Zeitgeschehen

Was in der Welt passiert

Arbeitsloser

Dieser Artikel sollte schon am 24.12.2007 veröffentlicht werden, doch ich entschied mich für den 27.12.2007, weil Weihnachten, die Zeit der Freude und des Friedens, war und weil Arbeitsvermittler wahrscheinlich auch Menschen sind.

Es geht scheinbar auch anders bei der ARGE.

Nicht nur bei „Best of“ ist es so, dass Arbeitslose – politisch korrekt: Arbeitssuchende – „Vermittlungsvorschläge“ aufoktoyiert unterbreitet bekommen, bei denen man eindeutig erkennen kann, dass sich eine Bewerbung nicht lohnt, weil der Einstellungstermin schon abgelaufen ist, sondern auch bei Arbeitslosen, die nicht zu „Best of“ genötigt berufen wurden, kommt dies immer und immer wieder vor.

Zur Weihnachtszeit geschehen scheinbar Wunder bei der ARGE.

Ein Proband Arbeitsloser bekam am Samstag, den 22.12.2007, einen „Vermittlungsvorschlag“ per Post zugeschickt.
Das Einstellungsdatum für die potentielle Arbeitsstelle lag in der Zukunft, was eigentlich darauf schließen ließe, dass nicht alle Arbeitsvermittler ARGE Sehstörungen haben.

Eigentlich!

Der Einstellungstermin ist der 2.1.2008.

Welche Firma arbeitet über Weihnachten und in der Zeit „zwischen den Jahren“?
Falls ja: Wie kann eine Firma, die frühstens am 27.12.2007 wieder den Betrieb aufnimmt, innerhalb von drei Tagen (27., 28. und 31.12.) Bewerbungsunterlagen wälzen, Bewerber (schriftlich) zu Vorstellungsgesprächen einladen, Vorstellungsgespräche führen und danach entscheiden, wen man nimmt, und dann jemanden einstellen?

„Scheinbar“ bedeutet, dass der Schein trügt.
Das heißt, dass etwas gut aussieht, beim genaueren Hinschauen sich aber entpuppt, dass dem nicht so ist.


Arbeitsloser

Sie sind schon eine seltsame Spezies, die Arbeitsvermittler der ARGE.

Nicht nur „Best of“ hat Probleme, auch Arbeitslose – politisch korrekt: Arbeitssuchende –, die nicht mit „Best of“ genötigt bedacht wurden, können Lieder singen.

„Best of“ hat einen schlampigen Start hingelegt, denn die ersten „Vermittlungsvorschläge“ waren völlig unbrauchbar, da die Einstellungstermine der potentiellen Arbeitsstellen in der Vergangenheit lagen.

Aber auch bei anderen Abteilungen der ARGEn werden „Vermittlungsvorschläge“ an die „Kunden“ verschickt, deren Einstellungstermine in der Vergangenheit liegen.

Die Arbeitsvermittler haben anscheinend ARGE Sehstörungen.

Es kann aber auch an etwas Anderem liegen.
Das Beispieldatum eines Einstellungstermins sei der 18.12.2007.

Für Nicht-Arbeitsvermittler liegt das Datum in der Vergangenheit.

  • Mit „18“ beginnt ja auch das sog. Reizen beim Skat.
  • „12“ ist die Anzahl der Apostel Christi.
  • „Dezember“ ist jetzt und gleichzeitig Winter.

Wer soll denn bei so vielen Daten noch durchblicken?

Um durchzublicken, muss man sehen können, also doch ARGE Sehstörungen!


Weißer Mann

Auf der Webseite der Arbeitsagentur gibt es eine „Jobbörse“.

Neu ist, dass Arbeitslose – politisch korrekt: Arbeitssuchende – nun auch Zugriff auf ihre eigenen Profile bekommen, die die Arbeitsagenturen bzw. ARGEn verwalten. Diese beinhalten die Qualifikationen, Erfahren, Ausbildungen etc. von Arbeitslosen.

Die tauchen auch anonymisiert in der „Jobbörse“ auf und können von potentiellen Arbeitgebern eingesehen werden.

Man bekommt zwei Briefe von der Arbeitsagentur Nürnberg.
In dem ersten steht der Benutzername und im zweiten, der ein bis zwei Tage später eintrudelt, das Passwort.
Sicherheit wird also groß geschrieben.

Die Arbeitsvermittler sagten, dass die Arbeitslosen so ihre Profile bei Fehlern oder Aktualisierungen editieren könnten, damit diese immer aktuell seien.
Man geht also mit Elan an die Webseite und kommt erstmal auf ein Formular, um das Passwort zu ändern. Das ist auch richtig so.
Man kann nun vieles – Adressdaten, Bewerbungsaktivitäten, Meetings mit dem Arbeitsvermittler – anschauen, Betonung auf „anschauen“!

