Kritik

Treffpunkt Wissenschaft

Dass von den Esoterikern allein als Wissenschaft deklariert wird, geht aus der Lehre der aus sich selbst hervor.
Schließlich ist die Esoterik aus den Minderwertigkeitskomplexen derer geboren und wird auch von denen hochgehalten bzw. unterstützt, die für ihre eigenen Taten keine Verantwortung übernehmen wollen bzw. können. Gleichsam ist die Esoterik aber auch zuständig für Personen, die keinen eigenen Willen haben und daraus resultierend keine Entscheidungen fällen können.

Esoterik hat einen weiten Spielraum, was nach den „Gesetzen des Universums“ schließlich so hinzunehmen ist.
Die Esoterik-Gläubigen glauben aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht an alles, was diese Realitäts‑ und Intelligenzverleugnung beinhaltet.
Es gibt Leute, die zwar nicht an Kartenlegen glauben, gleichsam aber beschwören, dass Horoskope das Nonplusultra der Wahrsagung schlecht hin sind.
Als Argument wurde angeführt, dass Karten nicht mehr als bemalte Stücke Papier seien und dass es auf die Phantasie und Interpretation der Glaubenden ankomme, was man herauslese.

Wo ist hier der Unterschied zu suchen, was bei Horoskopen „wahrgesagt“ wird?

Nun gibt es wieder Einschränkungen, wie sie in der Esoterik Gang und Gebe sind.
Es wird behauptet, dass es „Horoskope in Zeitungen“ und „individuelle Horoskope“ gebe.
Zeitungshoroskope sind nach den Argumenten der Bewahrheitungshalluzinierer ganz allgemeiner . Sie sind so gestrickt, dass sie für das Gros Aller gelten.
Auf diese Argumentation wurde in den Artikeln „Kuriositätenkabinett“ und „Verallgemeinerungen werden Tatsachen“ eingegangen.
Diese Argumentation greifen die Individual-Horoskop-Gläubigen auf und diskutieren genau in diese Richtung. Zeitungshoroskope messen sie keiner Bedeutung zu und sprechen ihnen jeglichen Wahrsagegehalt ab. Dann aber kommen sie auf ihre „wahren Horoskope“ zu sprechen, die „individuellen Horoskope“.
Plötzlich wissen sie nichts mehr vom Barnum-Effekt, leugnen ihn sogar, da der Barnum-Effekt schließlich bei „Individualhoroskope“ ja nicht gelte, da diese personalisiert seien. Personalisiert heißt, dass bei der „Berechnung“ der Voraussage Geburtstag und Geburtsort bekannt sein müssten, am besten so genau wie möglich. Je genauer, desto „wahrer“ die Voraussage!
Auch die Relation „Charakterzug – Sternzeichen“ ist für Horoskop-Gläubige von immenser Bedeutung, denn schließlich ist laut ihnen der Mensch durch sein Sternzeichen, also der Geburtstunde und dem damit verbundenen Ort ein für allemal geprägt.

Ein Problem dieser (großen) Menschengruppe ist auch, dass sie, wenn eine Voraussage doch nicht eingetroffen ist, dies erstmal offen zugeben.
Dann passiert aber etwas Seltsames.
Sie durchforsten die Vergangenheit nach Ereignissen, die vorausgesagt wurden, und die vielleicht erst bei der Retrospektive aus dem Blickpunkt der eingetroffenen Voraussagen zu Tage gekommen sind bzw. zu Tage kommen.
Dies machen allerdings andere Mantik-Gläubige auch, z.B. Kartenleger.
Sie warten auf das Eintreffen bestimmter Ereignisse. Diese treten in dem Zeitpunkt der Vorhersage nicht auf. Sie geben zu, dass der Wahrsagegehalt gleich Null war. Dann aber beginnt die Retrospektive. Irgendwas ist dann doch eingetroffen, aber nicht, weil die Wahrsagung dies determiniert hätte, sondern, weil man will, dass es zugetroffen ist – im Nachhinein!
Man kann sich denken, dass Kartenlegen im Nachhinein immer irgendetwas „Wahres“ hat. Alleine schon, weiß man nicht mehr so wirklich, welche Karten man nacheinander aufgedeckt hat. Man hat sich in groben Zügen gemerkt, was die Karten „erzählt“ haben, mehr aber auch nicht.
Schon bezeichnend für sich, „Wahrheiten“ mit Spekulationen zu belegen.
Dies ist eine Herangehensweisen und Selbsterklärungen der Esoterik.

