Emotionen

Kleiner Freund - Devil

Seit ungefähr anderthalb Stunden sitze ich wieder in meiner Bude in  … ganz allein … traurig.

In habe ich zu Mittag gegessen, dann noch einen Kaffee getrunken und mich von meinem liebsten, treueste, bravsten Freund verabschiedet – Devil.

„Ich verreise wieder, Kleiner“, sagte ich zu ihm, während er vor mir saß und mich anstrahlte, und noch nichts verstand, was ich aber änderte, als ich sagte: „Dann tschüss, Kleiner, ich komme bald wieder.“
Da ließ er sein kleines Köpfchen noch unten sinken und war traurig.

Wir schmusten noch etwas, dass ging ich … wieder für zwei Wochen.

Unerreichbar für den Kleinen!

Er schaute mir nach von seinem Stuhl vom Balkon, meine Eltern winkten.

Ich setze mich in Bewegung, den Koffer und andere Sachen im Kofferraum des Autos.

Von unterwegs meldete ich mich, als ich ungefähr die Hälfte geschafft hatte, bei meinen Eltern.
Sie waren gerade mit Devil vom Spazierengehen wieder gekommen und Devil raste wie jedesmal nach dem Spazierengehen im Wohnzimmer hin und her. Keine Ahnung, warum er das macht!
Als ich ankam, sagte ich ebenfalls bescheid, und gab auch Freunden per SMS bescheid, dass ich angekommen war.

„… und wieder zwei Wochen ohne Devil“, beendete ich die SMS.

Dann wurde ich traurig. Ich fühlte mich leer. Und vor allem einsam.
500 Kilometer von meinem besten Freund, von der Familie und von Freunden und Bekannten entfernt!

Mit vielen Leuten halte ich ja E-Mail‑ und Telefonkontakt, aber der Abschied von Devil stach mir nach knapp viereinhalb Stunden tief im Herzen.

Dieses Wochenende – im Prinzip den ganzen Samstag und ein paar Stunden am Sonntag – war intensiv. Devil zeigte mir, wo er mit meinen Eltern war, was er neu entdeckt hatte.

Das geht so: Devil bleibt stehen und schaut mich an. Ich bleibe stehen, dann schaut dorthin, wo er etwas entdeckt hat bzw. was er mir zeigen will. Dann schaut er mich an und wieder seine „Entdeckung“, z.B. Vögel im Baum. Ich sage dann anerkennend z.B.: „Da sind Vögel im Baum“. Dann macht Devil die Schnauze leicht auf und signalisiert mir, dass er sich freut, dass er „es“ mir gezeigt hat und ich es gesehen habe.

Mein Freund Devil!

Ich bin traurig, auch nach dem Duschen noch.

Gut, wenn ich ihn besuche, bekommt er ein neues Spielzeug von mir und wir unternehmen viel, was wir beide genießen, doch es sind im Prinzip nur ein Tag, der Samstag.

Man sagt sich immer, dass man darüber wegkommt, über den Abschied.
Das stimmt, doch diesmal war es anders.

Als ich am 31.1.2008 nach Dettenhausen gezogen bin, ganz allein, einer ungewissen, aber hoffnungsvollen Zukunft entgegen, musste ich mich sehr beherrschen, um nicht einen breiten Fluss auszulösen, doch die vorigen Male war es nicht schlimm, aber diesmal.

Dieses Strahlen in Devils Augen, als ich den Rucksack heute mittag aufsetze – „Wir gehen spazieren“, hat Devil gehofft, doch dann ließ er sein Köpfchen hängen, weil er wusste, dass mal wieder die Abschiedsstunde geschlagen hatte.

Sowas tut weh!

„Man kommt darüber hinweg“, sagt man, doch Devil versteht nicht, warum ich ihn immer wieder verlasse, er weiß, dass das wieder passiert.

Kurzer Besuch, Kuscheln, Freude, dann Abschied, Traurigkeit!

