Kreatives

Kreatives, eigene Geschichten, Abhandlungen, etc.

Kreatves Schreiben

Zum Thema von voriger Woche viel mir beim Lesen spontan noch etwas ein.

„Wer schrie vor Freude, als das Blau erfunden wurde?“

„Hm, Rot ist das Gegenteil von Grün“, sagte der Maler zu sich selbst, „und Grün das Gegenteil von Rot. Gelb ist das Gegenteil von Violett, Schwarz das Gegenteil von Weiß und umgekehrt.“
Er seufzte und schüttelte den Kopf.
In seiner Hand hielt er den Pinsel, dessen Borsten in Orange getaucht waren.
„Orange“, hauchte der Maler und dachte nach.
„Pflaumen sind violett, Erdbeeren sind rot, Apfelsinen sind orange, Zitronen sind gelb, Blätter sind Grün …“
Er schaute auf das Bild, das er soeben gemalt hatte, was aber mit sich und der Welt nicht wirklich zufrieden, denn etwas fehlte.
„‚Alle Farben und Komplementärfarben sind Elemente auf dem Farbenkreis‘ hat mein Kunstprofessor immer gesagt“, sinnierte er weiter, „‚Komplementärfarben sind das, was übrig bleibt, wenn man eine Farbe herauspickt und die anderen mischt. Von Rot bleibt Grün übrig, weil Grün auf der gegenüberliegenden Seite des Farbkreises liegt.‘“
Er zog die Augenbraunen zusammen und dachte nach.
Es gab viele Farben im Spektrum. Violett, Rot, Orange, Gelb, Grün.
Alle diese Farben hatten eine Gegenfarbe, eine komplementäre, doch was lag gegenüber von Orange? Kopfschütteln.
„Orange ist Rot mit Gelb“, dachte der Künstler, „Grün … Ist Grün nur Grün? Violett nur Violett.?“
Er begutachtete sein Kunstwerk von dem Obstgarten.
Er nahm den Farbkreis in seine Hand.
Etwas fehlte zwischen Grün und Violett, aber was war es?
Orange teilte sich in Rot und Gelb. Zieht man Gelb von Orange ab, bleibt Rot übrig. Was aber musste man von Grün abziehen, damit Gelb übrigblieb? Was musste man von Violett abziehen, damit Rot übrig blieb?
„Himmel, hilf mir!“ sagte er und schaute nach oben.
Dann schrie er jubelnd auf …


Kreatves Schreiben

Bis vor kurzem habe ich an einem Kreativschreibkurs (Mehr dazu? Hier klicken!) teilgenommen.

Dies ist eins meiner „geistigen Werke“.

„Wer schrie vor Freude, als das Blau erfunden wurde?“

Es war die Taube am Ende des Regens.
Lange hatte sie am Boden gestanden und ließ sich seit Anbeginn der Tage den Körper und vor allem die Federn nass regnen.
Sie wusste, dass sie geboren wurde zu fliegen, doch in der Regen gebärenden Dunkelheit machte es ihr keinen Spaß, ihre klitschenassen Flügel zu heben, da diese Unmengen von Wasser aufgesogen hatte, was sie schwerer und schwerer machte.
So gebar sich just an diesem Tag das Blau aus sich selbst und der Himmel war plötzlich da, der blaue Himmel.
In dem schönsten Blau erstrahlte die Welt und die Taube schrie vor Freude.
Der Regen hörte auf und Federn konnten trocknen.
Nach einiger Zeit konnte die Taube sich empor schwingen und sah die Sonne, denn mit dem Blau wurde auch sie geboren.

Superfliege: „Wer schrie vor Freude, als das Blau erfunden wurde?“

Vor sehr langer Zeit, beschloss die Erde nicht länger als farblose Kugel durch die Galaxie zu gleiten! Sie wollte auffallen und auf sich aufmerksam machen! Schnell waren grün, gelb und rot verteilt gewesen, in sämtlichen Abarten und Abwandlungen! Jeder wollte damit die Aufmerksamkeit auf sich lenken! Das Meer, und der Himmel hatten wenig Interesse daran! Sie hassten es, wie sich Fauna und Flora in den Vordergrund drängten, nur um das größte und schönste Stück zu bekommen! Sie wollten keine Mitläufer sein! Sie wollten einzigartig sein, sowie sie schon mit ihrer Größe einzigartig waren! Lieber blieben sie farblos, als sich selber untreu zu werden!
So steuerte die Erde weiter durch die Galaxie, jetzt farbenfroher, aber noch nicht vollständig gefärbt!
Was mach ich nur, was soll ich tun, damit meine beiden größten Areale auch Farbe bekommen! Die Erde grübelte und grübelte! Es muss etwas besonderes sein! Sie versuchte und experimentierte! Doch nicht ein Wort des Jubelns hörte sie vom Himmel und vom Wasser!
Desillusioniert malte sie die Farbe blau, mit der Gewissheit auch diesmal nicht das richtige getroffen zu haben! Als der Himmel und das Wasser die Farbe sahen, jubelten sie auf! So wollten sie aussehen! So wollten sie sich von allen anderen absetzten! Das ist genau der richtige Kontrast, so wollen wir sein! Schreiend vor Freude nahmen sie die Farbe blau an!
Seit dieser Zeit reist die Erde, auch als blauer Planet bekannt, durch die Galaxie!


