Sarkasmus

Bild von Bert Brecht

* 10.02.1898 + 14.08.1956
Und der Haifisch, der hat Zähne
und die trägt er im Gesicht
und Mackie, der hat ein Messer
doch das Messer sieht man nicht.
Die Moritat von Mackie Messer

Ein Besuch bei der Arbeitsagentur

Mitwirkende

A – Arbeitssuchender
F – Fallmanagerin der Arbeitsagentur

A steht allein vor der Tür des Büros von F und wartet auf Einlass.
F sitzt allein im Büro auf der anderen Seite der Tür.
Nach geschlagenen fünfzehn Minuten steht F auf und bittet A hinein.

A : Guten Tag!
F : Tag! Ah, ja! Wir hatten uns ja verständigt, dass Sie sich alle acht bis zehn Wochen bei mir melden.
A : Ähm, ja, ich hatte mich eigentlich gerade an der Rezeption krank gemeldet und dachte mir, bei der Gelegentheit könne ich kurz mit Ihnen sprechen.
F : Gut, um was geht es denn?
A : … Ich bin erstmal krank geschrieben.
F : Haben Sie Ihren gelben Schein abgegeben?
A : Ja, natürlich, an der Rezeption.
F : Gut.

Einige Sekunden Stille.
A steht immer noch vor dem Tisch neben den Stühlen.
F tippt in den PC, dass A da war.
F dreht sich mit einer Geschwindigkeit von zwei (Winkel‑)Grad pro Minute wieder in die Richtung von A.
Der manisch-depressive Gesichtausdruck von F hätte auch den noch so Motivierten in die pure Bedeutungslosigkeit gezogen.
A wendet eine Meditationstechnik an und die Woge der Demotivierung prallte an ihm sang‑ und klanglos ab.

F : Also, ich habe auch nichts.
A : Die Firma, bei der ich mich beworben habe – also das Jobangebot von vor vier Wochen – , hat sich noch nicht gemeldet.
F : Hm, die Firma sucht aber immer noch Leute.
A : Ich habe telefonisch nachgehakt, aber nichts erreicht.
F : Die Firma wird wohl noch Bewerbungen sammeln und auswählen.

F unterstreicht ihre Worte mit einer Gestik, die auch nicht mal Faultiere aus ihrer Ruhe gebracht hätte.

A : Mal eine Frage … Wie soll ich jemals beweisen, dass ich mich bei der Firma beworben habe, wenn ich von ihr, wie bei vielen anderen auch, keine Rückantwort bekomme?
F : Kopieren Sie Ihre Bewerbung und zeigen Sie sie mir, das reicht.

A stutzt und denkt kurz nach.

A : Haben Sie nicht irgend etwas? Ich werde langsam wahnsinnig zu Hause. Ich weiß schon nicht mehr, was ich den ganzen Tag machen soll.

F schaut mit emotionslosem Gesicht – wie immer – in die Richtung von A und schüttelt den Kopf.

F : Ich habe nichts.

F tippt irgend etwas in den PC.
A verlagert das Gewicht von einem Fuss auf den anderen.

A : Kann ich eine Fortbildung machen? Viele Firmen suchen C#. Wenn ich mich in diesen Bereich fortbilden könnte…
F : Tut mir Leid. Wir haben kein Geld.

A bemerkt, wie seine Gehirnflüssigkeit zu kochen beginnt und atmet tief ein und aus.
Der Kochprozess stoppt daraufhin.

A : Es muss doch irgend etwas geben…
F : Wenn ich etwas hätte, würde ich Ihnen etwas geben.
A : Haben Sie eine Liste mit Internetadresse, wo man Jobs finden kann? Ich stöbere schon bei …

A zählt einige (viele) Firmen auf und macht dabei ein heroisches Gesicht.
F beschleunigt sehr träge die Bewegungen und klickt lahm im PC herum.
Der Drucker spuckt (widerwillig) vier DIN A4 Seiten aus.
F nimmt im Zeitlupentempo die Seiten aus dem Drucker, nachdem dieser seine Arbeit beendet hat, und klammert die Seiten im Schneckentempo zusammen.
Während F die Blätter A reicht, rezitiert A Rilkes Gedicht „In meinem wilden Herzen“.

A : Danke!
F : Gut. Einige Firmen sind nicht aktuell, aber probieren Sie es mal! Gibt es sonst noch etwas?
A : Nööö … Ich werde mir dann gleich die Web-Seiten anschauen und schauen, ob ich etwas finde.
F : Denken Sie daran, dass Sie sich in acht bis zehn Wochen wieder melden! Wenn Sie eine Stelle haben, sagen mir Bescheid!

A stutzt und verharrt einen Moment bewegungslos auf der Stelle, auf der er immer noch steht.
F muss es wie eine Ewigkeit vorgekommen sein.

A : Ähm, ja, natürlich. Bis dann … Tschüss.
F : Wiederseh’n.

A verlässt das Büro von F und schließt die Tür hinter sich.

„Vielen Dank für den Motivationsschub, den konnte ich jetzt wirklich gebrauchen.“

Dies spricht A natürlich nicht aus, sondern denkt dies nur, und taucht in einer Woge Zynismus ab.

In der Stadt, in der ich wohne, findet an diesem Wochenende (28. – 30.07.2006) das Schlemmer-Wochenende statt.
Restaurants präsentieren auf dem Marktplatz gastronomische Finessen.
Die „Küchen“ befinden sich in zirkuszeltähnlichen Pavillons. Alles wird dort zubereitet.
Auf dem Marktplatz sind Tische und Stühle aufgestellt.
Nun können die Kunden kommen.