„Das ist doch nur ein Tier“, sagen manche Leute, allerdings haben diese kein „Tier“.
Dann wüssten sie, was ein „Tier“ empfindet und was man für ein „Tier“ empfinden kann …

Zwei Freunde - Devil und Dietmar

Freitag hatte ich um 17:30 Uhr Feierabend.
Nachdem ich noch mit dem Chef und einigen Kollegen kurz gesprochen hatte, machte ich mich gegen zehn vor sechs auf den (weiten) Weg nach .
Wegen eines Staus war ich dann viertel vor zwölf in Beckum, und wurde stürmisch von Devil begrüßt.
Devil wich mir nicht von der Seite. Ich nahm ihn auch fast überall mit hin. Zum Einkaufen in Lebensmittelläden konnte er nicht hinein, also blieb er im Auto.

Gleich, kurz nach Mittag, zwischen dreizehn und vierzehn Uhr, mache ich mich wieder auf den ca. 500 km langen Weg nach .

Devil wird mir wieder fehlen und ich ihm.

Gründonnerstag fahre ich wieder nach Beckum und werde bis Ostermontag bleiben.

Devil, freu dich schon darauf!

Kreatves Schreiben

Syntronica: „Nur ein Wimpernschlag“

Nur ein Wimpernschlag kann entscheiden, ob man sich zum Beispiel mit einem Bügeleisen den Finger verbrennt.
Ein Wimpernschlag kann alles verändern.
Am Anbeginn der Zeit ging es Schlag auf Schlag.
Energie aus dem Nichts explodierte aus dem Nichts und breitete sich aus. In diesem Moment, in dem die Zeit geboren wurde, war es fast unendlich heiß.
Quarks entstanden, und erste „Bausteine der Elemente“ wie Protonen, Elektronen und Neutrinos wirbelten wild umher.
Und das alles innerhalb einer milliardstel Sekunde.
Kürzer als ein Wimpernschlag!
Nur ein Wimpernschlag könnte über die Zukunft entscheiden.
Ein mächtiger Staatschef verliert für nur einen Wimpernschlag die Contenance, passt nicht auf, denkt nicht darüber nach, was er sagt und schon ist die Welt in Aufruhr.
Nur einen Wimpernschlag halten die Menschen, mehr als vier Milliarden an der Zahl, in ihrer Bewegung inne und denken an den Frieden und an Gerechtigkeit.
Das würde den Staatschefs den Atem verschlagen.

