Kulturelles

Über Kulturen, stellenweise Fremdartiges etc.

Aha!

Heute in der Bäckerei in :

Nachdem ich Brötchen geordert hatte, schaute ich, ob ich noch etwas nehmen sollte.
Mein Blick fiel auf etwas Gebackenes.
Die Bedienung fragt: „Noch etwas?“
„Ja“, antwortete ich und zeigte auf ein gedrehtes Gebäck, „So eine Stange, bitte!“
Während die Bedienung das Gebäck einpackte, schaute ich mir die Schilder am Tresen an.
Dort standen schwäbische Wörter wie Burlis, Weckle, Zwiebele, Knausern etc.
Ich fragte: „Wie heißt dieses Gebäck?“ und wartete auf einen schwäbischen Ausdruck.

Die Bedienung sagte: „Gedrehte Käsestange mit Sesam.“


Privates

Anfang März bin ich mit dem Flugzeug nach Moskau geflogen.
Von Moskau ging es mit der Transsibirischen Eisenbahn weiter.
Wenn ich an die über neuntausend Kilometer (9288 km) Eisenbahnstrecke bis nach Wladiwostok denke, tut mir jetzt noch mein Gesäß weh.

Da die Transsib jeden zweiten Tag verkehrt, sind wir zwei Tage in Ulan-Ude geblieben und haben einen kurzen Abstecher nach Burjatien gemacht.

Unsere Gruppe kam auch kurz durch Koguschetien, was sich wie eine dünne Zunge in Burjatien hereinbohrt, etwa drei Kilometer breit, und acht Kilometer lang. Unsere Reiseführer wiesen uns daraufhin, dass wir in Koguschetien bitte nichts essen sollten, was einige aber taten, nachdem wir an einem abendlichen Umtrunk teilgenommen hatten.
Krank geworden ist keiner.

Mir ist auch aufgefallen, dass wir von den Einheimischen ferngehalten werden sollten, was aber nicht gelangt.

In einem Dorf kamen wir doch entgegen der Abwehrversuche der Reiseführer mit den Koguschen zusammen und tranken am Vorabend von „Nes Serf“ mit ihnen.
„Nes Serf“ ist ein traditionelles koguschetisches Fest.
Ihre Gastfreundschaft war so zuvorkommend, dass unsere Gruppe nicht anders konnte, als sich niederzulassen. Nicht nur mir fiel auf, dass eine Person sich von allen, auch den Touristen mit „Do Swindanja“ verabschiedete, was ich erstmal keine Bedeutung beimaß. In einigen Regionen Burjartiens wurde ja russisch gesprochen, vor allem, wenn dort die Bevölkerung mehrheitlich Russen waren.
Die Person, die sich von allen verabschiedete, war irgendwie seltsam, aber harmlos.
Nachher erfuhren wir, dass diese Personen mit einer Droge namens „Schiw Gew“ zugedröhnt war.
Nach ein, zwei Stunden zogen wir wegen des aufdringlichen Drängens der Reiseleitung weiter.

Als wir zwei Tage später wieder im Transsib saßen, erfuhren wir von zwei russischen Fahrgästen, was es mit „Nes Serf“ auf sich hatte.
Jetzt wurde auch klar, warum die Reiseleitung es so eilig hatte …
„Nes Serf“ war das höchste Fest der Koguschen.
Der Mann, der sich von uns verabschiedet hatte, sollte am nächsten Tag zu Tode kommen.
Er wurde dem höchsten Gott geopfert.
Auch wenn es sich jetzt grausam anhört, aber er wurde von den anderen Koguschen verspeist, um den Kontakt zwischen den Lebendigen und Toten zu halten.

Einer der russischen Mitreisenden meinte, der Geopferte würde noch gegessen, während er noch „warm“ wäre.

Darüber will ich nicht weiter nachdenken.

Gut, dass wir nicht einen Tag später bei den Koguschen zu Besuch waren …


Dietmar im Rennauto

Wenn bei der Firma, in der ich arbeite, Schulungen sind, werden die Schulungsteilnehmer „ausgeführt“.
Diesmal ging es wieder zum Boxenstop Tübingen, einem Auto‑ und Spielzeugmuseum.
Oben im Restaurant kann man auch ein Rennauto besteigen.

