Fehlerhaftes

Dietmar - Standpunkt

Während Politiker in Bezug auf Ausbildung die Schaffung von zusätzlichen 30 000 zusätzlichen Ausbildungsstellen und 25 000 zusätzlichen sog. Einstiegsqualifikationen von den Unternehmen fordern, machen diese darauf aufmerksam, dass den meisten Azubis in spe die Ausbildungsreife fehle.
Sie legen auch eine Statistik vor, in dem fünfzig Prozent der Ausbildungsbetriebe des beklagten, zwölf Prozent der Betriebe konnten Ausbildungsplätze aus diesem Grund nicht besetzen.
Schulabgänger sind der Statistik zufolge trotz guter Schulnoten nicht fähig, Einstellungstests (erfolgreich) zu bewältigen. Auch mangelt es ihnen an Artikulationsfähigkeiten.
Die Politiker halten dagegen und meinen, dass es wenig bringe, wenn die Unternehmen durch Umfragen fehlende Ausbildungsfähigkeiten der Schüler beklagten.
Herausbildung von fachlicher und sozialer Kompetenz kann nicht nur die Aufgabe einer Seite sein.
Hier seien die Unternehmen genauso gefragt wie Eltern und die Schule.
Hier stimmt aber etwas nicht.
Seit Jahren gibt es Klagen, dass es immer weniger Ausbildungsbetriebe und dadurch bedingt weniger Ausbildungsstellen zur Verfügung stehen.
Wie kann man nun die Statistiken der Unternehmen über die mangelnde Ausbildungsfähigkeit von Schülern werten?
Die Statistik ist eine Ausrede der Unternehmen.
Ich bin ein von der Industrie‑ und Handelskammer zertifizierter Ausbilder und kenne mich in „diesem Gewerbe“ aus.
Es mutet seltsam an, dass die Unternehmer forderten, man müsse das System lockern.
So wurde es Unternehmen erleichtert auszubilden. Es war stellenweise möglich, auszubilden, ohne einen ausgebildeten Ausbilder zu haben. Auch betriebsübergreifende Ausbildung war möglich, d.h. Unternehmen, die einen Beruf nicht in allen Bereichen ausbilden konnten, konnten mit anderen Betrieben zusammen Auszubildende ausbilden. Was der eine Betrieb den Azubis nicht beibringen konnte, konnte der andere Betrieb übernehmen.
In meiner Ausbildung zum Ausbilder haben wir unter anderem Rechenexempel durchgerechnet. Ein Azubi auszubilden kostet natürlich Geld, aber im zweiten Ausbildungsjahr, spätestens im dritten Ausbildungsjahr ist ein Azubi so weit, dass er kostendeckend und sogar wertschöpfend für das Unternehmen tätig wird.
Wenn man den Fachkräftemangel anschaut, fragte man sich natürlich, wie schlimm es denn wirklich werden mag in einigen Jahren.
Sollten Unternehmen nicht mal von ihrem Maximalkapitalakkulationswahn herunterkommen und wieder investieren für ihre eigene Zukunft?
Sie sollten es tun, aber sie tun es nicht.

Excel

Kaum ist eine Sicherheitslücke in Word gestopft, berichtet Microsoft von einer Neuen, diesmal allerdings in der Tabellenkalkulation Excel.
Über einen schädlichen Code kann Excel dazugebracht werden, einen Trojaner ins System einzuschleusen.
Microsoft berichtet, dass schon mit Hersteller von Antivirensoftware erste Erfolge gegen dieses Problem erzielt worden seien.
Die Sicherheitslücke nennt sich „Zero-Day“.

Baustelle

Ab 2007 soll ein neues Telemediengesetz gelten, das das weit gestreute Recht für Internet, Rundfunk und Digitaldienste zusammenfasst.
Besondern an Punkten wie der Haltung gegenüber SPAM muss noch gearbeitet werden.
Die Bekämpfung von SPAM wird z.T. durch das Gesetz verhindert.
SPAM mit gefälschten und/oder verschleierten Absender‑/Betreffangaben gelten als Ordnungswidrigkeit, doch müsse dem Absender ein absichtliches Vorgehen nachgewiesen werde.
Dies wird so gut wie unmöglich sein.
Ein weiteres Problem ist, dass Anbieter wie Internet-Provider oder Dienstbereitsteller nicht eingeschränkt werden, was das Erheben und Sammeln von Daten angeht.

Was tun?

Wegen drohender Einführung von Studiengebühren haben sich die Gruppe „Attac Marburg“ und der Allgemeine Studentinnen‑ und Studenten-Ausschuss (AStA) entschlossen, auf ihrer Webseite ein Skript zur Verfügung zu stellen, mit dem Protestler per Mausklick eine vorgefertigte Mail an Landtagsabgeordnete senden konnten.