Kreatves Schreiben

„Was könnte die uralte Eiche erzählen?“

„Mein Gott, hatte ich Angst, als die Schergen der Inquisition angefangen sind, hier abzuholzen“, sagte die uralte Eiche und schüttelte ihre Äste, sodass es raschelte.

„Die In-qui-si-ti-on?“, fragte der Junge lang gezogen und abgehackt.

„Ja, die Inquisition“, antwortete die Eiche, „üble Gesellen!“

„Was haben die denn gemacht?“, wollte der Junge wissen, „wollten die dich fällen?“

„Bestimmt“, machte die Eiche, „ich hatte wohl Glück.“

„Erzähl mal von der Inquisition, oder wie die hieß“, forderte der Junge die Eiche auf.

„Ich kann zwar nicht lesen, aber in Eurer Bibel steht, dass man faule Zweige, die sich im Weinberg des Herrn befinden, verbrennen soll“, begann die Eiche, „und das haben die üblen Gesellen getan.“

„Dann hast du also Glück gehabt, weil du eine Eiche bist“, sagte der Junge.

„Nein, nein. Sie meinten mit faulen Zweigen die Abtrünnigen. Wer nicht genau das machte, was der Vatikan vorschrieb, war ein Abtrünniger. Und die wurden bestraft.“

„Wenn einer nicht sonntags zur Kirche ging, war er ein Abtrünniger“, fragte der Junge neugierig und dachte sich, dass er wohl auch ein Abtrünniger wäre.

„So schlimm war es nicht“, beschwichtigte die Eiche, „man musste schon einiges verbrechen. Wer nicht genau das glaubte, was der Vatikan sagte, wurde erstmal befragt. Wenn er dann schuldig im Sinne des Vatikans war, wurde er verurteilt. Die Strafe konnte Fasten sein, Auspeitschen, Einweisung in ein Kloster und in schlimmen Fällen auch das Verbrennen sein.“

„Das war ja schlimm“, hakte der Junge nach, „nur weil ich nicht glaube, was der Pfarrer sagt, werde ich bestraft?“

„Jetzt nicht mehr, aber früher. Du kannst dir nicht vorstellen, was die Inquisitoren getan haben, um Leute zu überführen. Sie haben ganze Familien gegeneinander aufgehetzt. Und wenn das nicht half, dann haben sie gefoltert.“

„Ich bekomme eine Gänsehaut“, sagt der Junge und schüttelte sich, „ich dachte, man darf nicht töten.“

„Das haben sie ja auch nicht. Sie haben die Todgeweihten einem weltlichen Gericht übergeben. Die haben dann die Abtrünnigen bestraft. So war der Vatikan schön raus.“

„Das ist ja verlogen“, empörte sich der Junge, „im Unterricht in der Schule haben wir gelernt, dass dies Beihilfe zum Mord ist.“

„Was ist Beihilfe zum Mord?“, hörte der Junge eine Stimme neben sich.

„Was die Kirche gemacht hat.“

„Natürlich“, sagte Stimme wieder. Der Junge schlug die Augen auf und schaute auf das Buch, das er neben sich liegen hatte, ein Geschichtsbuch über die Inquisition.

Er gähnte.

„Ich muss wohl eingeschlafen sein“, meinte er grinsend und dachte an die uralte Eiche, die ihm im Traum erschienen war.

