch nicht getroffen hatten.
Wir beobachteten die Situation und bekamen bald heraus, wo das Schwert verloren gegangen war.

Der Herr von Hohenfels hatte es immer bei sich gehabt. Er war der, der beim Gelage am längsten ausgehalten hatte. Als alle schon schliefen, wollte er sich noch etwas Wein holen im Keller. Er schlug den Deckel eines Fasses an, schöpfte sich einen Krug voller Wein und vergass dort sein Schwert.

Wir nahmen das Schwert an uns und warteten, bis er eingeschlafen war.
Dann stellten wir das Schwert wieder neben ihn.

Durch eine Unachtsamkeit unsererseits sah der Herr von Hohenfels unser Zeitschiff und rannte hinter uns her. So kam er in die Zeit, in der unsere „früheren Ichs“ ihn getroffen hatten.

Zurück in der Zeit, in der wir gestartet waren, schauten wir, wo der Ritter sich nun aufhielt.
Wir gingen auf ihn zu und sagten ihn, dass wir wüssten, wo sein Schwert sei.
Er ging bereitwillig mit uns. Ich bekam ihn kurz vor unserem Schiff dazu, dass er seinen Helm absetzte und ich schlug ihn bewusstlos.
Wir setzten ihn auf unser Sofa im Schiff und navigierten das Schiff einige Minuten später in die Zeit im Mittelalter, als wir wieder zurückgekehrt waren.

Einige Miuten musste das Mittelalter ohne ihn auskommen.
Dann setzten wir ihn wieder an den Tisch und sahen zu, dass wir Land gewannen.

So war der Ritter wieder in seiner Zeit und hatte sein Schwert auch wieder bekommen.

© Dietmar Schneidewind, Syntronicas.Net

Vielen Dank an das Landesmuseum!

Im Landesmuseum Württemberg, , findet vom 16.10.2018 bis zum 28.4.2019 die Sonderausstellung „Faszination Schwert“ statt.

Vor einigen Monaten waren wir in -Gewandung in Stuttgart auf dem Schillerplatz  unterwegs. Dort ging ein Ritter umher und fragte – von einem Filmteam begleitet – Passanten, ob sie sein Schwert gefunden hätten.
Wir Zeitreisende unterhielten uns mit ihm und versuchten ihm zu helfen, indem wir ihm auch anboten, mit ihm eine zu unternehmen in die Zeit, aus der er stammte.
Dies gefiel dem Filmteam so gut, dass sie uns fragten, ob sie diese kleine witzige Szene verwenden dürften.
Wir willigten ein.
Nun ist der kleine einminütige Werbefilm erschienen.

Vielen Dank an das Landesmuseum!

 

Am 1. September im Jahre des Herren 2018 fand am wunderschönen Seeschloss Monrepos, Ludwigsburg, ein Steampunk-Piclnick statt.

Es waren illustre Gäste gekommen und es herrschte eine durchgehend angenehme und freundliche Athmospäre.


Es fand erstmalig ein Tee-Duell statt.
Man tunke den Keks fünf Sekunden unter Aufsicht von Unparteiischen in den Tee.
Dann nehme man in heraus, drehe ihn aufrecht und warte, beim wem er zuerst zusammenfällt.
Diese Person hat das Tee-Duell verloren und scheidet aus.

Wir haben uns – wie immer – sehr wohl gefühlt.

Vielen Dank an die Organisatoren!

 

Bilder von:

  1. Beitragsbild – Peter Schuster
  2. Gruppenfoto – Peter Schuster
  3. Tee-Duell – Sabine Bülow

„Wenn ein Hund nur darf, wenn er soll, aber nie kann, wenn er will, dann mag er auch nicht, wenn er muss.

Wenn er aber darf, wenn er will, dann mag er auch, wenn er soll, und dann kann er auch, wenn er muss.

Hunde die können sollen, müssen wollen dürfen.“

Im scheint es ja wirklich alles zu geben …

Momentan scheint ein sog. „Horror-Account“ sein Unwesen auf WhatsApp zu treiben.
Dieser Account schleicht sich einfach so in die Kontakte des Smartphones und schreibt einem dann wirre Beiträge.