Angeblich wurden in drei Tagen 60 000 Mails verschickt.
Klaus Peter Müller, MdL, hatte anfangs noch Mails beantwortet, doch irgendwann wurde er sauer, weil viele E-Mail mit dem Verweis „E-Mail-Adresse nicht vorhanden“ zurückkamen.
Er unternahm nun Folgendes.
Er richtete auf seine E-Mail-Adresse eine Weiterleitung auf mehrere E-Mail-Adressen von Attac und des AStA weiter.
Auf Anfragen der beiden Gruppen meinte Möller schlicht und einfach: „Wer sich an solchen anonymen Aktionen beteiligt, seinen Namen dafür hergibt, zu solchen Aktionen aufruft oder sie unterstützt, offenbart nicht wirklich Interesse an Sachlichkeit.“

Die Befürworter der Mail-Protestaktion beratschlagen nun offenbar darüber, Möller „wegen der unverlangt zugesandten Mails“ anzuzeigen.
Auf welcher juristischen Basis sie argumentieren wollen, bleibt völlig offen.
Schließlich sind sie selbst Verursacher der Nachrichtenschwemme.

Nachtrag:

Klaus Peter Müller hat eine Unterlassungsklage aufgebrummt bekommen.
Er hätte wohl besser nicht auch noch die Weiterleitung auf E-Mail-Adressen von Professoren und Führungspersonen der Universitäten legen sollen.

Fragwürdig ist allerdings, warum er sich nicht gegen die E-Mail-Flut wehren darf.

Kruzifix beten anbeten Kirche

Eine Familie ist mit ihrer Klage vor dem Verwaltungsgericht gescheitert.
Die Familie hatte ihren zwölfjährigen Sohn nicht mehr am Sexualunterricht teilnehmen lassen und wollte dies nach massivem Ärger mit der Schulleitung des Beckumer Gymnasiums gerichtlich erwirken.
Laut der Eltern könne man dem Sohn u.a. nicht zumuten, dass in Biologiebüchern nackte Menschen abgebildet seien. Dadurch sei die Keuschheit des Sohnes gefährdet.
Noch schlimmer sei das Thema „Empfängnisverhütung“, argumentierten die Eltern, dann damit sei der freie und ungezwungene Sex gerechtfertigt.
Sie wurden unterstützt von Leiter der Religionsgemeinschaft, die im Schloss Assen ihren Sitz hat.
Das Verwaltungsgericht begründete die Ablehnung damit, dass Sexualkundeunterricht zum Lehrinhalt gehöre, da dies objektive Aufklärung sei, und dass die Erziehung zur Keuschheit den Eltern obliege und dies durch die Objektivität der Schule nicht gefährdet sei.

etwas sauer

Peer Steinbrück, Bundesfinanzminister, will die Steuern erhöhen, um Haushaltslöcher zu stopfen.
Das mit der Mehrwertsteuererhöhung ist sowieso für sich schon höhere Mathematik.
Die CDU war vor der Wahl für die Erhöhung von sechzehn auf achtzehn Prozent.
Die SPD strikt gegen jegliche Erhöhung.
Da die CDU und SPD jetzt die Regierung zusammen stellen, kamen sie sich bei neunzehn Prozent entgegen.
Diese Rechnung muss erstmal jemand nachmachen.

Peer Steinbrück wurde gefragt, ob es denn nicht möglich wsei, anders die Löcher zu stopfen.
Wenn es keine Steuererhöhung gebe, dann müsse man eben an die Arbeitslosen, Sozialhilfeempfänger und Rentner heran, meinte er daraufhin und dies bedeute „Verwerfungen im sozialen Gefüge“.
Mal wieder sind die jenige, die sowieso kein Geld haben, wieder die, die zur Kassen gebeten worden wären.

Meinten Sie mit den Verwerfungen, vielleicht gar nicht Verwerfungen im sozialen Gefüge, Herr Steinbrück, sondern cerebrale Verwerfungen in ihren Kopf?

Irgendwo müssen ja solche abwegigen herkommen …

Uschi Glas Creme

Uschi Glas hatte eine Hautcreme („Uschi Glas Hautnah Face Cream“) herausgebracht, die von Stiftung Warentest wegen sehr schlechter Verträglichkeit verrissen worden war (Gesamturteil : mangelhaft).
Probandinnen hatten heftige Hautpusteln und toxisch-irritative Geschwüre von der Creme bekommen.

Hier geht es zum Testergebnis der o.g. Creme bei Stiftung Warentest.