Superfliege: „Nur ein Wimpernschlag“

Es war einer dieser unzähligen Abende, in der es sie wie immer in ihr Stammbistro zog. Es war für sie nicht nur ein Ort, in dem man essen konnte, mittlerweile war es für sie mehr geworden. Hier hatte sie viele nette Menschen kennen gelernt, und oft kamen Arbeitskollegen auf ein Schwätzchen vorbei.
Sie saß an einem Tisch, und beobachtete die anderen Gäste. Einige kannte sie vom sehen her, und mit manchen war sie auch schon ins Gespräch gekommen.
Sie wollte grade aufbrechen und gehen, als die Tür aufging und ein neuer Gast das Bistro betrat. Vom sehen her kannte sie ihn. Er arbeite in der gleichen Firma und nur durch die unterschiedlichen Abteilungen kam man vorher noch nie ins Gespräch. Wie durch einen Zufall steuerte er auf ihren Tisch zu, und setzte sich zu ihr. Schnell war man in eine lustige Unterhaltung vertieft. Beide konnten über die selben Witze lachen, und manches Mal gab ein Wort das andere, als könne der gegenüber sitzende ahnen, was man sagen wollte. Es war alles nur oberflächlich, denn keiner von beiden wollte ein tiefgründiges Gespräch führen. Man wollte sich nur amüsieren, und nicht irgendwelcher Probleme erörtern. Einfach nur Spaß an der Unterhaltung.
Dann tat sie, was sie schon so oft getan hat, wenn sie sich mit jemand unterhielt, sie knuffte ihn an der Hand, als sie etwas sagte. Sie hatte sich nichts dabei gedacht, doch mit der Reaktion die sie bei ihm auslöste hatte sie nicht gerechnet! Nur ein Wimpernschlag, und die Situation änderte sich von einer Minute zur anderen. Er hielt ihre Hand, doch wie er sie hielt, das sprach Bände. Sie verstand mit der Geste sofort, in welche Richtung das ganze skalieren würde, wenn sie dem nicht Einhalt gebot.
Ihre überschlugen sich, wie käme sie nun wieder aus der verfahrenen Situation heraus, ohne den anderen zu verletzen. Wollte sie es überhaupt, alles ging auf einmal so schnell. Verlegen versuchte sie einwenig Zeit zum Nachdenken zu gewinnen, indem sie bemerkte, sie wisse noch nicht mal wie er hieße. Doch die Frage war schnell geklärt, und sie war wieder an dem Punkt, wo sie noch vor einer Minute stand. Noch konnte sie aufstehen und gehen, oder wollte sie doch das Spiel mit dem Feuer? Hin und her sprangen ihre , die er sich nicht zu machen schien, denn er hatte den Platz neben ihr eingenommen, wo er doch noch vor einem Wimpernschlag ihr gegenüber gesessen hat. Jetzt wurde es eng, es wurde verdammt eng für sie. Doch warum eigentlich nicht das Spiel mit dem Feuer wagen. Warum immer