Freunde

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Gleich geht es los …

Zwischen fünf und sechs Uhr steige ich mich in mein Auto und werde mich Richtung Stuttgart in Bewegung setzen.
Ich wohne in Dettenhausen, zu anfangs in einem möbelierten Zimmer.

Die IT-Firma, für die ich arbeiten werde, ist in ansässig.

Mir ist schon etwas mulmig bei dem Gedanken, dass ich alles hinter mich lasse.

Devil bleibt bei meinen Eltern.
Da war er ja auch, wenn ich arbeiten musste.
Leider kann ich ihn nicht mitnehmen, denn ganz alleine den langen Tag in einer Bude in fremder Umgebung ist er nicht gewöhnt.
Er hatte immer Leute um sich, meine Eltern, Nachbarn, mich … (mich ja nicht mehr)

Vor allem die Trennung von Devil liegt mir schwer im Magen.

Es ist ja kein Abschied für immer. Ich werde ja alle zwei Wochen zurück nach kommen und Devil sowie meine Eltern besuchen.

Der Kleine hat es gut bei meinen Eltern.

Von innen drücken die Tränen, um sich einen Weg nach außen zu bahnen.

Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer wird, ohne Devil um mich herum.
Alleine schon der Gedanke, auf meinen besten und treuesten Freund verzichten zu müssen und ihn nur noch ab und zu – beim Vorübergehen – zu sehen.

Er ist bei meinen Eltern gut aufgehoben. Er kennt sie ja, solange er auch mich kennt.
Die Freundschaft ist ja nicht aufgehoben.

Ich werde das Foto, auf dem er und ich am Strand von Norden-Norddeich sitzen, mitnehmen.

Devil und Dietmar am Strand

Ich muss dadurch. Ich habe keine andere Wahl. Auch wenn es unendlich weh tut, einen Freund zu verlassen, den liebsten, besten, treuesten Freund.

Wir sehen uns ja bald wieder, zwar nur für knapp einen bzw. zwei Tage, aber wir sehen uns immer wieder.

Am 15. Februar komme ich ja für ein Wochenende wieder!

Armes Kleinchen!

Wenn du doch verstehen könntest, warum das alles so ist!

Ich habe dich unendlich lieb.

Devil und Dietmar am Strand

Lieber Devil!

Du wirst immer und ewig mein bester und treuester Freund bleiben.

Du wirst nicht verstehen, warum ich gehe.
Es gibt kein zurück mehr für mich, leider.

„Warum nimmst du mich nicht mit nach ?“, wirst du mich fragen, doch ich kann dir nur sagen, dass es besser so ist für dich, wenn du bei „Mutti“ und „Vati“ in bleibst.

Ich habe leider keine andere Wahl, als nach Stuttgart zu gehen, dort, wo ich dich nicht mitnehmen kann. Dort wärest du den ganzen Tag allein, denn ins Büro könnte ich dich nicht mitnehmen.

Und den ganzen Tag allein in der Bude!

Du würdest nur traurig sein und weinen, weil du ganz alleine bist, alleine in einer unbekannten Umgebung, wo du niemand kennst, wo dich niemand kennt.

So bist du bei „Mutti“ und „Vati“ in Beckum und kennst auch Mechtild, Uwe, Kerstin, Michael und deine Hundefreude Basti, Jenna und wie sie alle heißen.

In Beckum bist du nicht allein.

Und ich bin doch nicht für immer weg, sondern komme schon am 15. Februar wieder für knapp zwei Tage, in denen wir spielen, knuddeln und kuscheln werden.

Und unser Freundschaft wird bestehen bleiben.

Verzeih mir, dass ich gehen muss!

Jahre ist es her. Nun ist es mal wieder passiert.

Devil hat seine Schwester Daisy getroffen, unverhofft beim Gassigehen.

Das war ein Geschmuse!

Daisy hat kürzere Beine als Devil, und sie hat Schlappohren statt Stehohren.

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Die Ähnlichkeit ist verblüffend.

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Devil war gestern bei einer neuen Friseurin.

Er hat sie beschnüffelt, gaaanz lieber Hund, Rutenwedeln, um sie herumlaufen.
Sie nahm ihn hoch, um ihn auf den Tisch zu stellen …

Devil wurde stinksauer, schnappte, hackte ihr in die Hand.
Sie ließ ihn los. Er war wieder auf dem Fußboden.
Das gab erstmal Zoff. Der Hund war beleidigt, nachdem ich ihn ausgeschimpft hatte.

Ich hob den Hund auf den Tisch.
Er ließ es sich gefallen, zitterte aber, weil der Tisch an der weißen, gekachelten Wand stand, wie beim Tierarzt, der ihn auf so einen Tisch gedrückt hatte für eine Spitze.
Seitdem muss Devil Narkose haben.
„So geht es ja auch nicht“, dachte sich der Hund, „der kann sich ja nicht einfach auf mich drauflegen und mich festhalten.“
Die Maulkörbe beim Tierarzt bekommt er ohne Probleme ab.

