Geplänkel

Leicht sauer

Da ich beim Arzt Wartezeit hatte und keine anderen Zeitschriften vorhanden waren, nahm ich aus Langeweile ein Klatschblatt und blätterte gelangweilt darin herum.

Da mich immer die Standhaftigkeit von Udo Jürgens zu politischen und aktuellen Fragen interessiert hat, las ich das Interview.

Ach ja!
Udo Jürgens hat auch Angst davon, ein Pflegefall zu werden.

Das Interview, das ich mir durchlas, relativierte sich zum Aufmacher auf dem Deckblatt.
Udo Jürgens, forsch wie immer, redete darüber, dass er ab und zu altersbedingt unter Rückeschmerzen leide, gab aber auch einen Grund an. Als Kind habe er einen starken Wachstumsschub bekommen und habe dadurch bedingt in der Schule krumm gesessen.
Er habe zu der Zeit schon ab und zu Rückenschmerzen wegen einer kleinen Schiefstellung der Wirbelsäule gehabt.
Und er habe auch eine Brille, berichtete er, da er Probleme habe, Verkehrsschilder zu erkennen. Sein linkes Auge habe nur noch eine Sehkraft von etwa zehn Prozent.
Er plauderte weiter über sich und ließ auch nicht aus, dass er als Kind beim Spielen einen heftigen Schlag auf ein Ohr bekommen habe und er schätze, dass dadurch dreißig Prozent Hörvermögen verloren gegangen seien.
Auf sein Alter von einundsiebzig Jahren angesprochen, sagte er, dass das Schlimmste, was er sich vorstellen könne, sei, ein „Tattergreis“ zu sein, der kaum noch Lebensfreude empfinde.

Ja, wenn er bzw. das Klatschblatt sonst keine Probleme haben!

Jeder Mensch wird älter und jeder hat seine eigene Geschichte durchlebt.

Peinlich wird es, wenn man sich die Berichterstattung der Klatschpresse näher anschaut.
Einen Namen nennen brauche ich hier nicht, denn zwischen den vielen Blättern dieser Art gibt es keinen Unterschied.
Auf dem Deckblatt werden tränendrückerische Aufmacher gesetzt wie oben gesehen.
Die Fans der „Promis“ kriegen anscheinend fast einen Herzinfarkt, wenn sie vom ach so schlimmen Leben ihres „Promis“ erfahren. Um alles genau zu erfahren, kauft man dann diese Blätter.

Mitleid hat schon immer gezogen.

Dietmar - sauer

Bei uns in der Stadt wurde durch den Bürgermeister ein Projekt initiiert, das Einsparungen bringen sollte.
Der ganze Stadtrat stand außer ein paar Gegenstimmen hinter den Entscheidungen.
In Sitzungen wurden Ideen ausgearbeitet.
Unter anderem wurde auch beschlossen, dass der technische Beigeordnete nicht wiederbesetzt werden sollte. Dabei könnte man sparen, wenn man bedenkt, wie viel Geld diese Stelle verschlingt.
Gesagt getan!
Eine Sitzung wurde einberufen. Der Kandidat pro forma aufgestellt.
Er wurde erwartungsgemäß abgewählt.
Alles gut und schön, wenn nicht ein paar Sozis plötzlich gemeint hätten, sie müssten ihren Genossen schützen.
Die SPD begann herumzuzicken und warf dem CDU-Bürgermeister Unfähigkeit bei der Reform vor.
Auch sei der abgewählte technische Beigeordnete ein angesehener Mann gewesen usw.
Ich werde hier die Argumente nicht aufführen, die die SPD anführten, denn dieses Geschwafel dürfte jedem zur Genüge bekannt sein.
Gestern konnte man in einem Wochenendwerbeblatt von einen Sozi wieder einen Verbalangriff gegen den Bürgermeister lesen. Wie schon seit der Abwahl des technischen Beigeordneten war allerdings nichts zu finden, was als Argument für eine Weiterbesetzung der Stelle gesprochen hätte.
Der Bürgermeister wurde besudelt. Angeblich sei bei Sitzungen, die die Reform beträfen, maximal EIN Prozent bewältigt worden, was hätte bewältigt werden sollen.
In der „Stellungnahme“ des Sozis ging es überhaupt nicht um die Abwahl sondern nur darum, dass ein Posten auf Antrag des Bürgermeisters nicht wieder besetzt worden war, eben nicht mit dem Genossen.
Die SPD, die Sparvorschläge unterbreitet hatte, mitgearbeitet hatte, Entscheidungen mitgetragen hatte in dem Reformgremium, ist plötzlich zickig geworden, genau ab dem Zeitpunkt, als der Genosse als technischer Beigeordneter nicht wiedergewählt worden war.

Geht es denn noch oder tut es schon weh, Herr Karsten Koch?

Windows XP

Ein Amerikaner hat Microsoft wegen der sog. WGA-Prüfung verklagt.
Während einer WGA-Prüfung wird untersucht, ob Windows XP mit einem Registriercode installiert wurde, den Microsoft für illegal hält, oder ob Windows XP legal erworben wurde.