der Moral und dem Anstand entsprechen, warum mal nicht alle Regel sprengen? Was hatte sie schon zu verlieren, und was konnte sie gewinnen. Dieser Abend verlief nun mal nicht so, wie es sein sollte. Immer näher rückte er auf sie zu, denn er schien gespürt zu haben, in welchem Dilemma sie sich befand. Jetzt musste sie eine Entscheidung treffen, und egal wie sie sein würde, ein Wehrmutstropfen war bei jeder. Sie entschied sich nach dem Bauchgefühl, zum Teufel mit Moral und Anstand. Warum darf man nicht mal das tun was nicht sein darf. Sie ging keine Verpflichtungen ein, sondern wollte genauso ihren Spaß wie er. Morgen hat sie wieder der Alltag eingeholt, und sie würde das Nachtrauern was nicht geschehen war. Sie gab ihm deutlich zu verstehen, wofür sie sich entschieden hat. Gemeinsam verließen sie das Bistro, und beide gaben sich der Leidenschaft hin. Nur diesen Augenblick genossen sie. Keiner fragte nach dem Morgen danach, was sein wird. Keiner übernahm irgendwelche Verpflichtungen dem anderen gegenüber, und am morgen trennte man sich, ohne zu wissen, wann und ob man den anderen wieder sehen wird.
Es  war nur ein Wimpernschlag dachte sie, wo sich von jetzt auf gleich die Situation verändert hat, und doch hat sie es nie bereut auf ihr Bauchgefühl bei diesem Mann gehört zu haben. Der Abend und was beide daraus gemacht haben, blieb nicht einzigartig.

Mann am Boden, schaut ins Wasser sein Anlitz nicht erkennend

Keine Erfüllung von Sehnsüchten, sondern nur Betäubung dergleichen und Verdrängung und Ablenken.
Visionen der Zukunft in meinen Träumen und nichts davon wird verwirklicht.
Die Nichterfüllung meiner Wünsche und Träume sowie die Enttäuschung meiner Liebe und Glückseligkeit nagt in starkem Maße an meiner Seele und tut mir sehr weh. Heiße ätzende Tränen zersetzen alles, wohin ich greifen will.
Meine Träume lösen sich durch schmerzende Säuretränen auf und mein Hoffen auf eine strahlende Zukunft versiegt in meinem Tränenmeer der absoluten Traurigkeit.
Verzweifelt sage ich mir, dass ich doch nur glücklich sein wolle, doch im gleichen Moment sehe ich nur den schmerzhaften Schleier das, was mir immer wieder angetan wurde und was mir widerfahren ist.
Ich weiß nicht, warum ich überhaupt noch sage, dass ich glücklich sein wolle, denn ich sehe nichts, was sein könnte oder wer sein könnte, mich glücklich zu machen.
Ich lebe in einem viel zu kleinen Zimmer und betrachte, wie meine Welt vor mir zugrunde geht.
Nichts erinnert mich mehr an den Stolzen, Hochmotivierten, der ich mal war.

