Standpunkt

Standpunkte, Kommentare, Meinungen

Krieg Collage von Syntronica

Laut libanesischer Regierung hat George W. Bush zugesagt, auf Israel einzuwirken, damit diese die Angriffe gegen den Libanon stoppten.

Derweil werden weltweite Proteste laut, die einen Stopp der Bombardierung fordern.

Deutschlands Außenminister Frank-Walther Steinmeier sprach telefonisch mit Ministern von Anrainern von Israel und dem Libanon, aber auch mit seinen Kollegen aus Ägypten, Syrien und auch mit seiner israelischen Außenministerin Livni.
Es geht Steinmeier vor allem um Deeskalation.

Frankreichs Präsident Chirac kritisierte den militärischen Einsatz von Israel als völlig unangemessen als Reaktion auf die Entführung zweier Soldaten durch die Hisbollah .
Er verurteilte die kriegerischen Handlungen als unzulässig, inakzeptabel und unverantwortlich.

Der Ratspräsident der EU, Tuomioja, äußerte sich sehr besorgt und befürchtet, dass andere Länder in den Konflikt mit hineingezogen werden können, was einen unkontrollierten Flächenbrand zur Folge haben könnte.

Der russische Präsident Putin rief sowohl Israel als auch den Libanon auf, alle Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen. Putin erklärte, dass keine Geiselnahme akzeptabel sein. Er verurteilte aber scharf die Anwendung von Gewalt als Antwort darauf. Ein russischer Sondergesandte wird sich im Nahen Osten ein Bild der Lage machen.

Die Türkei forderte die sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen.

Viele Länder riefen den UN-Sicherheitsrat an und forderten ein Einschreiten, falls die Kampfhandlungen weitergeführt würden.

Es zeugt nicht von Intelligenz, von Kritik an israelischer Politik auf Antisemitismus zu schließen.


Fliegerbombe düster

Israel gibt bekanntlich keine Ruhe, wenn es um kriegerische Handlungen geht.
Einerseits Kooperation mit der palästinensischen Regierung heucheln, ein paar Minuten später wird eine Morddrohung gegen den Präsidenten von Palästina ausgesprochen. Einige Minuten später greifen israelische Truppen irgendwo irgendwas im Palästinensergebiet an.
Israel hat immer und immer wieder eine scheinheilige Ausrede parat, warum sie in den Gaza-Streifen einfallen, dort herumbomben.
Seit zwei Tagen beschießen sie den Libanon, angeblich um Hisbolla-Stellungen zu zerstören.
Seit wann sind Hisbolla-Stellungen Flughäfen?

Die Verantwortung für die aktuelle Situation trägt nicht Israel, sondern die libanesische Regierung, die seit Jahren nicht ihrer Verpflichtung nachkommt, die terroristische Hisbollah aufzulösen„, gab Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden bekannt.

Immer sind die anderen schuld.

Fragwürdig ist die Meinung der USA zu dem o.g. Krieg, so kann man die Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem Libanon wohl nennen.
Die USA haben eine Resolution der UNO im Sicherheitsrat mit einer zu hinterfragenden Begründung gestoppt.

Im Licht der Entwicklungen auf dem Boden glauben die Vereinigten Staaten, dass diese Resolution nicht nur zum falschen Zeitpunkt kommt, sondern auch überholt ist. Wir haben gerade erst eine massive Eskalation durch die Hisbollah erlebt.

Verlogener und kleinkarierter kann man nicht sein.

Nachtrag (unkommentiert):
„Opfer unter der Zivilbevölkerung und die Zerstörung von Infrastruktureinrichtungen im Libanon müssten vermieden werden“, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice.

Es zeugt nicht von Intelligenz, von Kritik an israelischer Politik auf Antisemitismus zu schließen.


Kurz bevor Mr. Bush, der Repräsentant der U.S.Kriegspolitik, wurde dieses Transparent am Turm der Marienkirche in Stralsund befestigt.

Marienkirche Stralsund - Transparent


Nicht willkommen, Bush

Für eine friedliche und soziale Welt!

Von 12. Juli bis 14. Juli wird der Repräsentant der US-Kriegspolitik Deutschland besuchen.

Er will dabei die Zusammenarbeit im „Kampf gegen den Terror“ vertiefen.
Aber der Krieg der USA gegen den Irak ist selbst terroristisch und Quelle immer neuer Gewalt.
Menschenrechte, internationale Übereinkünfte und ökologische Verantwortung, all dies wird einem rücksichtslosen Gewinn‑ und Machtstreben im Rahmen der neoliberalen Globalisierung untergeordnet.