Irgendwann findet man dann auch sein Bewerberprofil.
Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, entscheidet man sich nun, das Profil zu editieren, doch das ist nicht möglich.
Oben über dem Profil prangt die Überschrift, dass man bei Änderung Kontakt mit dem Arbeitsvermittler aufnehmen solle, da nur er dies kann.

Man kann, wenn überhaupt, nur seine Adressdaten und das Passwort ändern, mehr nicht!

Das ist absolut peinlich!


at-zeichen-aa

Das neue Super-Integrationsprojekt „Best of“ der ARGEn ist ja angelaufen und es gibt Neuerungen und Verbesserungen en masse.
Wie schon berichtet, gab es Probleme bei der Aktualität der Stellenangebote. Der Tenor der Arbeitsvermittler ist aber, dass man sich trotzdem dort bewerben solle.
Es ist zwar aussichtslos, sich auf Stellen zu bewerben, die schon vergeben sind, aber die Arbeitsvermittler wissen es ja nicht besser.

Und sie lassen es sich anmerken, dass sie es nicht besser wissen.

Neu ist auch, dass jetzt in den Briefköpfen der Anschreiben und den Visitenkarten der Arbeitsvermittler die E-Mail-Adressen aufgedruckt sind.

„E-Mail statt Snail-Mail.“

„Elektronische Post statt Schneckenpost.“

Das könnte man jetzt sagen, wenn der Konjunktiv nicht im Weg wäre.

Man schickt also ein paar E-Mails mit einfachen, aber wichtigen, Fragen an den Arbeitsvermittler und hofft, schnell Antwort zu bekommen.
Und man wartet, und wartet, und wartet …

Und einige Tage später kommt dann endlich die E-Mail mit einem „Re:“ versehen, dem Anzeichen dafür, dass jemand auf „Antworten“ geklickt hat.
Man öffnet die E-Mail voller Erwarten, und was steht darin zu lesen?

Hallo,
zur Ihrer Information möchte ich Ihnen mitteilen, dass Ihre E-Mails angekommen sind.
Mit freundlichem Gruß


arbeitsamt-kontrolle-weißer Mann

„Best of“ ist ein neues Projekt der ARGEn, um hochqualifizierte Arbeitlose – politisch koerrekt: Arbeitssuchende – möglichst schnell in Arbeit zu bekommen.
Wie berichtet haben Arbeitslose zwei Arbeitsvemittler, die ihnen für ein halbes Jahr zur Verfügung stehen.

Mit großen Versprechungen – weder schriftlich noch vertraglich festgehalten – wird den Arbeitslosen Mut gemacht.
Auch versichern die Arbeitsvermittler, dass alles besser wird.

So kommen bei einem Arbeitslosen per Post die ersten vier Stellenangebote – sog. Vermittlungsverschläge – an.
Man freut sich und liest sich die Stellenbeschreibungen durch und stutzt.

Das neue Super-Projekt „Best of“ gerät ins Schwanken.

Auf allen Vermittlungsvorschlägen kann man lesen, dass die Einstellungstermine für die „potentiellen“ Arbeitsstellen schon lange abgelaufen sind.


Stinksauer

In diesem Artikel geht es nicht um Betrug oder dass Arbeitslosen mit dubiosen Tricks das Geld aus der Tasche gezogen wird.
Es geht auch nicht um private Arbeitsvermittler.

Es geht darum, wie die Arbeitsagenturen bzw. die „Arbeitsgemeinschaften Sozialgesetzbuch Teil 2“ (kurz: ARGE) Arbeitslosen – politisch korrekt: Arbeitssuchenden – Geld aus der Tasche ziehen wollen.
Dies hat mit Kürzungen beim Arbeitslosengeld Ⅰ oder Ⅱ bzw. Sozialhilfe nichts zu tun.

Die ARGEn und Arbeitsagenturen erstellen von ihren sog. Kunden‑ also Arbeitssuchenden‑ Profile, in denen deren Qualifikationen und Schlüsselkompetenzen hinterlegt sind, um gezielt auf Stellenangebote reagieren zu können.
Das ist nichts Verwerfliches.

Anonymisierte Profile, in denen die berufsrelevanten Qualifikationen auftauchen, werde über die ARGEn bzw. die Arbeitsagenturen im Internet veröffentlicht.
So können Unternehmen nach passenden potetiellen Mitarbeitern suchen.

Bei „Best of“ bekommen die Arbeitslosen die Zugangsdaten – Benutzerkennung und Passwort – unabhängig voneinander in zwei Briefen zugeschickt, damit diese ihre Profil anpassen können.
Bei Fragen können sich die Arbeitslosen an eine Hotline wenden.

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(Aus einem Brief einer Arbeitsagentur)

Diese Hotline ist kostenpflichtig.

Es geht aber auch noch dreister.
In ARGEn und Arbeitsagenturen wurde eine „Service-Nummer Arbeit“ geschaltet, an die sich Arbeitslose werden können.

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Auch diese Telefonnummer ist eine sog. Share-Cost-Nummer und für den Anrufer kostenpflichtig.