licht-in-dunkelheit

Zarte Hand greift behutsam
neben dem Po neben sich
Zärtliches Streicheln spricht
von Liebe, die es bereit ist zu geben
Große geöffnete Augen strahlen
glücklich in die des anderen
Glücklich sind sie
Bereit alles aufzunehmen
was sie sehen
Wippender leichter Schritt berichtet
von der Leichtigkeit, sich fallenzulassen
Bereitschaft, überall hinzugehen
Zuckersüße Küsse auf die Lippen gedrückt
mit Wünschen, nie damit aufzuhören

crying-man

Alleine in der Stadt
Niemand, der mich grüßt
Und ich gehe durch die Straßen
einsam unter vielen
Einsam und allein
Musik klingt durch Kabel geleitet
an meine Ohren
Ich kenne sie auswendig
die Rhythmen und die Texte
Ich weiß, wann der Gesang
einsetzt und aufhört
Wann ein Solo eines Instruments
kommt und wielange es dauert
Mein Herz bewegt sich nicht mehr zur Musik
Meine Seele tanzt nicht mehr
Alles ist anders, oberflächlicher
seitdem ein weiteres Mal
eine dicke Narbe mein Herz durchzog
Als ein Teil von mir starb
Flammen sind versiegt
Ich sehe andere Menschen
doch erfasse nicht
was sie tun
Ich marschiere mehr, als das ich gehe
marschiere ohne Freude
ohne irgendeine Motivation
Gehen des Gehen willens
nicht mehr weil ich Freude verspüre
Gehen nur noch
weil ich es früher auch tat
bevor ein Teil von mir starb
Ich sehe Leute, die Händchen halten
doch empfinde nichts
nicht mal Trauer
weil niemand mehr meine Hand hält
Auch keine Freude
weil sie so glücklich sind
Keine
Seitdem ein Teil von mir starb

Devil als Pirat

Gestern Abend um 23 Uhr war ich in .

Ich habe geklingelt und dann hörte ich das Gebelle.

Als Devil mich sah, war er überrascht. Er hat sich seeehr gefreut, mich zu sehen. Danach war spielen angesagt. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten wir die ganze Nacht durchspielen können.

Kreatves Schreiben

Syntronica: „Was ist trauriger als ein Zug im Regen, der nicht fährt?“

Einsamkeit beschleicht mich, wenn ich alleine durch die Welt gehe.
Schauend nach links und rechts sehe ich viele Leute, doch niemand berührt mich wirklich.
Ich sehe schöne Dinge, doch sie machen mich nicht im Entferntesten glücklich. Sie heben meine Stimmung nicht.
Mein körperliches Befinden ist gut, doch meine seelische Komponente ist immer noch gefangen in Traurigkeit. an meine Nutzlosigkeit befallen mich und lähmen mein Empfinden.
Weiter gehe ich und schaue in Gesichter, erhasche manchmal, eher selten, einen freundlichen Blick, freue mich dieses Augenblicks, doch nach und nach verfällt dies wieder in endlose Traurigkeit.
Einsam unter vielen.
Ich spüre Fernweh nach einer Insel, die ich mehrmals kurz besuchen durfte.
Doch ich blieb an diesem Ort einsam und traurig zurück.
Der Ozean der Tränen schwemmte mich irgendwo an und es ging irgendwie weiter.
Fröhlichkeit wird erstickt durch die Nutzlosigkeit.
Regen geht auf mich hernieder, obwohl die Sonne scheint, und frisst an meinem vernarbten Herz, das einsam in meiner Brust pocht, pocht für niemanden und niemand hört den stummen, lautlosen Schrei in meiner Brust.
Sprengstoff und Feuer zirkulierten einst durch meine Adern, doch Regen ist ein Feuerlöscher.
Es gibt keinen Sonnenstrahl, der meine Welt erhellt, kein Sonnenstrahl zerstobt die Regenwolken, die über mir stehen und ihren Inhalt auf mich ausschütteln.
Und mir wird kalt.
Traurigkeit frisst weiter an mir und dies ist schlimmer als ein Zug im Regen, der nicht fährt.