Mehr als 100.000 Menschen im Irak verloren in den letzten Jahren bereits ihr Leben, in ihrer großen Mehrheit unbewaffnete Zivilisten.

Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig.

Die Kriegsverbrechen der US-Streitkräfte im Irak wie das Foltern von Gefangenen verletzen elementare Menschenrechte.
Wir fordern von der Bundesregierung, die Kriegsgefolgschaft zu verweigern!

Die deutsche Bundesregierung leistet beträchtliche Hilfe für den Kriegskurs der USA:

  • durch die Nutzung der hier gelegenen Militärflughäfen, darunter Rhein/Main-Airbase, Ramstein und Spangdahlem;
  • durch die Bewachung der US-Militäreinrichtungen;
  • durch den Bundeswehreinsatz in Afghanistan und am Horn von Afrika; sowie
  • durch die Ausbildungs‑ und Materialhilfe für irakische Truppen.

Die Bundesregierung hat bereits im Krieg gegen Jugoslawien das grundgesetzlich verbriefte Verbot des Angriffskrieges gebrochen.
Sie betreibt planmäßig und in großem Umfang den Umbau der Bundeswehr zu einer weltweit einsetzbaren Interventionstruppe und gehört in der EU zu den treibenden Kräften der europäischen Militarisierung.

Forderungen:

  • Schluss mit der Militärgewalt gegen die Zivilbevölkerung im Irak!
  • Beendigung der Besatzung; Selbstbestimmung der Bevölkerung im Irak!
  • Bestrafung aller Verantwortlichen für Folter, Misshandlung von Gefangenen und Angriffe gegen Zivilisten!
  • Schluss mit der Beteiligung von NATO, EU und Bundeswehr am Krieg im Nahen und Mittleren Osten! Keine militärische Intervention im Iran!

Um die drängenden Probleme der Menschen global friedlich lösen zu können, braucht die Welt keine Kriegsallianzen und keine US-Alleingänge, sondern solidarische Zusammenarbeit.

Deshalb treten wir ein:

  • für ein ziviles und soziales Europa, gegen die Verpflichtung zur Aufrüstung in der EU-Verfassung;
  • für die Anerkennung und Bekämpfung der Ursachen von Terrorismus, wie Armut, Perspektivlosigkeit, Ausbeutung und Ungerechtigkeit;
  • für eine gerechte wirtschaftliche und soziale Entwicklung unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte.

Europäische Politik muss Friedenspolitik sein – Abrüstung statt Sozialabbau!

Eine friedliche Welt ist möglich!


Not welcome Bush

For a peaceful and social world!

From July 12th to July 14th the representative of the U.S. politic of War will visit Germany.
He intends to intensify the cooperation in the so-called „war against terror“.
But the U.S war against Iraq is a terrorist act itself creating violence instead of diminishing it.
Human rights, International Agreements, and Ecological Responsibilities are treated as inferior to the ruthless hunt for profits and power that the Neo-Liberal globalistic practitioners are trying to teach the world.
Already more than 100.000 Iraqi people lost their lives in the last years, most of them unarmed civilians.

This war is a violation of International Law.

The War crimes of U.S. Military Forces in Afghanistan and Iraq ignore basic Human Rights.
We demand of our government not to follow the U.S.A. into this war!

The German Government already gives considerable aid to the aggressive course of the U.S:

  • by supporting local military airbases as Rhein/Main-Airbase, Ramstein and Spangdahlem; by guarding U.S. military facilities;
  • by sending Bundeswehr troops to Afghanistan and the Horn of Africa; and
  • by training courses and equipment provision for Iraqi troops.

The German government has acted against the prohibition to participate in a non-defensive war already during the war in Yugoslavia.
It now wilfully, and, on a large scale executes the remodelling of the Bundeswehr into an Intervention Force, to be utilized worldwide, and inside the EU belongs to the driving forces behind European Militarizeation.

We demand:

  • the termination of military violence against Iraqi civilians!
  • an end to the occupancy; self-determination of the Iraqi people!
  • punishment of all those responsible for torture, abuse of prisoners and attacks on civilians!
  • an end to the NATO’s, the EU’s and the Bundeswehr’s participation in the war in the Near and Middle East. No military intervention in Iran!