Leute berichten, dass „Momo“ – wohl eher die Realperson dahinter – von sich selbst gesagt habe, sie sei gestorben. Dann wird von unheimlichen Kratzgeräuschen berichtet, komischem Krächzen.
Das „Highlight“ ist, dass „Momo“ angeblich dem Gegenüber ein Selfie von sich selbst geschickt hätte, dass diese Person zwar kenne, aber nie jemandem geschickt habe.

„Momo“ hatte zuerst eine Handynummer, die in Spanien registriert ist. Es gibt aber auch welche aus Afrika, Asien und einige mehr.
Das Gesicht ist verzerrt mit riesigen Glupschaugen und sehr hohen Mundwinkeln.

Dieses „Foto“ hat die japanische Entertainment-Firma „Link Factory“ im Jahr 2016 designt.
Es soll einen Ubu-Me-Ton darstellen. Ein Ubu-Me-Ton ist eine Sagengestalt, die angeblich nachts weiße Wäsche mit Blut bespritzt, nachdem sie Kinder geraubt hätte.
Auf könnte man „Geistervogel“ oder „Krähenfrau“ sagen.

Diese ist im Internet nur durch ein paar Berichte genannt.
„Momo“ würde schreiben, sie wolle ein Spiel spielen.
Das sind alle mageren , die es gibt.

Diese Geschichte ist ein klassischer Sommerloch-Füller.

Über WhatsApp kann sich kein Kontakt ohne Dazutun in die Kontakte schleichen.
Man muss als erstes bestätigen, ob man jemanden, der nicht eingetragen ist, akzeptieren will.

Seltsam ist auch, dass „Momo“ jede Sprache beherrscht.

Die Kratz‑, Rassel‑ und Krächzgeräusche gehören ins Geister-Geschichten-Milieu.
Umherirrende Geister tragen ja sehr oft Ketten oder Knarzen an Türen und Gebälken der Häuser.
Im IT-Zeitalter wurde dies nicht vergessen. Dazu kommen kryptische Texte oder Texte, die keiner bekannten Sprache entsprechen.
Hinzu feuert man noch Gerüchte, man könne dieses Konto (Account) nicht blocken bzw. blockieren oder ablehnen.
Das hört sich kurios an.

Jemand hat einfach nur nicht aufgepasst.

Die Gerüchteküche wird dann noch mit dem wichtigem Faktum „Die Polizei ist ratlos“ oder „IT-Experten können nicht ausmachen, wo die Nachrichten herkommen.“ gewürzt.

Diese Geschichte ist erstunken und erlogen.
Im Internet und besonders in den Generationen Z und Y verbreitet sich so was besonders schnell.

Nebenbeibemerkt gibt es in den „Nachtkrabb“, der angeblich viel Unsinn mit Kindern und deren Bettwäsche nachts anstellt. Da keiner weiß, wie er aussieht, bleiben manche Kinder abends und nachts zu Hause.

In knapp fünf Monaten ist Weihnachten. Diese Nachricht hat gerade der Osterhase verbreitet.

 

 

Bildquelle: Pixelio.de/Jürgen Jotzo

Roll over Beethoven

In wird wieder das Schwarz-Weiß- eingeführt.

Dies hat den Vorteil, dass man SchwarzRotGold nicht mehr sehen kann.

Auf dem neuen Trikot des DFB ist dies schon im Vorfeld gemacht worden, denn statt SchwarzRotGold ist dort nur noch Schwarz-Dunkelgrau-Hellgrau zu sehen.

Statt „Nationalmannschaft“ heißt es „Unsere Mannschaft“ und poltisch korrekt „Unser Team“.

„Deutschland“ ist jetzt „Schland“.

Das „Lied der Deutschen“ muss auch kein Fußballer mehr mitsingen.

Besser kann man Patriotismus nicht vernichten.


(Foto: Jochen Enderlin/Südwestrundfunk)

Am Samstag hielten wir uns beim „SWR Sommerfestival“ auf.
Ein Fotograf, Jochen Enderlin, schickte uns Bilder und erinnerte sich an unsere (Real‑) Namen.
Für uns ist es „normal“ beim SWR mit dem Moderator Günter Schneidewind in Verbindung gebracht zu werden.