Es gib mehrere Gründe für die Anzeige.

  • Microsoft betrieb Etikettenschwindel und deklarierte das WGA-Programm als kritisches Sicherheitsupdate.
  • Microsoft gibt keine oder nur irreführende Informationen heraus, was das WGA-Programm genau macht.
  • Das WGA-Programm hat eine sog. „Phone-Home-Funktion“. Daten werden zu Microsoft ohne Einverständnis und ohne Wissens des Benutzers gesendet. Damit verstößt Microsoft gegen Verbraucherrechte und Anti-Spyware-Statuten.

Microsoft erklärte lapidar, die Klage entbehre jeder Grundlage.
Mehr war nicht zu erfahren.

Detektiv

Jasmin Tiefensee hat(te) ein Blog, in dem sie über ihren Alltag in Teheran berichtet(e).
Sie fasste auch heiße Eisen wie Emanzipation oder Abtreibung an.
Was Jasmin Tiefensee aus dem Iran berichtete, was immer sehr interessant.
Seit kurzem kann man ihr Blog nicht mehr erreichen.
Wenn man es aufruft, bekommt man den Hinweis, dass ein Anzeigen aus technischen Gründen momentan nicht möglich sei.
Nachdenklich stimmt allerdings, dass die Hinweisseite mit MS Word erstellt wurde …

Auch wenn sich Eltern auf Religionsfreiheit berufen, haben sie nicht das Recht, ihre Kinder von der Schule fernzuhalten.
Das Bundesverfassungsgericht stellte dar, dass es keinen Anspruch gebe, Kinder „vollständig von fremden Glaubensbekundungen oder –ansichten zu verschonen“.
Das BVG meinte auch dazu, dass die allgemeine Schulpflicht zum staatlichen Erziehungsauftrag dazugehöre und „die Offenheit für ein breites Spektrum von Meinungen und Auffassungen konstitutive Voraussetzung einer öffentlichen Schule in einem freiheitlich-demokratischen Gemeinwesen“ sei.
Mit der Vermittlung von Kenntnissen über Sexualität, Verhütungsmethoden, Geschlechtskrankheiten u.ä. werde die staatliche Neutralität nicht verletzt.
Weiterhin wurde betont, dass es nicht zu beanstanden sei, dass in naturwissenschaftlichen Fächer die Evolutionstheorie gelehrt werde. Der Platz der Schöpfungsgeschichte – sog. Kreationismus – gehöre eindeutig in das Fach .

Baustelle

Ab 2007 soll ein neues Telemediengesetz gelten, das das weit gestreute Recht für , Rundfunk und Digitaldienste zusammenfasst.
Besondern an Punkten wie der Haltung gegenüber SPAM muss noch gearbeitet werden.
Die Bekämpfung von SPAM wird z.T. durch das Gesetz verhindert.
SPAM mit gefälschten und/oder verschleierten Absender‑/Betreffangaben gelten als Ordnungswidrigkeit, doch müsse dem Absender ein absichtliches Vorgehen nachgewiesen werde.
Dies wird so gut wie unmöglich sein.
Ein weiteres Problem ist, dass Anbieter wie Internet-Provider oder Dienstbereitsteller nicht eingeschränkt werden, was das Erheben und Sammeln von Daten angeht.

Was tun?

Wegen drohender Einführung von Studiengebühren haben sich die Gruppe „Attac Marburg“ und der Allgemeine Studentinnen‑ und Studenten-Ausschuss (AStA) entschlossen, auf ihrer Webseite ein Skript zur Verfügung zu stellen, mit dem Protestler per Mausklick eine vorgefertigte Mail an Landtagsabgeordnete senden konnten.

Angeblich wurden in drei Tagen 60 000 Mails verschickt.
Klaus Peter Müller, MdL, hatte anfangs noch Mails beantwortet, doch irgendwann wurde er sauer, weil viele E-Mail mit dem Verweis „E-Mail-Adresse nicht vorhanden“ zurückkamen.
Er unternahm nun Folgendes.
Er richtete auf seine E-Mail-Adresse eine Weiterleitung auf mehrere E-Mail-Adressen von Attac und des AStA weiter.
Auf Anfragen der beiden Gruppen meinte Möller schlicht und einfach: „Wer sich an solchen anonymen Aktionen beteiligt, seinen Namen dafür hergibt, zu solchen Aktionen aufruft oder sie unterstützt, offenbart nicht wirklich Interesse an Sachlichkeit.“

Die Befürworter der Mail-Protestaktion beratschlagen nun offenbar darüber, Möller „wegen der unverlangt zugesandten Mails“ anzuzeigen.
Auf welcher juristischen Basis sie argumentieren wollen, bleibt völlig offen.
Schließlich sind sie selbst Verursacher der Nachrichtenschwemme.

Nachtrag:

Klaus Peter Müller hat eine Unterlassungsklage aufgebrummt bekommen.
Er hätte wohl besser nicht auch noch die Weiterleitung auf E-Mail-Adressen von Professoren und Führungspersonen der Universitäten legen sollen.