To peacefully and globally solve the pressing problems of (wo)man, the world does not need waralliances nor U.S. solo flights, but solidarity and cooperation.

We aim to further:

  • a just and lasting, balanced, economical, and social development with a consideration for
  • ecological aspects;
  • a Civil and Social Europe against mandatory armament in the EU constitution;
  • the acceptance of poverty, lack of perspective, exploitation and injustice as causes of terrorism and the opposition of these factors.

European politics must be the Politics of Peace – Disarmament instead of Social Degradation!

A peaceful world is possible!


Malvenue, Mr. Bush

Pour un monde de paix et de justice sociale!

Le 12 juillet jusqu’au 13 juillet, le représentant de la politique belliciste américaine va venir en Allemagne.
Il compte ainsi approfondir la coopération en matière de «lutte contre la terreur».
Mais la guerre menée par les Etats-Unis contre l’Irak est elle-même terroriste et source de violences incessantes.
Les droits de l’homme, les accords internationaux et la responsabilité écologique, tout est subordonné à l’impitoyable recherche du profit et du pouvoir dictée par la mondialisation néolibérale.
Plus de 100.000 personnes, pour la plupart des populations civiles sans armes, ont déjà trouvé la mort en Irak depuis des ans.

Cette guerre est contraire au droit international.

Les crimes de guerre commis par les forces armées américaines en Afghanistan et en Irak, comme la torture de prisonniers, violent les droits de l’homme les plus élémentaires.
Nous exigeons du gouvernement allemand qu’il refuse de suivre les Etats-Unis sur la voie de la guerre!

Le gouvernement allemand apporte un soutien considérable aux Etats-Unis en guerre :

  • en leur permettant d’utiliser leurs base militaires en Allemagne (Rhein/Main-Airbase, Ramstein et Spangdahlem entre autres),
  • en assurant la sécurité des établissements militaires en Allemagne,
  • en envoyant des troupes en Afghanistan et en Afrique,
  • et en prêtant soutien sur le plan de l’instruction et de la fourniture de matériels aux troupes irakiennes.

Le gouvernement allemand a déjà violé l’interdiction de guerre d’agression garantie par la Constitution lors de la guerre de Yougoslavie.
Il prépare une vaste restructuration de l’armée allemande pour en faire une troupe d’intervention susceptible d’opérer dans le monde entier et il est l’un des artisans de la militarisation de l’Europe au sein de l’Union Européenne.

Nous revendiquons :

  • L’arrêt des actes de violence militaire contre la population civile en Irak!
  • La fin de l’occupation et l’autodétermination pour la population irakienne!
  • La condamnation des responsables de tortures et de brutalités vis‑à-vis de prisonniers ainsi que d’agressions contre des civils!
  • La fin de l’engagement de l’OTAN, de l’Union Européenne et de l’armée allemande dans la guerre au Proche et Moyen Orient! Pas d’intervention militaire en Iran!

Pour résoudre les problèmes urgents de l’humanité de façon pacifique, le monde a besoin de solidarité et non d’alliances bellicistes et d’actions solitaires des Etats-Unis.

C’est pourquoi nous demandons :

  • Une Europe civile et sociale – Nous refusons la mention d’une obligation à l’armement dans la Constitution européenne
  • La recherche des causes du terrorisme que sont la pauvreté, l’absence de perspectives, l’exploitation et l’injustice, et la lutte contre ces causes
  • Un développement économique et social dans la justice et le respect des aspects écologiques.

La politique européenne doit être une politique de paix – Oui au désarmement, non au démontage social!

La paix dans le monde est possible!


