Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

Rainer-Maria Rilke – aus: Die Gedichte 1922 bis 1926


Gib deinem Herzen ein Zeichen,
daß die Winde sich drehn.
Hoffnung ist ohne gleichen
wenn sie die Göttlichen sehn.

Richte dich auf und verharre
still in dem großen Bezug;
leise löst sich das Starre,
milde schwindet der Bug.

Risse entstehn im Verhängnis
das du lange bewohnt,
und in das dichte Gefängnis
flößt sich ein fühlender Mond.

Rainer-Maria Rilke – aus: Die Gedichte 1922 bis 1926


13. Mai 1981: Attentat auf Papst Johannes Paul Ⅱ.

Papstattentat

Am 13. Mai 1981 jubelten Zehntausende Johannes Paul Ⅱ. auf dem Petersplatz in Rom zu.
Wie immer suchte er den Kontakt zu den Menschen, lachte, winkte, schüttelte Hände.
Und dann geschah es.
Aus der Menge der fröhlichen Gläubigen schoss der Attentäter Ali Agca auf den Papst.
Sicherheitsbeamte warfen sich schützend über Johannes Paul II., der Täter wurde an Ort und Stelle überwältigt.

Ali Agca gestand die Tat – doch wer waren die Hintermänner, die Auftraggeber?
Angeblich wollte der bulgarische Geheimdienst im Auftrag Moskaus Johannes Paul II., den Antikommunisten und polnischen Patrioten, beseitigen.
Ali Agca schweigt bis heute.

Ein Jahr nach der Tat besuchte der Papst den Täter im Gefängnis und vergab ihm.
Eine große Geste – auch ein politisches Signal?
Nichts an dieser Tragödie war Zufall, aber vieles bleibt bis heute Spekulation.


Leicht sauer

Ministerin Zypries hat für eine Überraschung (franz.: surprise (sprich: „sürpries“)) in der Integrationsdiskussion gesorgt.
So ist sie auf ein Allheilmittel gestoßen, das vermeiden würde, dass Schülerinnen und Schüler (weiter) diskrimiert würden.
Sie schlug vor, dass alle Schülerinnen und Schüler Schuluniformen tragen sollten.
Alle sähen dann gleich aus und fühlten sich auch gleich, unabhängig vom Glauben, Nation, Weltanschauung u.s.w.
Ein Vorteil sei natürlich auch, dass es dann keinen Markennamen-Wahn bzw. – Fetischismus mehr gäbe.
Die Sache mit den Schuluniformen kann man getrost darauf schieben, dass es über das Wochenende plötzlich sonnenbedingt warm geworden ist und dadurch in manchen Köpfen das Wasser verdunstet ist. Anders kann man diesen Anflug von „Ideenreichtum“ nicht erklären.
Glaubt Ministerin Zypries wirklich an ihre Worte oder ist sie wohlmöglich davon überzeugt?
Anscheinend ist es in ihrer Gedankenwelt nicht möglich, dass man ein Kopftuch aufsetzt, wenn man die Schuluniform trägt.
In Bonn, wo sich zwei Schülerinnen mit einer Burka provokativ ganzkörperverhüllt hatten, ist dies dann auch nicht mehr möglich. Wegen der Schuluniform!
…glaubt zumindest Ministerin Zypries.
Die Schuluniform als Allheilmittel auch gegen den Markenwahn!
Wenn Schülerinnen und Schüler einmal mit den Schuluniformen vertraut sind, werden sie auch keine Markenjeans u.ä. mehr tragen.
Auch nicht außerhalb der Schulzeit … zumindest nicht in Zypries Gedankenwelt!

Herr, lass Hirn regnen!


Rainer Maria Rilke
Schriftsteller
(1875–1926)
Rainer Maria Rilke

1875
4. Dezember: Rainer (eigentlich René) Maria Rilke wird als Sohn des Eisenbahninspektors Josef Rilke und dessen Frau Phia (geb. Entz) in Prag geboren.

1886–1891
Militärschulzeit.
Schon während seiner Schulzeit beginnt Rilke zu schreiben.

1894
Sein erster Gedichtband „Leben und Lieder“ erscheint.

1895
Abitur in Prag, wo er auch das Studium der Kunst‑ und Literaturgeschichte beginnt.

1896
Beginn seines Studiums der Philosophie an der Universität München.
Bekanntschaft mit der Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé .

1897
Rilke folgt Andreas-Salomé nach Berlin.
Er ändert seinen Vornamen René in Rainer.

1899
Rilke schreibt sich als Student der Kunstgeschichte an der Berliner Universität ein.

1899⁄1900
Mit Andreas-Salomé bereist er zweimal Rußland und betreibt Studien für eine geplante, aber nie geschriebene Monographie über russische Maler.

1900
Er verbringt den Sommer in der Künstlerkolonie in Worpswede.
Dort lernt er die Bildhauerin Clara Westhoff und die Malerin Paula Modersohn-Becker kennen.

1901
Trennung von Andreas-Salomé und Heirat mit Westhoff.
Das Ehepaar zieht nach Westerwede bei Worpswede.
Geburt der einzigen Tocher Ruth.

1902
Mittellosigkeit zwingt Rilke zur Auflösung des Hausstandes und zur Übernahme monographischer Auftragsarbeiten.
Reise nach Paris, wo er den Bildhauer Auguste Rodin kennenlernt.
Der „Panther“, das erste der „Neuen Gedichte“, entsteht.

1903
Rilkes Monographie über Rodin erscheint in Berlin.

1903–1906
Seine Bekanntschaft mit Rodin sowie seine Reisen nach Paris, Rom und Skandinavien verändern Rilkes poetische Produktionsweise zugunsten eines „sachlichen Sagens“.

1905
Das „Stunden-Buch“ erscheint.
Wiederaufnahme des Philosophiestudiums in Berlin bei Georg Simmel.

1906
Rilke ist für kurze Zeit Privatsekretär bei Rodin.
Die zur Zeit der Jahrhundertwende entstandene und durch den Jugendstil beeinflußte „Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ erscheint.

1908
Zur Erinnerung an die 1907 verstorbene Modersohn-Becker schreibt Rilke das „Requiem für eine Freundin“.

1910
Sein Tagebuchroman „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“, an dem Rilke seit 1904 gearbeitet hat, wird veröffentlicht.

1912
Auf Schloß Duino bei Triest schreibt Rilke die ersten Elegien und „Das Marien-Leben“.
Gemeinsam mit Andreas-Salomé nimmt er an einem psychologischen Kongreß in München teil, wo er Sigmund Freud kennenlernt.

1914
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs schreibt Rilke fünf „Kriegsgesänge“.
Seine anfängliche Kriegsbegeisterung weicht der Erschütterung.

1915
Er wird wehrdiensttauglich geschrieben und in Böhmen eingesetzt.

1916
Versetzung ins Kriegsarchiv nach Wien.

1918
Nach Kriegsende zieht Rilke wieder nach München, wo er die Bekanntschaft von Hanns Eisler und Ernst Toller macht.

1919
Rilke verlässt Deutschland und wohnt an wechselnden Orten in der Schweiz.
Er lernt dort Alexander von Jawlensky kennen.

1921
Er bezieht das Schloß Muzot (Wallis, Schweiz).

1923
Die „ Duineser Elegien“ sowie „Die Sonette an Orpheus“ erscheinen.

1924–1926
Häufige Sanatoriumsaufenthalte in Val-Mont bei Montreux und Bad Ragaz wegen einer Erkrankung an Leukämie.

1926
29. Dezember: Rainer Maria Rilke stirbt in Val-Mont.
Postum erscheinen „Dichtungen des Michelangelo“ sowie ein umfangreiches Briefwerk.


Sein Name steht seit mehr als 200 Jahren für gutes Benehmen:
Adolph Freiherr von Knigge, Autor des Buchs „Über den Umgang mit Menschen“.

Das Werk bescherte ihm eher unfreiwillig das Etikett des Benimm-Apostels.
Knigge ging es um mehr als um gute Tischmanieren.
Sein Buch ist ein Plädoyer dafür, dass Menschen einander mit Respekt begegnen, sich achten, kurz: anständig sind.
Ein tiefsinniges Lehrbuch mit deutlicher Verachtung für den Adel.
Knigge war ein kritischer Kopf, der satirisch-politische Schriften verfasste, die Französische Revolution begrüßte und eine Lanze für den Humanismus brach.
Das Multitalent schrieb nicht nur, Knigge komponierte auch.


Ungarn öffnete die Grenze nach Österreich und ermöglichte damit DDR-Bürgern den Übergang in den Westen.
Die Flucht von tausenden Ostdeutschen hatte die Erschütterung des sozialistischen bzw. kommunistischen Systems zur Folge und brachte letztendlich die Berliner Mauer ins Wanken.


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