Tiefflüge

Geistiger Tiefflüge, verbale Entgleisungen, Pisa-Momente etc.

Dass man manchmal nicht so gerne an die Schule erinnert werden will, kann man verstehen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Unterricht bei manchen Lehrern stellenweise grauenhaft war.
Nach einem Wissenstest in Mathematik wurde eine Kursteilnehmerin, die an dem Test gescheiert war, gefragt, welche Schulbildung sie habe.
Sie antwortete: „Hauptschule.“
Dann wollte die Dozentin wissen, wie viele Schuljahre sie absolviert habe.
Um ihrer Frage Nachdruck zu verleihen, schloss sie an: „Acht, neun oder zehn Schuljahre?“
Die Antwort war schlicht: „Ja!“


Andere Länder, andere Sitten …
Während einer lockeren Pause schaute sich ein neuer „Kollege“ die Telefonliste an.
Weil sich manche dort nur mit Vornamen verewigt hatten, fragte der Neue einen anderen: „Wie ist Dein Nachname?“
„Ich habe keinen“, antwortete der Angesprochene.
„Das glaube ich nicht“, entgegnete der Neue.
„Doch, doch“, nickte der andere, „ich komme aus Molwanien und wir haben nur einen Namen, den Vornamen eben.“
Irritiert wurde er angeschaut und der Neue fragte: „Moldawien? Das ist doch in Russland.“
„Nein! Molwanien, nicht Moldawien. Molwanien, das Land des krampfhaften Lächelns, wie es in der Landessprache heißt, war aber auch eine Sowjetrepublik. Molwanien liegt zwischen dem Ural und Europa. Landesüblich haben wir eben nur den Vornamen, der bei uns eben Rufnamen heißt, weil sich bei einem Namen jawohl Vor‑ und Nachname erledigt hat.“
„Ah ja“, bestätigte der Neue und glaube auch den Unsinn, weil der „Molwanier“ so glaubwürdig und treuherzig geschaut hatte. Dann wandte er sich an die Tischnachbarin des „Molwaniers“ und fragte: „Und wie heißt du mit Nachnamen?“
„Wieso?“ fragte diese genervt.
„Weil Dein Nachname auch nicht hier auf der Liste steht.“
Bezüglich dessen, dass der Neue sich innerhalb kürzester Zeit in der Gruppe unbeliebt gemacht hatte, meinte die Angesprochene: „Ich komme auch aus Molwanien.“


Sprung ins Tintenfass

Bei einer „Job-Plus-Maßnahme“ wurden – wie bereits berichtet – Tests und ein Diktat geschrieben.
Man sollte natürlich annehmen, dass die Trainer bzw. Dozenten zumindest der deutschen Sprache mächtig sind.
Mitnichten!
Und mit Neffen auch nicht!
Vor einem Diktat fragte ein Kursteilnehmer, ob für das Diktat die aktuelle Rechtschreibung gelte. Die Dozentin bestätigte dies.
Als nun die Lösung besprochen und Wörter auf die Tafel geschrieben wurden, fragte eben jener Kursteilnehmer, warum „Pommes frites mit Mayonnaise“ denn nun falsch sei und „Pommes frites mit Majonäse“ richtig.
Die Dozentin meinte, dass es laut der neuen Rechtschreibung „Majonäse“ zwingend notwendig sei, die eingedeutschte Art zu schreiben.
Der Kursteilnehmer legte Veto ein, indem er sagte, dass die neue Rechtschreibreform – gültig ab 2006 – rechtschreibungstoleranter sei.
Dem Kursteilnehmer stieß auch auf, dass die Schreibweise „kennenlernen“ angeblich falsch und laut Dozentin „kennen lernen“ (zwei Worte) richtig sei.
Ebenso intervenierte er bei der angeblich einzig richtigen Schreibweise „Bestellliste“, da er sich sicher sei, dass „Bestell-Liste“ genauso richtig sei.
Die Dozentin stellte sich stur und spielte mal wieder ihre Arroganz aus, und der Kursteilnehmer konnte sich nicht wehren, weil er nur einen nicht aktuellen elektronischen Duden bei sich hatte.
Zu Hause schaute er in seinen neuen Duden vom August 2006 – den aktuellen – und stellte fest, dass die Dozentin unrecht hatte.
Laut aktuellem Duden gab es tatsächlich eine höhere Toleranz bei der Schreibweise.
So ist z.B. sowohl „kennenlernen“ als auch „kennen lernen“ korrekt. Das Gleiche gilt für „Mayonnaise“ und „Majonäse“ sowie für „Bestellliste“ und „Bestell-Liste“.
Der Kursteilnehmer drückte der Dozentin am nächsten Morgen den aktuellen Duden in die Hand, was ihr nicht wirklich beliebte.
In der Pause saß die Dozentin im sog. Lehrerzimmer und die Tür stand einen Spalt offen.
Was konnte man sehen?
Die Dozentin korrigierte die am Vortag geschriebenen Diktate und schaute sehr oft in den Duden – Ausgabe August 2006.