Uschi Glas zog vor Gericht und verhielt sich nicht gerade kooperativ, wenn man sie bezüglich des Test ansprach.
Unter Anderem behauptete sie, Stiftung Warentest habe sich gegen sie verschworen.
Sie versprühte aber auch das Gerücht, Stiftung Warentest habe sie als prominentes Opfer zu Denunziationszwecken ausgesucht, um die Auflage zu steigern.
Als niemand dieses Argument ernstnahm, behauptete sie stur, die Creme sei nicht schädlich.
Einen Gegenbeweis konnte sie nie vorlegen. In ihrer meinte sie, ihr Wort reiche völlig aus.
Sie sprach aber auch von einem geheimen Gutachten, das aber nie aufgetaucht war.
Dann fuhr sie eine Kampagne gegen Stiftung Warentest, in der sie sagte, der Test der Creme sei nicht objektiv gewesen.
Weitehin behauptete sie, der Test sei nicht korrekt durchgeführt worden, weil es bei den Probandinnen mit den Hautausschlägen keinen zweiten Test gegeben habe.
(Warum einen oder mehrere weitere Tests, wenn die Haut schon beim ersten Mal stark angegriffen war?)
Außerdem wurde neben anderen Quatsch auch geäußert, die Probandinnen seinen hautkrank gewesen.
Uschi Glas hatte im April 2005 vor Gericht unterlegen, ging aber mit der Herstellerfirma zusammen in Berufung.
Das Kammergericht Berlin wies die Berufung von Uschi Glas und der Herstellerfirma wegen „mangelnder Aussicht auf Erfolg“ in einem einstimmigen und nicht anfechtbaren Beschluss zurück.
Das Gericht stellte fest, dass der Test „neutral, objektiv und sachkundig“ durchgeführt worden sei und die aus der Untersuchung gezogenen Schlüsse vertretbar seien.

Der TV-Sender „Homeshopping Europe“ hatte die Creme nach Bekanntwerden der Testergebnisse aus dem Sortiment genommen.

Sauer!

Deutschland ist ein ausländerfreundliches Land. So vermitteln es uns vor Allem die Politiker.
Angesicht der Erlaubnis, dass die Neonazis nun doch in Gelsenkirchen aufmarschieren dürfen (“Die Welt zu Gast bei Neonazis„ und „Doch kein Neonazis-Aufmarsch am 10.06. in Gelsenkirchen„), frage ich mich, ob diese Einschätzung richtig ist.
Almuth Berger, die Auslämnderbeauftragte des Landes Brandenburg sprach davon, dass Ausländerhass nicht nur eine Randerscheinung sei, sondern sich in der Mitte der Gesellschaft befinde. Rechtes ‑„Gut“ sei gegen anderen Behauptungen in der Gesellschaft verbreitet, es werde aber unter den Teppich gekehrt.
(Näheres dazu unter : „Der Schoß ist fruchtbar noch„)
Die Richter des Bundesverfassungsgerichts haben ihre rechten Ansichten nicht unter den Teppich gekehrt, als sie den NPD-Aufmarsch in letzter Instanz zuließen.
Angeblich gehe von den Neonazis keine Provokation gegen ausländische Mitbürger aus.
Das Deutschland während der WM im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit steht, haben sie nicht bedacht.

Wenn ich Chef einer Firma wäre und Mitarbeiter durch ihr Benehmen das Ansehen der Firma schädigten, würde ich sie entlassen.

Beamte (wie Richter am Bundesverfassungsgericht) sind unkündbar.

Spionieren und Phishen

Eine gefälschte E-Mail gibt vor, von der Sparkasse zu sein und heuchelt Sicherheit vor.
Um sich besser vor Betrügern schützen zu können, sollen Kunden Transaktionsnummern (TAN) eingeben.
Um leichtgläubige Kunden zu bewegen dies zu tun, wird eine Drohung ausgesprochen.

„Alle Sparkassenkonten, die nicht innerhalb eines Tages authentifiziert werden, werden gesperrt.“

Bei dieser E-Mail handelt es sich natürlich um eine sog. Phishing-Mail, die darauf abzielt, dass man leichtgläubig TAN auf einer gefälschten Web-Seite eingibt, damit die Betrüger damit auf Shpping-Tour gehen können.

Diese E-Mail am besten löschen oder damit zur Polizei gehen.

Auf keinen Fall auf die Hyperlinks klicken!

Dietmar, schon wieder etwas gelassener

Das Oberverwaltunggericht Münster hat heute im Streit zwischen der Polizei und dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen (Weiteres unter „Die Welt zu Gast bei Neonazis„) eingegriffen und hat den für den 10.06.2006 in Gelsenkirchen geplanten NPD-Aufmarsch verboten.
Gelsenkirchens Polizeipräsident Rüdiger von Schoenfeldt hatte den Aufmarsch verboten, da er das Ansehen Deutschlands gefährdet sah.
Das OVG Münster sieht in der NPD-Demonstration eine „unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit“.
Weiterhin meinte ein Sprecher des OVG Münsters, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Neonazis Ausländer provozierten.
Die NPD will diese Entscheidung nicht hinnehmen und will eine letztinstanzliche Entscheidung vor dem Bundesverwaltungsgericht erwirken.

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