Collage von Syntronica / Le Cerveau

Am Samstagmorgen findet normalerweise der Wochenmarkt dort statt, wo das Schlemmerwochenende nun stattfindet. Diese wurde „um die Ecke“ auf den Kirchplatz verlegt.
Da ich Samstag etwas zu erledigen hatte, kaufte ich auf dem Markt Lebensmittel und schaute gegen elf Uhr auch mal, was auf der „Gourmet-Meile“ stattfand.
Ich schaute mich um und konnte einen Gesprächsfetzen eines Gastronomen mitbekommen, als er freundlich angesprochen wurde, ob alles in Ordnung sei.
Der Gastronom klagte. Es lohne sich überhaupt nicht, beim Schlemmer-Wochenende mitzumachen, klagte er. Das Einzige, was er davon habe, seinen Mehrkosten für Personal, die Platzmiete u.s.w.
Die Menschen würden sowieso nicht mehr so viel konsumieren.
Auch wenn sich die Speisekarte sehr gut ließ, so verging mir bei dem Klagesermon der Appetit.
Warum machte der Restaurant-Chef denn mit, wenn es außer Mehrkosten nichts bringt?

Haben wir ein Schlemmer-Wochenende oder ein Jammer-Wochenende?

Beweise dafür, dass Schüler über mangelnde Rechtschreibkenntnisse verfügen, gibt es genug.

gesuchD mit D

Ich habe auch etwas gesucht – Hirn!

Collage by Syntronica

per pedes : zu Fuß

per pedes apostolorum : zu Fuß wie die Apostel

„Perpetuum mobile“ bedeutet bestimmt „Klapprad“ !?

Beweise dafür, dass Schüler über mangelnde Rechtschreibkenntnisse verfügen, gibt es genug.

Zuhstand mi H

Wenn ich sowas sehe, bekomme ich auch Zustände (von Raserei).

Der größte Lump im ganzen Land

ist und bleibt der Denunziant.

Hoffmann von Fallersleben

Uschi Glas - Creme - Collage

Nachdem die Uschi-Glas-Gesichtscrème mit Ach und Krach bei Stiftung Warentest durchgefallen ist, hat Uschi Glas herumgezickt und versucht, Stiftung Warentest zu verklagen. (Näheres dazu im Beitrag : „Uschi Glas und ihre Creme …„)
Die Gerichte haben Stiftung Warentest – wie vorauszusehen war – Recht gegeben.

Jeder darf nun sagen: „Uschi Glas macht Pickel.“

„Uschi Glas hat Pickel.“ allerdings nicht, das wäre einem Sakrileg gleichzusetzen.

Über sein Aussehen erschrak er, als er die Anderen ihn anschauen sah. Wann die Frau wirklich emanzipiert sein wird

Die Frau wird erst dann wirklich emanzipiert sein, wenn sie mit Glatze, dickem Bierbauch unter dem schmuddeligen Feinrippunterhemd, kurzer Hose, weißen Socken, die in Sandalen stecken, schweißgebadet durch die Stadt spaziert und sich dabei (noch) attraktiv findet.

Kalender
Januar 2019
M D M D F S S
« Dez    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  
Aktuelle Kommentare
  • Martin: "Ich wurde für einen Monat einmal für einen neutralen Beitrag (keine Aggression oder beängstigende Bilder) über unsere Stadt blockiert. "
       vom
    10. August 2018
  • Sabine Schneidewind: "Dank die m Herzbeben <3 "
       vom
    3. Juli 2018
  • Sabine Schneidewind: "In unseren Herzen wirst du immer weiterleben, auch wenn du über den Regenbogen gegangen bist. "
       vom
    11. April 2018
  • Syntronica: "Danke mein Glühwürmchen1 "
       vom
    24. August 2017
  • Gerhard Singheiser: "Herzlichen Glückwunsch zu eurem 2. Hochzeizszag. Weiterhin viel Liebe , Glück und in den Sozalnetzen kluge und aufklärende Kommentare. Besonders beglückwünschen möchte ich auch CORA,... "
       vom
    8. August 2017
  • Gerhard Singheiser: "Im Normalfall stimmt das, dass jeder das erntet was er sät. Leider gibt es Fälle in denen ungesät aber geerntet wird. Hoffentlich kommt die Rechnung... "
       vom
    31. Juli 2017
  • Sabine Schneidewind: "Dank Dir m Herzbeben <3 hab dich unendlich lieb m Schatz <3 "
       vom
    1. Juli 2017
  • Franz-Josef Baumann: "Wir (18-köpfige Gruppe) hatten bereits am 20.03.2017 eine Stocherkahnfahrt für den 27.05.2017 von 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr gebucht. Am 27.05.2017 06.31 Uhr wurden wir... "
       vom
    10. Juni 2017
  • Älter »    
Kategorien
Editorial

Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem Urheberrecht bzw. dem Copyright des explizit gezeichneten Autoren.

Beiträge und Materialien Dritter sind als solche gekennzeichnet.

Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung bedürfen der expliziten, schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Urhebers bzw. Erstellers und des Herausgebers.

Downloads und Kopien dieser Seite sowie Konvertieren in andere Darstellungen bzw. Darstellungsformen sind nicht gestattet.

Haftung und Recht