Die ARGEn bzw. Arbeitsagenturen wollen also Geld mit der verdienen und den eigenen „Kunden“ Geld aus der Tasche ziehen.

Honi soit qui mal y pense!


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Pullover aus der Kleiderkammer, Brot von der Tafel, Mittagessen aus dem Abfalleimer.

Für viele ist dies leider alltägliche Realität.

Empfängern von ALG Ⅱ und Sozialhilfe bekommen zwar Zuwendungen vom Staat, doch es sind nur Almosen, mit denen man meist nicht auskommt.
Wenn man die Lebensmittel bezahlen kann, hakt es an der Miete, die mit dem arroganten Argument, sie sei zu hoch, nur zum Teil vom Staat finanziert wird.
In der Gesellschaft sind die sog. Hartz-IV-Empfänger, was als Sammelbegriff für „Empfänger von ALG Ⅱ und Sozialhilfe“ benutzt wird, in die Ecke der Nichtsnutze, Taugenichts und Arbeitsverweigerer gedrängt. „Hartz-IV-Empfänger“ werden nur als Zecken der Gesellschaft angesehen, anstatt mal darüber nachzudenken, wie Armut überhaupt entstehen kann. Sie sind die neuen Vogelfreien, die man, ohne etwas befürchten zu müssen, beleidigen, denunzieren und demütigen darf.
Politiker und sog. Promis machen es vor.
„Du zählst nur, wenn du zahlungsfähig bist.“
Das Geld als Maß aller Dinge, umkreist wie das goldene Kalb.
Auch das schon lange überfällige „Argument“, dass diejenigen Arbeit finden, die welche finden wollen, kommt wieder in die Schlagzeilen.
Armut ist Faulheit und wer keine Arbeit findet, ist selber schuld.
Arbeitslose und Armen hilft dieses Argument nicht, denn die, die sie als arbeitsscheu ansehen, kennen nicht die Realität.
In einer Gesellschaft, in der Geld das einzige Maß für Erfolg und Glück ist, dürfen Arme nicht existieren. Und wenn sie existieren, werden sie ignoriert und totgeschwiegen.
Es passt ja nicht ins Bild der „heilen Welt“, dass auf der einen Seite diejenigen sind, die für ein Abendessen orgiastisch genauso viel Geld verprassen wie Arbeitslose nicht mal im Monat zur Verfügung haben, und auf der anderen die in den Augen der Verpassenden „Arbeitsscheuen“ und „Loser“.

In manchen ehemaligen Arbeitsämtern wurden die ALG-I-Empfänger von den sog. Hartz-IV-Empfängern abgeschottet, damit die Noch-nicht-Hartz-IV-ler nicht in den Abgrund schauen müssen. Auch laufen Sicherheitskräften in manchen ARGEn herum und müssen aufpassen, dass die Geächteten nicht Randale schlagen oder gar laut die Wahrheit skandieren.

Arbeitslose sind keine Drückeberger, wie die mit den goldenen Löffeln im Mund gerne sagen, weil sie keine Ahnung von Realität haben.

Leben sie überhaupt in der Realität?


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Die Diätenerhöhung für Abgeordnete um 700 Euro ist bekanntlich durch die Abgeordneten selbst abgesegnet und genehmigt worden.

Endlich erfahren wir den „wahren“ Grund.
Bei der Tagesschau-Aktion „Ihre Frage nach Berlin“ sagte Schäuble, Innenminister mit Terror-Paranoia, unter anderem, dass Abgeordneten keinen Kündigungsschutz genössen und dass der „Beruf Abgeordneter“ für „Hochqualifizierte“ finanziell attraktiv bleiben müsse.

Die Frage dazu gestellt und diesbezügliche Kritik geäußert hatte übrigens ein sog. Hartz-IV-Empfänger, der mit einer Grundversorgung von 347 Euro monatlich auskommen muss.


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Die ARGEn haben pünktlich zum Jahresende wieder ein neues „Projekt“ aus der Taufe gehoben – „Best of“.
Sinn und Zweck dieses Projekts ist, Arbeitslose – politisch korrekt: Arbeitssuchende – in Arbeit zu bekommen – politisch korrekt: auf den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Was ist „Best of“?

Weiterlesen


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Momentan – vom 3.12. bis zum 14.12.2007 – findet auf Bali die Klimakonferenz der Vereinten Nationen statt.
Klimaforscher hatten bekanntlich schon im Vorfeld gewarnt, dass ein Umdenken unbedingt notwendig ist, da es sonst zum Klimakollaps komme.
Die USA behaupten immer noch – wider besseren Wissen? –, dass nichts bewiesen sei.
Sie haben schon nicht das Kyoto-Protokoll anerkannt bzw. ratifiziert.
Auch diesmal „glänzen“ die USA wieder durch ihre blockierende Haltung, denn sie wollen sich im Gegensatz zu den anderen Ländern nicht zu verpflichtende Einschränkungen zu Treibhausgasen bekennen.

Es gibt noch Unbelehrbare!


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