Sehr sauer

Ein Beispiel für kundenfeindliches Verhalten habe ich heute bei der Post erlebt.
An einem Schalter standen zwei schwarze Marokkaner. Einer von ihnen wollte Geld abheben.
Er zeigt seinen Ausweis und seine Kundenkarte von der Postbank.
Die Frau hinterm Schalter prüfte, ob er wirklich der Inhaber des Kontos war.
Sie schaute sich den Ausweis und Kundenkarte längere Zeit an und verglich die Daten mit denen, die sie auf dem Monitor vor sich las.
„Nein, da kann ich nichts machen“, sagte sie dann.
Der Marokkaner fragte nach und sie erklärte ihm, dass „ein Buchstabe zu viel“ sei.
In gebrochenem Deutsch erklärte ihr der Marokkaner, dass er der Inhaber des Kontos sei.
Sie lehnte aber weiterhin ab.
Ich stand am Schalter daneben und bekam mit, dass beiden Schwarzen sich auf Französisch mit marokkanischem Akzent unterhielten.
Der Marokkaner nahm noch einen Anlauf und scheiterte wieder an dem „Nein“ der Postbeamtin.
«Excusez-moi, messieurs», mischte ich mich ein, «Pourrais-je vous aider ?»
(„Entschuligen Sie meine Herren“ … „Dürfte ich Ihnen helfen?“)
Die Marokkaner waren froh und fragten genau nach, wo das Problem sei.
Ich fragte die Beamtin und bekam als Antwort, dass „im Computer ein Buchstabe zu viel“ sei.
Ich übersetzte und der Marokkaner erzählte mir, dass wohl ein Irrtum vorliege und dass er der Kontoinhaber sei.
Er zeigte mir daraufhin seinen Pass und die Kundenkarte.
Er wollte wissen, ob die Adresse den falsch sei.
Die sei richtig, bestätigte mir die Postbeamtin.
Ich fragte mich, wo das Problem lag, erkannte es aber nicht.
Der Marokkaner fragte mich, ob denn das Geburtsdatum übereinstimme.
Auch dies sei richtig, bestätigte die Frau von der Post.
„Womit haben Sie eigentlich ein Problem?“ fragte ich sie.
Sie sagte, auf dem Ausweis und auf der Kundenkarte stehe ein anderer Name.
Sie verwies darauf, dass „im Computer ein Buchstabe zu viel“ sei.
„Gute Frau“, begann ich, „da dieser Zeitgenosse einen für Deutsch wohl nicht einfach auszusprechenden Namen hat, kann es natürlich bei der Dateneingabe passiert sein, dass der durchaus lange Name irrtümlich falsch eingegeben wurde.
Es spricht aber auch etwas für einen Fehler, da die Kundenkarte die richtige Schreibweise enthält.“
„Aber der Name ist anders“, kam eine emotionslose Antwort.
Parallel übersetze ich immer von Deutsch ins Französische.
„Gute Frau, stimmen denn die Bankleitzahl und die Kontonummer überein?“
„Ja, aber ich kann nichts machen, weil der Name anders ist. Im Computer ist ein Buchstabe zu viel.“
Ich versuchte es noch ein paarmal, doch ohne Erfolg.
Die Marokkaner verließen sehr erregt die Postfiliale, nachdem sie sich bei mir bedankt hatten.
Sie wollen sich bei der Postdirektion beschweren, wie ich ihnen vorgeschlagen habe.


In Sachsen-Anhalt haben Neonazis öffentlich eine Bücherverbrennung durchgeführt.
In die Flammen wurde „Das Tagebuch der Anne Frank“ geworfen.
Der ortsansässige Bürgermeister ist nicht dagegen eingeschritten.
Etwas später hat der Leiter des Ordnungsamtes der „Veranstaltung“ ein Ende gemacht.
Der Bürgermeister meinte lapidar, er wäre zu der „Veranstaltung“ gegangen, weil er versucht habe, Jugendliche durch Toleranz von rechter Gesinnung abzubringen.
Der Bürgermeister hat wegen Drucks aus der eigenen Partei diese verlassen, sein kommunales Amt will er aber nicht abgeben und hat es noch inne.

Namhafte und bekannte Politiker haben umgehend darauf reagiert.
Wer sich gegen Rechts einsetze, beteiligt sich nicht an solche menschenverachtenden Aktionen, war zu hören.
Die Bücherverbrennung wurde als eine schwer wiegende, krasse Grenzverletzung, die das Andenken Ermordeter in den Dreck zieht, verurteilt.
Sie sprachen auch über „schockierende Zustände“, „verabscheuenswürdig“, „Zeit, Konsequenzen zu ziehen“, „menschverachtend“ etc.
Wenn man sich anschaute, wie viele „anständige Bürger“ die Bücherverbrennung geduldet haben, erscheinen die Äußerungen der Politiker allerdings in einem völlig anderen Licht. Mir scheinen die „Volksvertreter“ eher Pawlowsche Hunde* zu sein.