Joker

Die Redewendung „An Sonn‑ und Feiertagen“ ist für manche Leute nicht so einfach. Bei einem Arztbesuch konnte ich lauschen, wie eine medizinisch-technische Assistentin (MTA) telefonisch einem Mann mitteilte, wie er über eine Woche verteilt bestimmte Tabletten dosieren musste.
Hören wir einfach mal hinein!
„Die Dosierung ist ganz einfach“, meinte die MTA, „montags eine ganze Tablette .. dienstags eine halbe … mittwochs eine halbe … donnerstags eine ganze … freitags eine halbe … samstags eine halbe und sonntags eine halbe. Dann wieder montags eine ganze … wie gehabt. Sie können sich die Dosierung merken. Der Turnus fängt montags immer wieder an und endete sonntags.“
Sie horchte dann und sagte nach einigen „Ja!“ schließlich: „Nein, Neujahr ist zwar ein Feiertag, gilt aber nicht als Sonntag. Neujahr ist auf einem Montag, also müssen Sie die Dosierung von Montag wählen, also eine halbe Tablette.“
Sie horchte wieder und meinte dann: „Nein, es gilt der Wochentag und dabei ist unerheblich, ob der Einzelhandel Sonn‑ und Feiertage gleichsetzt.“
Ein weiterer Kommentar erübrigt sich hier.


The Joker

Vor einigen Tagen saß ich wegen eine sehr starken Erkältung im Wartezimmer beim Arzt.
Irgendwann betrat ein alter Mann die Praxis und meldete sich an.
„Sie können sofort mitkommen“, meinte die medizinisch-technische Assistentin, „In Ihrer Akte steht, dass Sie heute mit EKG dran sind.“
„Nein, nein“, winkte der Mann ab, „heute ist es mir zu kalt.“


Joker

In einem Fragebogen sollten Fragen zur Gegenwart und Vergangenheit Deutschlands beantwortet werden.
In der Gruppe wurden anschließend die Antworten vorgestellt und besprochen.
Eine Frage unter vielen war : „Innerhalb welcher Zeitspanne herrschte in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Deutschland eine Diktatur?“
Die Antwort lautet natürlich : „1933 – 1945.“
„Wie soll ich das wissen?“ beschwerte sich ein Gruppenmitglied, „da war ich noch nicht geboren.“


Joker

Man muss nicht unbedingt auf dem Laufenden sein, wenn man mal rein zufällig die ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“ anschaut. Man muss aber auch nicht unbedingt sehr erfahren in Emotionen sein …
Ich wollte vor ein paar Tagen die Krimi-Serie „Der Kriminalist“ im ZDF anschauen, und es war noch nicht so spät. So schaltete ich schonmal das ZDF ein, um nichts zu verfassen.
Es lief noch „Forsthaus Falkenau“.
Die Szene stellte sich wie folgt dar.
Der Förster sitzt mit Familie am Tisch und grübelt ziemlich verdrießlich vor sich hin.
Ein Sohn kommt herein und danach strahlen erstmal alle Anwesenden.
Er will wie viele an diesem Tag der Tochter des Försters zum ihrem Examensabschluss, dem „Doktor-Titel“ (!!!), gratulieren.
Es wird sich umarmt, gekuschelt, Familienidylle pur.
„Und wie geht es sonst?“ will der Sohn wissen.