„Stimmt“, sagte sein Vater, „du hast einiges gemurmelt.“


Kreatves Schreiben

Grafik „Angst blockiert“: (ⅽ) Deborah Rosen (mit freundlicher Genehmigung)
Grafik : © Deborah Rosen (freundlich lizensiert für Syntronica.net)

Syntronica: „Angst blockiert“

Tausendmal hatte sie davon geträumt. Es waren Albträume der übelsten Sorte gewesen, die sich ihrer bemächtigten, nachdem sie vor Jahren den Reitunfall gehabt hatte.
Sie war mit ihrem Pferd ausgeritten, und alles war prima. Das Wetter war schön, die Sonne strahlte. Richtiges Wetter zum Ausreiten!
Sie war auf dem Rücken des Pferdes um das Haus geritten und wollte in Richtung der Koppel weiter, als das Pferd plötzlich ausrastete, sich hin und herwandte, sich aufrichtet und wild um sich trat. Bei diesem Manöver flog sie mit hohem Bogen aus den Sattel und schlug Sekundenbruchteile später auf den Boden auf. Das Pferd galoppiert wie verrückt davon und ließ sie allein liegen.
Da das Pferd so aufgeregt um den Reitstall galoppierte, vermutete man Arges und hatte leider recht behalten. Bei der Untersuchung im Krankenhaus stellte sich schnell heraus, warum das Pferd ausgerastet war. Das Mädchen meinte während der Untersuchung meinte, dass ihr Arm wehtue, und dass sie Atemnot habe. Ein pfiffiger Arzt hatte auf ihren Arm geschaut und ihm waren zwei kleine blutende Pünktchen aufgefallen. Er erkannte einen Schlangenbiss, der sich später als der einer Kreuzotter herausstellte. Deswegen hatte das Pferd gescheut.
Das war über zehn Jahre her und das Mädchen hatte nie wieder den Reiterhof betreten und war auch nicht mehr geritten. Sie fuhr langsam mit ihrem Auto die Landstraße entlang. Ihre Cousine begleitete sie mit dem Pferd. Plötzlich knallt es und das Auto hatte einen Plattfuß. Das Pferd hatte sich erschrocken und galoppierte los. Die Cousine war ins Gras gefallen, allerdings war nichts passiert.
Das Pferd raste auf einen Ausflugswagen, in dem Kinder saßen zu.
„Halt das Pferd auf“, rief die Cousine, „ich kann nicht, mein Knöchel.“
Die Albträume kamen wieder hoch, doch sie sah die lachenden Kinder in dem Planwagen und das Pferd, das daraufzuhielt. Sie hatte richtig erkannt. Wenn das Pferd auf den Planwagen … nicht auszudenken!
Sie rannte los und erreichte keuchend das Pferd und hielt die Zügel fest. Kurz darauf kamen beide zu stehen. Sie weinte und hielt sich am Pferd fest.
Der Planwagen fuhr weiter seines Weges. Niemand hatte etwas bemerkt.

Superfliege: „Angst blockiert“

Während der Evolution wurden Gestalten und Körper entwickelt. Nicht nur die Hülle, sondern auch deren Inhalt. Vieles lässt sich logisch erklären, wieso weshalb was entstanden ist. Nur bei manchen Dingen fehlen diese Erklärungen.
Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze wurde mit Empfindungen ausgerüstet. In der Fauna und Flora kann unser Verstand uns erklären, wieso sie sich was so verhält. Bei weiter entwickelten Spezies wird es schwer, besonders bei gleichen Artgenossen.
Alle Menschen kommen mit der neutralen „Infozentrum“ auf die Welt. In den ersten Monaten sind nur Urinstinkte, die das kleine Wesen zum überleben braucht. Dann beginnen sich die Sinne zu schärfen und entwickeln. Dabei gibt es noch kein Gut und Böse. Je mehr Dinge das kleine Individuum ausprobiert, umso stärker werden sie in die Kategorie Gut und Böse eingestuft. Eine Situation, die gut ausgeht, wird erst mal mit positiven belegt, sowie andersherum im negativen Sinne.
Kein Mensch hatte große Bedenken in ein Flugzeug einer sicheren Airline zu steigen, bis der 11. September 2002 kam. Dieses Ereignis erschütterte die Welt. Viele Dinge , die man bis dahin positiv eingeschätzt hatte, waren auf einmal negativ. Jeder Flug wurde unmittelbar danach zu einem negativen Ereignis, obwohl nie wieder ein Flugzeug in ein Gebäude flog.
Jeder anders Gläubige wurde missbilligend betrachtet, obwohl er nicht die gleiche Gesinnung wie die Attentäter hat. Angst blockiert, Angst kann eine ganze Welt aus den Fugen heben.
Wird uns nicht immer noch unsere Geschichte vor Augen geführt, obwohl wir nichts dafür können? Blockiert aus Angst unsere heutige Generation nicht dasselbe? Gehen wir auf die Straße, wenn ein Unrecht im Stillen wächst? Halten viele nicht den Mund, wenn ein Unrecht geschieht, aus Angst ihre soziale Stellung zu verlieren, ihren Job? Ist es nicht genauso wie vor Generationen? Meinen wir, wir sind besser? Nein, und weiterhin blockiert uns die Angst. Beweggründe gibt es dafür viele, Ändern werden wir uns nie, solange man immer noch mit Fingern auf uns zeigt. Im Zeitalter von Computer, Fernseher….warum werden Menschen nicht offener und ehrlicher aufgeklärt? Nein, man benutzt das Werkzeug „Angst blockiert“ um die breite Bevölkerung weiter gefügig zu halten.