Rennautos sind sehr eng. Ich passte aber „bequem“ hinein, und kam auch wieder „bequem“ hinaus …


Der Hofnarr - Kurioses aus der Welt

Ja, die Schule …

Und die Schüler, die aaarrrmen Schüler …

Im Radio war eine Diskussion über die Schulen. Im Vorspann wurden einige Schüler auf die Schule angesprochen.
Einer sagte etwas, was mir doch sehr zu denken gab:

„Das Schlimmste sind die Diktate. Da muss man immer sooo denken. Und dann kommt schon das nächste Wort.“

Muss man dazu noch etwas sagen?


Aha - Geistesblitz

Hallo, liab Leserinne und Lesr, hajo, so isch des !

Nun bin ⅰ seid Anfang Februar in Schwabe (Deddenhause).
Die Arbeid fälld mir saumässich gud.

Allerdings hend ⅰ oiig Problem mid dem Verschdehe.

Des legd si abr langsam.

Schwäbisch rede kann ⅰ nedd, weil ⅰ Weschdfale bin, abr au des isch koi Problem.

Es gibd oin Deidsch-Schwäbisch‑Übersedzr.

So kann man si verschdändlich mache.


Die deutschen Unternehmen sind ja immer noch trotz guter Auftragslage und trotz hoher Gewinne weiterhin am Boden.
Sie tun zumindest so, als wäre es so.

Eins ihrer Argumente, warum es ihnen „sooo schlecht“ geht, ist das, dass Deutschland die „meisten in “ habe.
Da Feiertage mit Lohnausgleich beglichen werden müssten, schlagen sie immerwiederkehrenden gebetsmühlenartigen Gesänge an.
Weil andere Länder weniger Feiertage hätten, müsste in Deutschland auf Feiertage verzichtet werden, damit die deutschen Firmen wettbewerbsfähig werden bzw. bleiben könnten.

Copyright Syntronica.net - SynPress u. Le Cerveau.eu

Diese Grafik zeigt, die Anzahl der Feiertage in Europa.
Deutschland liegt im Mittelfeld und nicht oben.

Hier ist die Grafik in Zahlen gefasst:

Feiertage in Europa
Land Anzahl
Belgien 14
Deutschland 15
Frankreich 13
Großbritannien 13
Irland 11
Italien 15
Luxemburg 12
Niederlande 11
Österreich 16
Schweiz 17
Spanien 18

Die Werte sind offizielle Werte der europäischen Statistikbehörde.

Dass die Unternehmer flunkern, kann nicht sein, oder?


Lotus

Im habe ich ja schon viel Schwachsinn gesehen, aber das, was in der Nacht von gestern auf heute lief, schlägt dem Fass den Boden aus.
Tiefer kann die „Unterhaltung“ bzw. das Niveau des Fernsehprogramms nicht mehr sinken …
Auf Kanal Telemedial lief eine „Live-Sendung“.
Kanal Telemedial definiert es so:

„Der Energieausgleich und die telemediale, spirituelle Lebensschule gehören zu einem einzigmaligen Konzept des ersten Mehrwertfernsehens unter einer Rundfunk-Teleshop-Lizenz, das sich weder öffentlich rechtlich noch werbefinanziert und der unabhängig von Konfession und Wirtschaft hochqualitative Beratungsdienstleistungen anbietet.“

Eine Sendung mit „Live-Beratern“ lief.

Weiterlesen


tafel-leidtun

Welche der Versionen ist korrekt?

Beide!

Es ist jedoch nicht so, dass nach der neuen deutschen Rechtschreibung beide Versionen abwechselnd erlaubt sind.
Denn „Leid tun“ (mit großem „L“) und „leid tun“ (mit kleinem „L“) haben verschiedene Bedeutungen.

Wenn man jemandem sein Mitgefühl ausdrücken möchte, benutzt man „leid tun“ (mit kleinem „L“), z.B. „Es tut mir leid, dass du verletzt wurdest.“
„Es tut ihm leid.“

Wenn man zum Ausdruck bringen möchte, dass jemandem ein Schaden zugefügt wurde, benutzt man „Leid tun“ (mit großem „L“). „Leid“ wird in diesem Sinn als Synonym für „Schaden“, „Schlechtes“ etc. benutzt.
„Er tat ihm ein Leid an.“ – „Er tut ihm Leid.“ (Er fügt ihm Schaden zu.)

„Es tut ihm leid.“ oder „Es tut ihm Leid.“ ?

Welche Variante korrket ist, hängt vom Kontext ab.

  • Ein Mädchen fügt einem Jungen einen Schaden zu.
    Daraus folgt: Es tut ihm eid. (mit großem „L“)
  • Ein Junge zeigt dem Mädchen sein Mitgefühl.
    Daraus folgt: Es tut ihm eid. (mit kleinem „L“)

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