Gefühlsumschwung!

Der Förster setzt sich schwerfällig – oder fällt bedingt durch die Sorgen, die auf seinen Schultern lasten, – auf die Bank zurück und verfällt in tiefe Depressionen.
Eine „Die Welt ist grausam und ungerecht“-Stimmung herrscht und alle schweigen.
Theatralik strömt durch Wälder und Auen. Das Waldsterben ist dagegen nur eine klitzekleine Erkältung eines missgestalteten Tannenbaums.
Der Förster schaut seine Herzallerliebste sehr sehr traurig an, und der Zuschauer befürchtet, dass der Förster im nächsten Moment ein geladenes Gewehr unter den Tisch hervorholt und sich damit erschießt.

Vonwegen!

Kameraschwenk wieder zur Herzallerliebsten des depressiven Försters, in dessen Mimik elende Sorgen zu sehen sind.
Im nächsten Augenblick Kameraschwenk auf einen überglücklichen Förster, dessen Gesicht vor Freude strahlt.
„Ist egal“ verkündet der Förster in Geberlaune noch freudestrahlender als je zuvorund springt auf, „jetzt wird gefeiert.“

Was für eine dramaturgische Meisterleistung!

Heile Welt im deutschen Vorabendprogramm.
„Volksmusik ist Volksverdummung“ heißt es.
Für „Forsthaus Falkenau“ gibt dies in besonderem Maße.


Joker

Vater Staat und Mutter Natur

Während einer Diskussionsrunde ging es darum, wer von Arbeit profitiere, z.B. man selbst, der Partner, die Familienmitglieder, der Arbeitgeber etc.
Die Diskussionsleiterin fragte irgendwann: „Wer profitiert noch?“
„Vater Staat“, sagte jemand.
„Und gibt es noch jemand, der profitiert?“ hakte die Diskussionsleiterin nach.
Als spontane Antwort kam: „Mutter Erde.“


Ein wütender Syntronica

Der „Bauhof der Sinne e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein, der die Ausstellung „Physik zum Anfassen“ organisiert hat.
Auch die Ausstellung wird im Allgemeinen „Bauhof der Sinne“ genannt.

Bei der Arbeitsgemeinschaft Sozialgesetzbuch Teil Ⅱ (ARGE SGB Ⅱ) ist dies jedoch nicht so einfach.
Der „Bauhof der Sinne“ hat zusammen mit seinem Kooperationspartner Anforderungsprofile für sog. „Brückenjobber“ – das ist das politisch korrekte Wort für Ein-Euro-Jobber – erstellt, die der „Bauhof der Sinne“ beschäftigen möchte. Darunter fallen z.B. Personen, die Führungen beiwohnen, den Besuchern physikalische Zusammenhänge erklären, aber auch Personen, die im Laden und in der Cafeteria arbeiten.
Nun begab es sich vor kurzem, dass die ARGE SGB Ⅱ diese Stellen besetzen wollte.
Sie schickte jemanden beim „Bauhof der Sinne“ vorbei.
Dieser kam auch gerade zu der Zeit, als beim „Bauhof der Sinne“ zwei Schulklassen zu Besuch waren.
Die beiden Verantwortlichen für die Ausstellung sprachen kurz mit ihm und wunderten sich danach doch sehr, nicht über den Bewerber.
Die Essenz des Bewerbungsgesprächs soll nun kurz nachgestellt werden.
Der Bewerber war etwas verstört, was man verstehen kann.
„Schön, dass wir nun jemanden für «Physik zum Anfassen« gefunden haben“, sagte der Ausstellungsleiter.
Der Bewerber schaute überrascht und meinte: „Ich habe aber keine Ahnung von Physik.“
„Naja, das müssen Sie auch nicht unbedingt. Wir wachsen alle hinein. Wir wissen auch nicht alles. Die Kinder sollen ja auch selbst überlegen, wie etwas funktioniert. Sie müssen nur offen für Neues sein und mit Kindern umgehen können.“
„Ich habe keine Kinder“, antwortete nun der Bewerber.
„Kein Problem“, sagte der andere Museumsverantwortliche, „ich habe auch keine Kinder. Man gewöhnt sich daran und es macht sogar Spaß. Welchen Beruf haben Sie eigentlich?“
„Maurer“, kam eine schnelle Antwort, „die ARGE hat mir gesagt, dass ich hier beim Bauhof als Maurer arbeiten soll.“
Die beiden Verantwortlichen wechselten einen verwirrten Blick und begriffen dann.