Kreatves Schreiben

Syntronica: „Was ist trauriger als ein Zug im Regen, der nicht fährt?“

Einsamkeit beschleicht mich, wenn ich alleine durch die Welt gehe.
Schauend nach links und rechts sehe ich viele Leute, doch niemand berührt mich wirklich.
Ich sehe schöne Dinge, doch sie machen mich nicht im Entferntesten glücklich. Sie heben meine Stimmung nicht.
Mein körperliches Befinden ist gut, doch meine seelische Komponente ist immer noch gefangen in Traurigkeit. an meine Nutzlosigkeit befallen mich und lähmen mein Empfinden.
Weiter gehe ich und schaue in Gesichter, erhasche manchmal, eher selten, einen freundlichen Blick, freue mich dieses Augenblicks, doch nach und nach verfällt dies wieder in endlose Traurigkeit.
Einsam unter vielen.
Ich spüre Fernweh nach einer Insel, die ich mehrmals kurz besuchen durfte.
Doch ich blieb an diesem Ort einsam und traurig zurück.
Der Ozean der Tränen schwemmte mich irgendwo an und es ging irgendwie weiter.
Fröhlichkeit wird erstickt durch die Nutzlosigkeit.
Regen geht auf mich hernieder, obwohl die Sonne scheint, und frisst an meinem vernarbten Herz, das einsam in meiner Brust pocht, pocht für niemanden und niemand hört den stummen, lautlosen Schrei in meiner Brust.
Sprengstoff und Feuer zirkulierten einst durch meine Adern, doch Regen ist ein Feuerlöscher.
Es gibt keinen Sonnenstrahl, der meine Welt erhellt, kein Sonnenstrahl zerstobt die Regenwolken, die über mir stehen und ihren Inhalt auf mich ausschütteln.
Und mir wird kalt.
Traurigkeit frisst weiter an mir und dies ist schlimmer als ein Zug im Regen, der nicht fährt.

Bin ich der Zug im Regen, der nicht fährt?