Wissenschaftliches - Think about!

Wie in den Beiträgen „Barnum-Aussagen“ und „Kuriositätenkabinett“ zu lesen, gibt es bei vielen Menschen eine Affinität, verallgemeinernde Aussagen als Tatsachen zu akzeptieren.

Professor Borer, Psychologe, untersuchte u.a. dieses Phänomen.

Er legte – ohne dass diese es wussten – Probanden einen sog. Persönlichkeitsbogen vor und sagte ihnen, sie sollten bewerten, ob die Aussagen über die eigene Person zutreffend seien oder nicht.

Über fünfundachtzig Prozent der Probanden gaben an, dass diese Einschätzungen stimmten.

Dieses Experiment wurde mehrmals mit anderen Probanden wiederholt und lieferte die gleichen Ergebnisse.

Schon erstaunlich, denn Professor Borer hatte die Phrasen, die in den Persönlichkeitsbögen standen, aus Horoskopen kopiert.

Hier ist der Text des „Persönlichkeitsbogen“ übersetzt aus dem Englischen (Quelle: Wikipedia) :

„Sie wünschen sich, dass andere Leute Sie mögen und bewundern, und dennoch tendieren Sie zu einer kritischen Meinung gegenüber sich selbst. Sie haben zwar ein paar persönliche Schwächen, können diese aber im Allgemeinen ausgleichen. Sie verfügen über einiges Potential, das Sie bisher noch nicht zu Ihrem Vorteil genutzt haben. Nach außen hin wirken Sie diszipliniert und selbstbewusst, jedoch sind Sie innerlich beunruhigt und unsicher. Manchmal machen Sie sich ernsthafte darüber, ob Sie die richtige Entscheidung getroffen oder das Richtige getan haben. Sie bevorzugen ein gewisses Maß an Abwechslung und Veränderung und Sie fühlen sich unbefriedigt, wenn Sie von Einschränkungen und Limitierungen gehemmt werden. Sie sind auch stolz darauf, ein unabhängiger Denker zu sein, und dass Sie nicht einfach so andere Aussagen akzeptieren, ohne diese mit stichhaltigen Beweisen zu sichern. Allerdings haben Sie herausgefunden, dass es nicht sehr klug ist, sich gegenüber anderen zu sehr zu öffnen. Manchmal verhalten Sie sich extrovertiert, leutselig und sozial, allerdings sind Sie wiederum manchmal auch introvertiert, skeptisch und zurückhaltend. Einige Ihrer Sehnsüchte tendieren dazu, eher einer unrealistischen anzugehören.“

Wenn man von Erdstrahlen hört, denkt man sofort an schädliche Wirkung, obwohl Erdstrahlung nichts anderes als natürliche Radioaktivität ist, die überall und immer auf der Erde auftritt und sehr sehr schwach ist.
Die Erde ist eine riesige Kugel aus Mineralien u.ä., also chemischen Elementen, zu denen bekanntlich auch radioaktive gehören. Diese strahlen sehr niedrig.
Nun könnte man Glauben machen, dass „Erdstrahlung die Summe der natürlichen aus der Erde aufsteigender Strahlung“ sei und manchen Menschen, die sensibel sind, Schaden zufügen könne.
Die Radiästhesie untersucht solche kausalen Zusammenhänge.
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Planeten

Wie bereits im Beitrag „Kuriositätenkabinett“ dargestellt, gibt es ein Phänomen, nach dem Horoskope sich (fast) immer bewahrheiten.

Es gibt aber noch etwas, was bei Horoskopen mit hineinspielt.

Ausgehend vom „Barnumschen Kuriositätenkabinett“ gibt es sog. Barnum-Aussagen.
Diese Aussagen bergen in sich verschiedenen Aspekte einer Sache.
Eine typische Barnum-Aussage ist z.B. „Sie sind aufbrausend forsch, aber auch bodenständig zurückhaltend.“

Diese Aussage passt auf (fast) jede Person und (fast) jede Person kann sich mit ihr identifizieren.
Solche Sätze legen sich nämlich nicht auf irgend etwas fest, sondern sind so verallgemeinernd und vage, dass Horoskop-Gläubige die „sich bewahrheitenden Vorhersagen“ (auch im Nachhinein) „erkennen“ können.