„Bauhof der Sinne“ – „Städtischer Bauhof“ – Maurer!

Den Bewerber traf keine Schuld. Er kam im guten Glauben, im „Bauhof der Sinne“ als Maurer eine Anstellung zu finden und musste nun miterleben, dass die Fallmanagerin von der ARGE wohl etwas durcheinander geworfen hatte.
Es ist ja so, dass die Fallmanager der ARGE und der Arbeitsagenturen von ihren „Schützlingen“ verlangen, dass sie z.B. Bewerbungen ganz genau schreiben.
Wie sieht es dann bei den Fallmanagern selbst aus?
„Bauhof“ = Maurer !!! (Pawlowsche Hunde?)
Hätten Sie nicht mal ihre Arbeit vernünftig machen können und etwas weiterdenken bzw. in der Stellenanforderung weiterlesen können (mehr als die Überschrift) ?


Syntronica

Kostenpflichtige Abmahnungen gegen private Homepages?

Seit Jahren bekommen unbedarfte kleine Webmaster und Homepagebesitzer aus heiterem Himmel Abmahnungen mit Gebühren von über 500 Euro bis zu (in Einzelfällen) 10 000 Euro.
Die Tendenz ist steigend!

Wie ist das überhaupt möglich?

  • Jeder der etwas im Internet veröffentlicht, also jede Webseite (den Ausdruck „privat“ gibt es im Internetrecht überhaupt nicht), unterliegt automatisch dem Wettbewerbsrecht – und dem neuen Urheberrecht sowieso.
  • An jedem schöpferischen Produkt – Foto, Grafik, Soundatei Text, Zitat etc. – besteht ein Urheberrecht. Es gibt im deutschen Recht kein „Public Domain“. Jeder der mehr als seinen persönlichen Lebenslauf und Privatfotos veröffentlicht, liefert sich automatisch der Willkür von Rechteinhabern und deren (selbsternannten) Vertretern aus.
  • Das deutsche Recht erlaubt es, dem Abgemahnten Anwaltsgebühren in Rechnung zu stellen. So kommen mit einem einzigen Verwarnbrief erhebliche Gebühren von 500 Euro aufwärts zustande!

Was kann man tun?

Seit Jahrzehnten schon wird die deutsche Politik und Gesetzgebung im wesentlichen durch Interessenverbände und Lobbies bestimmt.
Privatpersonen und kleine Unternehmen haben keine Lobbies.
So wundert es wenig, dass sich im Laufe der Jahre im Internet eine Gesetzgebung etablieren konnte, die Interessen und Schutzbedürfniss von Privatpersonen mit Füßen tritt.

Es gilt jetzt

  • ein Problembewußtsein zu schaffen, zu informieren und auf Missstände hinzuweisen. Und zwar nicht in einem Internet-Magazin auf Seite XYZ, sondern in der großen Öffentlichkeit.
  • Ein Gefühl der Solidarität unter den Webmastern herzustellen. Eine Lobby der kleinen nicht‑ und semiprofessionellen Webseiten, denn noch sind wir in der Mehrheit.

WIR sind das Internet!

Besucht Rettet-das-Internet.de und tragt Euch in die Liste ein!


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