Fragwürdig ist allerdings, warum er sich nicht gegen die E-Mail-Flut wehren darf.

Kruzifix beten anbeten Kirche

Eine Familie ist mit ihrer Klage vor dem Verwaltungsgericht gescheitert.
Die Familie hatte ihren zwölfjährigen Sohn nicht mehr am Sexualunterricht teilnehmen lassen und wollte dies nach massivem Ärger mit der Schulleitung des Beckumer Gymnasiums gerichtlich erwirken.
Laut der Eltern könne man dem Sohn u.a. nicht zumuten, dass in Biologiebüchern nackte Menschen abgebildet seien. Dadurch sei die Keuschheit des Sohnes gefährdet.
Noch schlimmer sei das Thema „Empfängnisverhütung“, argumentierten die Eltern, dann damit sei der freie und ungezwungene Sex gerechtfertigt.
Sie wurden unterstützt von Leiter der Religionsgemeinschaft, die im Schloss Assen ihren Sitz hat.
Das Verwaltungsgericht begründete die Ablehnung damit, dass Sexualkundeunterricht zum Lehrinhalt gehöre, da dies objektive Aufklärung sei, und dass die Erziehung zur Keuschheit den Eltern obliege und dies durch die Objektivität der Schule nicht gefährdet sei.

etwas sauer

Peer Steinbrück, Bundesfinanzminister, will die Steuern erhöhen, um Haushaltslöcher zu stopfen.
Das mit der Mehrwertsteuererhöhung ist sowieso für sich schon höhere Mathematik.
Die CDU war vor der Wahl für die Erhöhung von sechzehn auf achtzehn Prozent.
Die SPD strikt gegen jegliche Erhöhung.
Da die CDU und SPD jetzt die Regierung zusammen stellen, kamen sie sich bei neunzehn Prozent entgegen.
Diese Rechnung muss erstmal jemand nachmachen.

Peer Steinbrück wurde gefragt, ob es denn nicht möglich wsei, anders die Löcher zu stopfen.
Wenn es keine Steuererhöhung gebe, dann müsse man eben an die Arbeitslosen, Sozialhilfeempfänger und Rentner heran, meinte er daraufhin und dies bedeute „Verwerfungen im sozialen Gefüge“.
Mal wieder sind die jenige, die sowieso kein Geld haben, wieder die, die zur Kassen gebeten worden wären.

Meinten Sie mit den Verwerfungen, vielleicht gar nicht Verwerfungen im sozialen Gefüge, Herr Steinbrück, sondern cerebrale Verwerfungen in ihren Kopf?

Irgendwo müssen ja solche abwegigen herkommen …

Uschi Glas Creme

Uschi Glas hatte eine Hautcreme („Uschi Glas Hautnah Face Cream“) herausgebracht, die von Stiftung Warentest wegen sehr schlechter Verträglichkeit verrissen worden war (Gesamturteil : mangelhaft).
Probandinnen hatten heftige Hautpusteln und toxisch-irritative Geschwüre von der Creme bekommen.

Hier geht es zum Testergebnis der o.g. Creme bei Stiftung Warentest.

Uschi Glas zog vor Gericht und verhielt sich nicht gerade kooperativ, wenn man sie bezüglich des Test ansprach.
Unter Anderem behauptete sie, Stiftung Warentest habe sich gegen sie verschworen.
Sie versprühte aber auch das Gerücht, Stiftung Warentest habe sie als prominentes Opfer zu Denunziationszwecken ausgesucht, um die Auflage zu steigern.
Als niemand dieses Argument ernstnahm, behauptete sie stur, die Creme sei nicht schädlich.
Einen Gegenbeweis konnte sie nie vorlegen. In ihrer meinte sie, ihr Wort reiche völlig aus.
Sie sprach aber auch von einem geheimen Gutachten, das aber nie aufgetaucht war.
Dann fuhr sie eine Kampagne gegen Stiftung Warentest, in der sie sagte, der Test der Creme sei nicht objektiv gewesen.
Weitehin behauptete sie, der Test sei nicht korrekt durchgeführt worden, weil es bei den Probandinnen mit den Hautausschlägen keinen zweiten Test gegeben habe.
(Warum einen oder mehrere weitere Tests, wenn die Haut schon beim ersten Mal stark angegriffen war?)
Außerdem wurde neben anderen Quatsch auch geäußert, die Probandinnen seinen hautkrank gewesen.
Uschi Glas hatte im April 2005 vor Gericht unterlegen, ging aber mit der Herstellerfirma zusammen in Berufung.
Das Kammergericht Berlin wies die Berufung von Uschi Glas und der Herstellerfirma wegen „mangelnder Aussicht auf Erfolg“ in einem einstimmigen und nicht anfechtbaren Beschluss zurück.
Das Gericht stellte fest, dass der Test „neutral, objektiv und sachkundig“ durchgeführt worden sei und die aus der Untersuchung gezogenen Schlüsse vertretbar seien.

Der TV-Sender „Homeshopping Europe“ hatte die Creme nach Bekanntwerden der Testergebnisse aus dem Sortiment genommen.

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