(Günter Schneidewind – „Der Große Schneidewind“)

In der Antwort-Mail witzelten wir, was ihm denn bei unseren (Real‑) Namen einfiele und waren sehr überrascht, was er uns mitteilte.


ich hatte mich über den Namen an die Aktion von 2016 erinnert, als ich mit Corvin Tondera-Klein in der Hitfahrzentrale unterwegs war 
https://www.swr.de/swr1/bw/swr1-hitfahrzentrale-die-kleine-schneidewind-und-cora/-/id=233362/did=18331670/nid=233362/annuw8/index.html

Viele Grüße und noch einen schönen Feiertag

Sabine hatte vor knapp zwei Jahren bei der „Hitfahrzentrale“ mit gemacht und hatte zwei Freikarten für die „Finalparty der SWR1-Hitparade“ gewonnen.  

Eine schöne Erinnerung!

Diesmal möchten wir erzählen, wie wir zu unserer Hündin Cora kamen.

Es war eine Zeit, in der zwei Abenteuer hinein spielten.

Als wir das zweite Abenteuer bestanden hatten, schauten wir uns noch etwas um und sahen in einigen hundert Ellen Entfernung ein Haus stehen, das uns bekannt vorkam.
„Hier waren wir doch schon mal“, sagte meine Gemahlin, Sabine Edelfrau von Syntronica, zu mir und schaute mich erwartungsvoll an.
„Ja, vor 34 Jahren“, bestätigte ich nickend, „das sage ich jetzt salopp. Der Brillenmacher würde sagen, dies sei nicht korrekt und wiese uns darauf hin, dass wir sagen müssten: ‚Wir waren hier schon mal im Laufe einer ins Jahr 1513.“
Wir beide lachten ironisch.

„Weißt Du noch, wie wir mit dem Hund angebändelt haben“, sagte die Edelfrau mit trauriger Mine, „aber dann mussten wir ihn hier lassen wegen der Zeitdirektiven.“
„Wir haben aber die Tür angelehnt, damit er entkommen konnte.“
„Wenn ich mir überlege, dass er eingegangen wäre“, sagte sie, „aber wie Du schon sagst. Er konnte ja raus, als wir gingen.“
Wir gingen Richtung des halbverfallenen Hauses.
Die Brücke, die nur noch ein Weg über das Feld war, war etwas mehr angefault als „damals“. Klar, es waren ja faktisch 34 Jahre seit unserem letzten Besuch vergangen.
Wir Zeitreisenden hatten ja kaum Zeit einbüßt.
Wir schlenderten durch die Gänge des Hauses, nachdem wir die Brücke passiert hatten.
Überall war es staubig, die Treppe knarzte. Als wir im ersten Obergeschoss herumliefen, gab es auch knarzende Geräusche beim Laufen. Wir entschieden uns, wieder ins Erdgeschoss zu gehen.
Nicht dass noch etwas passierte!
Irgendwann kamen wir in dem Halbdunkel des Inneren zu der Tür, die wir angelehnt hatten, damit der Hund hinausgehen konnte. Ein Spalt hatten wir offene gelassen, nach dem der Hund eingeschlafen war.
Dann hatten wir uns weggeschlichen. Die Zeitdirektiven konnten schon nerven, aber sie waren richtig. Man durfte nichts verändern, wie zum Beispiel jemanden retten.
Die Tür war verschlossen. Also griffen wir die Klinke, die verstaubt war, und öffneten die Tür. Die Kemenate roch muffig. Staub verteilte sich durch unser Eintreten.
Dann sahen wir es und zuckten zusammen.

In einer Ecke lag ein halbverwester Hundekadaver.

Uns fuhr es eiskalt den Rücken herunter.
„Oh nein!“, machte meine Gemahlin, „der arme Hund!“
Uns war zum Weinen zumute.
Voriges Mal, also im Jahr 1513, als wir schon mal hier waren, lernten wir diesen Hund kennen.
Wir erkundeten dieses Haus, da wir noch welche von den Schurken hier vermuteten, als wir ein Bellen und Winseln hörten.
Hinter genau der Tür, die wir gerade geöffnet hatten, war der Hund eingesperrt gewesen.
Er freute sich, dass wir da waren und ihn erhört hatten, und zeigte es uns, indem er uns die Hände leckte. Er folgte uns von dem Zeitpunkt an.