Ein Reiz – in diesem Fall die Tat einer rechten Gruppe – impliziert eine genau vorhersehbare Handlung bzw. einen Redefluss von Standardfloskeln.
Wenn man sich näher mir Neonazis befasst, bemerkt man sehr schnell, dass viele Bürger einfach wegschauen, wenn Neonazis „Aktionen“ durchführen.
Vielfach wird aber auch der Rechtsextremismus klein geredet.
Der Rechtsextremismus ist keine „Randerscheinung“ oder „Protestwählen“, wie viele Politiker behaupten.

Im Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalens von 2005 kann man in den Kapiteln über „Rechtsextremismus“ nachlesen, dass der Rechtsextremismus keine Randerscheinung ist.
Aufgrund vieler Wahlalternativen steht auch im Verfassungsschutzbericht NRW 2005 zu lesen, dass von Protestwählen überhaupt nicht die Rede sein kann, denn das wäre ein Verschließen der Augen vor der Realität.
Rechtsextremismus sei ein gesellschaftliches Problem und werde gezielt von Neonazis in die Köpfe von Kindern und pubertierenden Jugendlichen gesät.
Die Verharmlosung durch breite Schichten der Bevölkerung sei auch schuld an der Ausbreitung des Rechtsextremismus.

Kennen wir Alle nicht diese Floskel „Sag bloß nichts oder willst Du, dass man Dich verprügelt?“?

Stillschweigend werden auch rassistische „Witze“ über farbige Mitbürger oder Andersdenkende geduldet und sich darüber amüsiert.
Später darauf angesprochen, warum man über den Witz gelacht habe, kommt das Scheinargument „Weil alle gelacht haben.“ oder „Ich weiß auch nicht.“ ans Tageslicht.
Auch die Floskeln „Der war doch gut. Stell Dich nicht so an!“ oder „Halt mir keine Moralpredigt!“ dürfte jeder kennen.

Im Stern wurden Namen und Gesichter von etwas achtzig durch deutsche Neonazis getötete Menschen veröffentlicht.
Der Aufschrei war groß.
Wann ist der Artikel aber vergessen?

Bald!

Oder schon längst!

Eine weitere Frage, die man sich in diesem Zusammenhang stellen sollte, ist, ob die „breite Masse des deutschen Volkes“ Integration möchte.
Anhand von Berichten, wenn ausländische Mitbürger von Neonazis provoziert oder verprügelt werden, hört man etwas wie „Mehmet XYZ, Deutscher türkischer Herkunft“, „Der Deutschlibanese Ali XYZ“, „der in Tansania geborene Deutschafrikaner Youssou XYZ“.
Spielt es eine Rolle, ob ein Deutscher in Deutschland geboren wurde, ob seine Eltern aus dem Ausland stammen und/oder Deutsche sind, ob er schwarze, weiße oder eine andersfarbige Haut hat?

Kann man nicht einfach berichten : „Von Neonazis wurde Mehmet XYZ verprügelt.“?
Allein schon der Unterschied zu „Von Neonazis wurde Mehmet XYZ, Deutscher türkischer Herkunft verprügelt.“ ist gravierend.
Bei der ersten Variante stehen die prügelnden Neonazis im Mittelpunkt, in der zweiten der „Deutsche türkischer Herkunft“.

Ist der Hinweis „Deutscher türkischer Herkunft“ ein Beweis mangelnder Akzeptanz von Integration?


*:
Die Bezeichnung Pawlowscher Hund bezieht sich auf das erste empirische Experiment des russischen Forschers Iwan Pawlow zum Nachweis der klassischen Konditionierung.
Der Forscher Pawlow hatte durch Zufall beobachtet, dass bei Zwingerhunden schon die Schritte des Besitzers Speichelfluss auslösten, obwohl noch gar kein Futter in Sicht war.
Er vermutete, dass das Geräusch der Schritte, dem regelmäßig die Fütterung folgte, für die Hunde mit Fressen verbunden war.
Der vorher neutrale akustische Stimulus (Schrittgeräusch) werde im Organismus des Hundes mit dem Stimulus „Futter“ in Verbindung gebracht.
Um diese Hypothese zu prüfen, gestaltete er ein entsprechendes Experiment.
Auf die Darbietung von Futter, einem natürlichen Reiz, folgt Speichelfluss, auf das Ertönen eines Glockentons nicht.
Wenn aber der Glockenton wiederholt in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Anbieten von Futter erklingt, reagieren die Hunde schließlich auf den Ton allein mit Speichelfluss.
Dieses Phänomen bezeichnete Pawlow als Konditionierung.