Nach der Versorgung der Wunde …

Devil war auf dem Tisch angekettet bei der neuen Friseurin und zitterte.
Er versuchte, sich den Maulkorb runterzuschlagen mit den Pfoten, was aber nicht klappte.
Irgendwann nach knapp drei, vier Minuten hatte er es aufgegeben, sich vom Maulkorb befreien zu wollen.
Die Friseurin begann, ihm zu rasieren.
Devil ließ resigniert den Kopf hängen und ließ es sich gefallen.
(Gegen Rasieren hat er nichts.)
Die Friseurin meinte zu mir: „Sie können erstmal einkaufen gehen, so gegen elf bin ich fertig.“
Ich habe ihr vorsichtshaltber meine Handynummer gegeben, weil ich Devil ja kenne.
Ich verrichtete meinen Einkaufsgang.

Als ich um elf wiederkam, unterhielt sich die Friseurin freundlich mit Devil, der nun aber keinen Maulkorb mehr hatte. Sie kraulte ihn.

Er sah mich, Ohren hoch, Schnauze auf – Lächeln.

Die Friseurin sagte grinsend zu mir: „Sie nehmen ihn aber vom Tisch!“
Ich machte die Kette vom Halsband. Devil sprang selbstständig vom Tisch.
Die Friseurin sagte erstaunt: „Für so einen alten Hund ist der aber gelenkig.“
Sie erzählte mir, wie brav er war. Ab und zu habe er sich hingelegt, aber das sei ja nicht schlimm, weil er ja alt sei, erzählte mir die Friseurin.

Devil tänzelte zwischendurch um sie rum, inspizierte die Frisierstube und hatte sichtlich gute Laune.

Hat er eine neue Freundin gefunden?

Ich hatte schon gedacht, dass Devil richtig Terror macht, wenn ich ginge, denn ich war bis jetzt immer bei jedem Friseurtermin dabeigewesen.

Er war aber ganz brav.

Seit dem Friseurtermin ist er sehr anhänglich …

Syntronica s-w

Die Tage, an denen mir die Seeluft um die Nase weht(e), sind vorerst vorbei.

Ich bin gerade wieder von Horumersiel zurück gekommen.

Die Tiden, Ebbe und Flut, werden mir genauso fehlen wie die Nähe zur See.

Wie es sich gehört, habe ich jeden Tag Fisch gegessen, leichte Kost mit Salat.

Zum Wachwerden benötig(t)e ich ich als Erstes am Morgen zwei Cappuccini, doch ich trank sehr oft Tee, zum Leidwesen der einheimlischen Friesen jedoch Earl Grey.

Klare Luft ohne Industrieabgase, das wird mir fehlen.
Und auch die Weite der See, wenn man am Strand steht und zum Horizont schaut.

Aber auch das unbeschwerte Spielen mit Devil am (Hunde‑) Strand hat mir sehr gefallen.
Und das Liegen in der Sonne, Devil dösend liegend auf meinem Bauch, werde ich so schnell nicht vergessen.

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Als Devil und ich am Samstag, in Horumersiel angekommen waren, ging es als Erstes, nachdem wir die Koffer in die Wohnung gebracht hatten, zum Strand.
Devil machte auf dem Grünstreifen am Hafen erstmal die „Robbe“.
So nenne ich es, wenn er den Po nach oben streckt, den Kopf und die Vorderpfoten nach unten und dann mit den Hinterpfoten beginnt, sich robbend mit dem Kopf zuerst über den Boden zu bewegen.
Ihm gefiel es hier wieder.
Dann schauten wir uns erstmal am Hafen um.
Als wir zurückgingen, kamen wir an der Wohnmobil-Anlegestelle vorbei.
Vor einem Wohnmobil mit niederländischem Kennzeichen lag ein Sibirian Husky, der vor sich hinträumte.
Als wir näher kamen, richtete er sich auf, setzte sich vor uns und schaute uns erwartungsvoll an.
Ich hielt Devil vorsichtshalber an seinem Laufgeschirr fest, was aber nicht nötig war.

Der Sibirian Husky wartete gar nicht auf Devil.

Er schaute mich an, drehte sich in meine Richtung, stand ganz auf, legte den Kopf in den Nacken und heulte mich wölfisch an.
Er hatte mein Innerstes erkannt.
Ich „antwortete“ jaulend, und so jaulten wir uns an, bis die Besitzerin des Sibirian Huskys nach dem Rechten schaute.
Sie schaute uns drei verdutzt an. Dann lächelte sie und erzählte, nachdem das Heulen beendet war, dass ihr Hund noch nie mit einem Menschen zusammen geheult bzw. einen Menschen angeheult hätte.
Sie und ich kamen ins Gespräch, und sie kochte einen Kaffee, den ich sehr genoss. Devil bekam frisches Wasser.

Als ich am Sonntagmorgen mit Devil wieder einen Hafenrundgang machte, war das Wohnmobil nicht mehr da.

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