Bin ich der Zug im Regen, der nicht fährt?

Superfliege: „Was ist trauriger als ein Zeug im Regen, der nicht fährt?“

Wir bitten um kurze Aufmerksamkeit liebe Fahrgäste! Leider kann bei diesem Regen der Zug nicht pünktlich weiterfahren, da einige Streckenabschnitte zu Zeit unpassierbar sind! Wir bitten sie Ruhe zu bewahren. Sobald das Problem beseitig ist, wird der Zug seine Fahrt wieder aufnehmen! Wir danken für ihr Verständnis!“ Ein Rauschen ging noch durch den Lautsprecher, dann war es funkenstill. Die Stille war nur von kurzer Dauer. Chaos und Hektik brach unter den Fahrgästen aus, Handys wurden aktiviert um wichtige Nachrichten und Mitteilungen weiterzugeben. Nur er blieb ganz ruhig auf seinem Stuhl sitzen. Er hatte keinen der auf ihn wartete und keine Nachricht die er weiterleiten musste! Müde legte er den kopf an die Kopfstütze und starrte nach draußen in den Regen. Sein Blick folgte den Regentropfen, und so langsam, ohne das es ihm bewusst wurde, gingen seine Gedanken auf Reisen!
Er sah sich, wie er lachend mit seiner Frau über eine Lichtung im Wald ging. Beide waren jung und voller Pläne, was ihre gemeinsame Zukunft anging. Sie wollten heiraten und Kinder haben! Hand in Hand lagen sie im Gras, schauten in die Wolken und bauten sich ihre Luftschlösser. Alles war so einfach und schön, rosarot lag die Zukunft vor ihnen. Das ganze blieb für beide nicht nur ein Traum, sondern wurde Wirklichkeit. Sie heirateten und was immer sie sich in ihrer Jugend ausgemalt hatten, es wurde Wirklichkeit! Ein Wehrmutstropfen lag auf ihrem Glück, bis jetzt hatten sie noch keine Kinder, so das alles erträumte in Erfüllung gegangen währe.
Traurig ging sie eines Tages zum Arzt und erzählte ihm von ihrem Wunsch, endlich ein Kind zu bekommen. Nach gründlicher Untersuchung meinte er, das es eine kleine Fehlsteuerung ihres Körpers sei, und nach einigen Tests, könne man dem entgegenwirken. Alle Tests brachten nicht das erhoffte Ergebnis, im Gegenteil, es war eine niederschmetternde Diagnose. Sie hatte Krebs!
Nachdem sie ihrem Mann die Diagnose gesagt hatte, brach für beide eine kleine Welt zusammen. Man war noch voller Hoffnung, und wollte dem Feind den Kampf ansagen! Er unterstütze sie, wo er nur konnte. Alle Operationen, alle Bestrahlungen, jede Chemo‑ die sie über sich ergehen ließ, brachte nicht den gewünschten Erfolg. Diese Krankheit, sie verfolgte heimtückisch und sinnlos ihr Ziel! Als sie nicht mehr konnte saß er an ihrem Bett, hielt ihre Hand, und ließ sie schweren Herzens in eine andere Welt gehen. Sie glitt in das Reich der Toten, nachdem er ihr das versprechen gegeben hatte, wenn es an der Zeit ist, nicht bis zu seinem Lebensende als Singel u bleiben. Das war ihr letzter Wille gewesen.
Als sie ging starb ein Stück von ihm mit ihr. Mechanisch organisierte er die Beerdigung. Nicht eine Träne der Trauer hatte seine Augen verlassen. Allen Schmerz trug er in sich, über all die Jahre.
Nun saß er in diesem Zug im Regen, der nicht fahren konnte. Und wie der Himmel seine Schleusen geöffnet hatte, konnte er endlich seinen Tränen freien lauf lassen. Alles Aufgestaute in seinem Inneren kam heraus. Er merkte dass dies nicht nur die Tränen der Trauer, sondern auch der Befreiung waren. Endlich konnte er gefühlsmäßig alles verarbeiten, was so lange verschlossen und verborgen in ihm war.
Dieser zwangsmäßige Stillstand in seinem Leben. Die Gedanken die dadurch auf Wanderschaft gingen, die Auseinandersetzung mit seinem Erlebten. Alles währe nicht geschehen, hätte der Zug weiterfahren können!
„Liebe Fahrgäste, wir danken für ihr Verständnis. Der Zug nimmt seine Fahrt wieder auf!“ knarrte es nach Stunden aus dem Lautsprecher.
Was gibt es traurigeres als ein Zug im Regen der nicht fährt. Sich zwangsweise im Leben, und sei es mit Hilfe des Unterbewusstseins, durch einen Stillstand mit Dingen auseinanderzusetzen, vor denen man so lange auf der Flucht war.
Im Zielbahnhof angekommen, setzte er seinen Lebensweg fort, doch nicht mehr mit den Ketten, die auf seiner Seele lasteten. Er war befreit, wenn auch auf eine sehr schmerzliche Art und Weise, da er sich endlich mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt hat!