Leicht sauer

Da ich beim Arzt Wartezeit hatte und keine anderen Zeitschriften vorhanden waren, nahm ich aus Langeweile ein Klatschblatt und blätterte gelangweilt darin herum.

Da mich immer die Standhaftigkeit von Udo Jürgens zu politischen und aktuellen Fragen interessiert hat, las ich das Interview.

Ach ja!
Udo Jürgens hat auch Angst davon, ein Pflegefall zu werden.

Das Interview, das ich mir durchlas, relativierte sich zum Aufmacher auf dem Deckblatt.
Udo Jürgens, forsch wie immer, redete darüber, dass er ab und zu altersbedingt unter Rückeschmerzen leide, gab aber auch einen Grund an. Als Kind habe er einen starken Wachstumsschub bekommen und habe dadurch bedingt in der Schule krumm gesessen.
Er habe zu der Zeit schon ab und zu Rückenschmerzen wegen einer kleinen Schiefstellung der Wirbelsäule gehabt.
Und er habe auch eine Brille, berichtete er, da er Probleme habe, Verkehrsschilder zu erkennen. Sein linkes Auge habe nur noch eine Sehkraft von etwa zehn Prozent.
Er plauderte weiter über sich und ließ auch nicht aus, dass er als Kind beim Spielen einen heftigen Schlag auf ein Ohr bekommen habe und er schätze, dass dadurch dreißig Prozent Hörvermögen verloren gegangen seien.
Auf sein Alter von einundsiebzig Jahren angesprochen, sagte er, dass das Schlimmste, was er sich vorstellen könne, sei, ein „Tattergreis“ zu sein, der kaum noch Lebensfreude empfinde.

Ja, wenn er bzw. das Klatschblatt sonst keine Probleme haben!

Jeder Mensch wird älter und jeder hat seine eigene Geschichte durchlebt.

Peinlich wird es, wenn man sich die Berichterstattung der Klatschpresse näher anschaut.
Einen Namen nennen brauche ich hier nicht, denn zwischen den vielen Blättern dieser Art gibt es keinen Unterschied.
Auf dem Deckblatt werden tränendrückerische Aufmacher gesetzt wie oben gesehen.
Die Fans der „Promis“ kriegen anscheinend fast einen Herzinfarkt, wenn sie vom ach so schlimmen Leben ihres „Promis“ erfahren. Um alles genau zu erfahren, kauft man dann diese Blätter.

Mitleid hat schon immer gezogen.


Kalender
Juli 2018
M D M D F S S
« Jun    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  
Suchen und Finden
Wetter Wetter Wetter
Aktuelle Kommentare
  • Sabine Schneidewind: "Dank die m Herzbeben <3 "
       vom
    3. Juli 2018
  • Sabine Schneidewind: "In unseren Herzen wirst du immer weiterleben, auch wenn du über den Regenbogen gegangen bist. "
       vom
    11. April 2018
  • Syntronica: "Danke mein Glühwürmchen1 "
       vom
    24. August 2017
  • Gerhard Singheiser: "Herzlichen Glückwunsch zu eurem 2. Hochzeizszag. Weiterhin viel Liebe , Glück und in den Sozalnetzen kluge und aufklärende Kommentare. Besonders beglückwünschen möchte ich auch CORA,... "
       vom
    8. August 2017
  • Gerhard Singheiser: "Im Normalfall stimmt das, dass jeder das erntet was er sät. Leider gibt es Fälle in denen ungesät aber geerntet wird. Hoffentlich kommt die Rechnung... "
       vom
    31. Juli 2017
  • Sabine Schneidewind: "Dank Dir m Herzbeben <3 hab dich unendlich lieb m Schatz <3 "
       vom
    1. Juli 2017
  • Franz-Josef Baumann: "Wir (18-köpfige Gruppe) hatten bereits am 20.03.2017 eine Stocherkahnfahrt für den 27.05.2017 von 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr gebucht. Am 27.05.2017 06.31 Uhr wurden wir... "
       vom
    10. Juni 2017
  • Gerhard Singheiser: "Ich freue mich, dass Ihr es geschafft habt. Leider war ich beim ersten mal nicht dabei. Kann ich die Frequenzen bekommen? Ich wünsche Euch viel... "
       vom
    2. Januar 2017
  • Älter »    
Schlagworte und Stichworte
  • Archiv(e)