In dem Abenteuer im Jahr 1513, von dem wir noch detailliert berichten werden, mussten wir nach der erfolglosen Suche in diesem Haus auch wieder aufbrechen.
Den Hund konnten wir leider nicht mitnehmen. Denn dies widerspräche der Ersten Zeitdirektive des „Amtes für Ätherangelegenheiten“. Dies ist eine der höchsten Behörden neben der „Behörde zur Untersuchung Temporärer Distorsionen“.

„Anscheinend hatten wir mit unserer Annahme, dass wir vor 34 Jahren zu diesem Haus kamen, um den Hund zu retten, unrecht“, sagte ich mit betrübtem Blick, „die Tür, die wir ein Spalt aufließen, nachdem wir gegangen waren, nachdem der Hund eingeschlafen war, muss wohl durch einen Windstoß zugeschlagen sein.“
„Das arme Tier, verhungert oder verdurstet!“, proklamierte Edelfrau von Syntronica.

Dann schmiedete ich einen Plan.
„Meine Gemahlin!“ begann ich und die Angesprochene horchte auf, Das Schicksal des Hundes war wohl, an diesem Ort zu sterben. Aber ich habe eine Idee.“
Meine Gemahlin schaute mich an.
„Wenn ich mich richtig erinnere, entsteht auf diesem Gelände hier ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ein industrielles Produktionsgebiet. Das heißt, dass dieses Haus verschwinden wird oder irgendwann verfallen ist und etwas anderes hier entsteht.“
„Hier wird irgendwann ‚Bleile‘ hergestellt“, bejahte Sabine, „aber ich weiß noch nicht, worauf du hinaus willst.“
„Der Hund ist hier gestorben, und hat anscheinend keine Bewandtnis in der Zeit. Im Jahr 1513 war er hier eingeschlossen und wir glaubten, wir wären hier hergekommen, um ihn zu befreien. Er war aber kurz darauf wieder in diesem Raum, den wir einen Spalt aufstehen ließen. Er sollte also sterben.“
„Hm!“
„Wenn wir jetzt ins Jahr 1513 zurückfliegen, kurz nachdem der Hund durch Dein Streicheln einschlief, können wir ihn also aus dem Raum zu uns nehmen. Er hat ja keine Bewandtnis sonst, außer hier zu sterben. Und ich möchte nicht wissen, wie es ist, zu verhungern oder zu verdursten.“
„Es ist der gleiche Hund von damals“, meinte meine Gemahlin, „ein Weibchen.“

Sie dachte kurz nach und nickte: „Gut, dann machen wir es so. Wir müssen nur vorsichtig sein, dass wir nicht unsere – wie soll ich es sagen? – früheren Ichs treffen.“
„Das könnte riesige Probleme geben“, erwiderte ich, „wenn wir die Zeitfäden berühren, dann kommen wir in ein Paradoxon, dessen Ausmaße nicht auszudenken sind.“

Wir gingen zu unserem Zeitschiff und machten die Maschinen bereit. Dampf und Rauch machte sich kurz breit, als sie anfuhren, dann war alles ruhig.
Wir stellten den 29. Juni 1513 ein. Denn wir hatten den Hund an unserem Jubiläumstag, den 28. Juni, getroffen. Den Tag, an dem wir uns – Sabine und ich – das erste Mal getroffen hatten. Einen Tag später war zwar in Bezug auf den Hund schlimm, doch so trafen wir nicht uns selbst.

Es schüttelte uns durch, dann wurde die Umgebung um uns herum grünlich. Der Zeittransfer hatte begonnen. Nach einige Minuten ging die dampfbetriebene Pfeife und wir waren am Ziel.

Wir stürmten heraus und gingen ins Haus.
„Wir kommen, Hund!“, rief Edefrau von Syntronica vor Begeisterung.
Wir hörten den Hund bellen.
Er hätte uns fast umgeworfen, als wir die Tür öffneten.
„Komm mit uns!“, sagte ich.

So kamen wir – Dietmar und Sabine, Edelleute von Syntronica zu unserem Hund, genauer genommen zu unserer Hündin Cora.

© Dietmar Schneidewind, Syntronica.Net

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