Kreatves Schreiben
Bis vor kurzem habe ich an einem Kreativschreibkurs (Mehr dazu? Hier klicken!) teilgenommen.

Dies ist eins meiner „geistigen Werke“.

an das Gebäck“

Von weitem sah ich das Gebäck.
Es sah sehr lecker aus.
Schon von dort konnte ich den Geschmack erahnen, denn so schön sah es aus.
Mein gustatorischer Sinn malte sich aus, wie es wohl wäre, wenn ich hineinbisse.
Langsam ging auch auf das Gebäck zu und kam ihm näher.
So konnte ich auch besser erkennen, wie es aussah.
Bald war es ein Leichtes, dass Gebäck zu berühren und ich tat es.
Die Struktur war schön und so gleichmäßig, so wunderschön leicht.
Es gefiel mir. In meiner Fantasie sah ich mich schon hineinbeißen.
Dann führte ich es näher an mein Gesicht und leckte mit der Zunge leicht daran.
Es schmeckte so süß wie das Paradies.
Nun schloss ich meine Augen, um endlich hineinbeißen zu können.
Aber das Gebäck war plötzlich weg.

Kreatves Schreiben

Syntronica: „Blauer Lippenstift und eine Zigarette im Mundwinkel“

In Bistro war das Licht so dunkel, dass es nicht störte, aber auch so, dass man noch alles sehen konnte.
Während ich dort allein in einer ledernen Sitzecke saß, schaute ich wie zufällig zu zwei Frauen herüber, die am Tresen ein Getränk einnahmen.
Die eine von ihnen nahm ein Papiertaschentuch aus der Jeans. Die andere hielt ihr deren Zigarette hin, die diese in ihre Hand nahm. Die ohne Zigarette marschierte Richtung der Toilette.
„Hm!“, dachte ich, „alleine?“
Die, die jetzt die Zigarette hatte, war ungefähr in meinem Alter, suchte nach irgendetwas, steckte sich die Zigarette nach dem Hin‑ und Herschauen in den Mundwinkel und faltete dann das Papiertaschentuch auseinander. Sie schnäuzte hinein.
Sie trug blauen Lippenstift, der mir aber schon vorher aufgefallen war.
Ich schaute noch einige Sekunden auf ihre Lippen und dachte mir: „Was für eine Zicke ist das denn? Blauer Lippenstift!“
Was für eine komische Farbe!
Dann kam die Freundin nach ein, zwei Minuten zurück. Sie bekam wieder ihre Zigarette zurück und dann redeten sie wieder miteinander.
„Blauer Lippenstift! Was für eine Zicke!“, dachte ich wieder.
Stunden später.
Die, die in das Papiertaschentuch geschnupft hatte, während ihre Freundin auf der Toilette war, schaute mich verträumt an und nahm einen Schluck von ihrem Getränk.
Wir saßen immer noch in dem Bistro, uns gegenüber.
Ihre Freundin war schon längs gegangen.
Danach hatte sie mich gefragt, ob sie sich zu mir setzen dürfte, was ich aus einem nicht nachvollziehbaren Grund nicht verneinte.
So kamen wir ins Gespräch und lernten uns kennen.
Irgendwann war sie kurz auf der Toilette gewesen und hatte sich, ohne dass wir darüber ein Wort verloren hätten, den blauen Lippenstift entfernt.
Das war aber schon einige Stunden her.
„Sag mal“, sagte sie, „als du mich mit dem blauen Lippenstift gesehen hast …“
„Ja?“ fragte ich.
„… da hast du doch bestimmt gedacht: ‚Was für eine Zicke ist das denn?‘.“

Ich schüttelte den Kopf und erwiderte: „Ich schätze doch Leute nicht nach der Farbe des Lippenstifts ein. Was denkst du denn von mir?“

Superfliege: „Blauer Lippenstift und eine Zigarette im Mundwinkel“

Es war wieder einmal Wochenende, und sie wollte wie jedes Wochenende wieder auf die Suche nach einem Mann gehen! So lange war sie schon allein, und sie sehnte sich nach Zweisamkeit! Aber diesmal sollte es nicht wie immer Ablaufen, keine kurze Bekanntschaft mehr! Diesmal sollte es etwas anderes besonderes sein! Sie wollte nicht nach dem Wochenende erneut feststellen, das sie aufs falsche Pferd gesetzt hat, und ihre Bekanntschaft entpuppte sich als Familienvater, der sich für zwei Tage eine Auszeit von seinem Spießbürger leben gönnte!
Sie dachte sich an jenem Samstagabend, wenn ich aussehe wie eine Exotin, werde ich auch nur für die Männer interessant sein, die nicht nur eine kurze Bekanntschaft suchen!
Mit blauen Lippen und einer Zigarette im Mundwinkel stand sie nun an der Bar, und wartete auf ihren Traumprinzen! Nach einiger Zeit gesellte sich auch ein paradiesvogelähnlicher Mann neben sie! Schnell kam man ins Gespräch, und sie dachte, dieses Mal ist alles anders! Jetzt glaube ich habe ich das gefunden, was ich immer gesucht habe! Was nicht so ein Lippenstift ausmacht, dachte sie innerlich triumphierend!
Man verbrachte das Wochenende miteinander, und es lief wieder nach demselben Schema ab!
Enttäuscht stellte sie am Montag fest, dass ihr Paradiesvogel doch nur eine Ente war, und er glücklicher Familienvater sei!
Sie gestand sich ein, man kann zwar die Fassade ändern, aber solang man seine Einstellung nicht ändert, wird es immer auf dasselbe Ergebnis hinauslaufen!
Die Frau wird noch viele Frösche mit blau, gelb, rot oder pink gefärbten Lippen küssen, bis es soweit ist, das sie sich geändert hat!
Aber die Hoffnung gebe ich nicht auf, denkt die Frau, mit einer Zigarette im Mundwinkel!

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