Oft bedienen sich die Barnum-Aussagen auch des Konjunktivs, also der Möglichkeitsform eines Ereignisses in der Zukunft.

Hier sind einige Beispielsätze, die ich in aktuellen Horoskopen gefunden habe.

  • Für einen netten Gefallen bekommen Sie ein Dankeschön zurück.
  • Ihre Hilfsbereitschaft in Ehren, aber Sie sollten aufpassen, dass man Sie nicht ausnutzt.
  • Geben Sie Ihrem Herzen einen Ruck und seien Sie zu einem Kompromiss bereit.
  • Ihr Körper verlangt nach Erholung.
  • Wer einen Partner finden möchte, sollte sich auf die Suche machen.
  • Wer Abwechselung sucht, darf nicht zu Hause sitzen und sich ausruhen.

Bei näherer Betrachtung dieser Aussagen wird man erkennen, dass der Gehalt an „Wahrheit“ gleich Null ist.

Planeten

Zirkusdirektor Barnum besaß ein sogenanntes Kuriositätenkabinett.
Dort waren mannigfaltige Dinge ausgestellt.
Bei den Besuchern gab es niemanden, der nichts fand, was ihm nicht gefiel.
So groß war die Vielfalt. Für jedem war etwas dabei.

Schaut man in die Horoskop-Seiten von Zeitungen, Zeitschriften, Magazinen etc., kann man vielfältigste „Vorhersagen“ lesen.
Was immer in den verschiedensten „Vorhersagen“ in den verschiedensten Blättern steht, irgendwie passt sie.
Dies kommt davon, dass die „Vorhersagen“ so vielfältig und weitreichend gehalten.

Diese Kausalität, dass diese „Horoskop-Vorhersagen“ in gewisser Hinsicht immer irgendwie zutreffend sind, nennt man „Barnum-Effekt“.

Joker

Man muss nicht unbedingt auf dem Laufenden sein, wenn man mal rein zufällig die ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“ anschaut. Man muss aber auch nicht unbedingt sehr erfahren in Emotionen sein …
Ich wollte vor ein paar Tagen die Krimi-Serie „Der Kriminalist“ im ZDF anschauen, und es war noch nicht so spät. So schaltete ich schonmal das ZDF ein, um nichts zu verfassen.
Es lief noch „Forsthaus Falkenau“.
Die Szene stellte sich wie folgt dar.
Der Förster sitzt mit Familie am Tisch und grübelt ziemlich verdrießlich vor sich hin.
Ein Sohn kommt herein und danach strahlen erstmal alle Anwesenden.
Er will wie viele an diesem Tag der Tochter des Försters zum ihrem Examensabschluss, dem „Doktor-Titel“ (!!!), gratulieren.
Es wird sich umarmt, gekuschelt, Familienidylle pur.
„Und wie geht es sonst?“ will der Sohn wissen.

Gefühlsumschwung!

Der Förster setzt sich schwerfällig – oder fällt bedingt durch die Sorgen, die auf seinen Schultern lasten, – auf die Bank zurück und verfällt in tiefe Depressionen.
Eine „Die Welt ist grausam und ungerecht“-Stimmung herrscht und alle schweigen.
Theatralik strömt durch Wälder und Auen. Das Waldsterben ist dagegen nur eine klitzekleine Erkältung eines missgestalteten Tannenbaums.
Der Förster schaut seine Herzallerliebste sehr sehr traurig an, und der Zuschauer befürchtet, dass der Förster im nächsten Moment ein geladenes Gewehr unter den Tisch hervorholt und sich damit erschießt.

Vonwegen!

Kameraschwenk wieder zur Herzallerliebsten des depressiven Försters, in dessen Mimik elende Sorgen zu sehen sind.
Im nächsten Augenblick Kameraschwenk auf einen überglücklichen Förster, dessen Gesicht vor Freude strahlt.
„Ist egal“ verkündet der Förster in Geberlaune noch freudestrahlender als je zuvorund springt auf, „jetzt wird gefeiert.“

Was für eine dramaturgische Meisterleistung!

Heile Welt im deutschen Vorabendprogramm.
„Volksmusik ist “ heißt es.
Für „Forsthaus Falkenau“ gibt dies in besonderem Maße.

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