Superfliege: „Was ist trauriger als ein Zeug im Regen, der nicht fährt?“

Wir bitten um kurze Aufmerksamkeit liebe Fahrgäste! Leider kann bei diesem Regen der Zug nicht pünktlich weiterfahren, da einige Streckenabschnitte zu Zeit unpassierbar sind! Wir bitten sie Ruhe zu bewahren. Sobald das Problem beseitig ist, wird der Zug seine Fahrt wieder aufnehmen! Wir danken für ihr Verständnis!“ Ein Rauschen ging noch durch den Lautsprecher, dann war es funkenstill. Die Stille war nur von kurzer Dauer. Chaos und Hektik brach unter den Fahrgästen aus, Handys wurden aktiviert um wichtige Nachrichten und Mitteilungen weiterzugeben. Nur er blieb ganz ruhig auf seinem Stuhl sitzen. Er hatte keinen der auf ihn wartete und keine Nachricht die er weiterleiten musste! Müde legte er den kopf an die Kopfstütze und starrte nach draußen in den Regen. Sein Blick folgte den Regentropfen, und so langsam, ohne das es ihm bewusst wurde, gingen seine Gedanken auf Reisen!
Er sah sich, wie er lachend mit seiner Frau über eine Lichtung im Wald ging. Beide waren jung und voller Pläne, was ihre gemeinsame Zukunft anging. Sie wollten heiraten und Kinder haben! Hand in Hand lagen sie im Gras, schauten in die Wolken und bauten sich ihre Luftschlösser. Alles war so einfach und schön, rosarot lag die Zukunft vor ihnen. Das ganze blieb für beide nicht nur ein Traum, sondern wurde Wirklichkeit. Sie heirateten und was immer sie sich in ihrer Jugend ausgemalt hatten, es wurde Wirklichkeit! Ein Wehrmutstropfen lag auf ihrem Glück, bis jetzt hatten sie noch keine Kinder, so das alles erträumte in Erfüllung gegangen währe.
Traurig ging sie eines Tages zum Arzt und erzählte ihm von ihrem Wunsch, endlich ein Kind zu bekommen. Nach gründlicher Untersuchung meinte er, das es eine kleine Fehlsteuerung ihres Körpers sei, und nach einigen Tests, könne man dem entgegenwirken. Alle Tests brachten nicht das erhoffte Ergebnis, im Gegenteil, es war eine niederschmetternde Diagnose. Sie hatte Krebs!
Nachdem sie ihrem Mann die Diagnose gesagt hatte, brach für beide eine kleine Welt zusammen. Man war noch voller Hoffnung, und wollte dem Feind den Kampf ansagen! Er unterstütze sie, wo er nur konnte. Alle Operationen, alle Bestrahlungen, jede Chemo‑ die sie über sich ergehen ließ, brachte nicht den gewünschten Erfolg. Diese Krankheit, sie verfolgte heimtückisch und sinnlos ihr Ziel! Als sie nicht mehr konnte saß er an ihrem Bett, hielt ihre Hand, und ließ sie schweren Herzens in eine andere Welt gehen. Sie glitt in das Reich der Toten, nachdem er ihr das versprechen gegeben hatte, wenn es an der Zeit ist, nicht bis zu seinem Lebensende als Singel u bleiben. Das war ihr letzter Wille gewesen.
Als sie ging starb ein Stück von ihm mit ihr. Mechanisch organisierte er die Beerdigung. Nicht eine Träne der Trauer hatte seine Augen verlassen. Allen Schmerz trug er in sich, über all die Jahre.
Nun saß er in diesem Zug im Regen, der nicht fahren konnte. Und wie der Himmel seine Schleusen geöffnet hatte, konnte er endlich seinen Tränen freien lauf lassen. Alles Aufgestaute in seinem Inneren kam heraus. Er merkte dass dies nicht nur die Tränen der Trauer, sondern auch der Befreiung waren. Endlich konnte er gefühlsmäßig alles verarbeiten, was so lange verschlossen und verborgen in ihm war.
Dieser zwangsmäßige Stillstand in seinem Leben. Die Gedanken die dadurch auf Wanderschaft gingen, die Auseinandersetzung mit seinem Erlebten. Alles währe nicht geschehen, hätte der Zug weiterfahren können!
„Liebe Fahrgäste, wir danken für ihr Verständnis. Der Zug nimmt seine Fahrt wieder auf!“ knarrte es nach Stunden aus dem Lautsprecher.
Was gibt es traurigeres als ein Zug im Regen der nicht fährt. Sich zwangsweise im Leben, und sei es mit Hilfe des Unterbewusstseins, durch einen Stillstand mit Dingen auseinanderzusetzen, vor denen man so lange auf der Flucht war.
Im Zielbahnhof angekommen, setzte er seinen Lebensweg fort, doch nicht mehr mit den Ketten, die auf seiner Seele lasteten. Er war befreit, wenn auch auf eine sehr schmerzliche Art und Weise, da er sich endlich mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt hat!


Kreatves Schreiben
Bis vor kurzem habe ich an einem Kreativschreibkurs (Mehr dazu? Hier klicken!) teilgenommen.

Dies ist eins meiner „geistigen Werke“.

an das Gebäck“

Von weitem sah ich das Gebäck.
Es sah sehr lecker aus.
Schon von dort konnte ich den Geschmack erahnen, denn so schön sah es aus.
Mein gustatorischer Sinn malte sich aus, wie es wohl wäre, wenn ich hineinbisse.
Langsam ging auch auf das Gebäck zu und kam ihm näher.
So konnte ich auch besser erkennen, wie es aussah.
Bald war es ein Leichtes, dass Gebäck zu berühren und ich tat es.
Die Struktur war schön und so gleichmäßig, so wunderschön leicht.
Es gefiel mir. In meiner Fantasie sah ich mich schon hineinbeißen.
Dann führte ich es näher an mein Gesicht und leckte mit der Zunge leicht daran.
Es schmeckte so süß wie das Paradies.
Nun schloss ich meine Augen, um endlich hineinbeißen zu können.
Aber das Gebäck war plötzlich weg.


Kreatves Schreiben

Syntronica: „Blauer Lippenstift und eine Zigarette im Mundwinkel“

In Bistro war das Licht so dunkel, dass es nicht störte, aber auch so, dass man noch alles sehen konnte.
Während ich dort allein in einer ledernen Sitzecke saß, schaute ich wie zufällig zu zwei Frauen herüber, die am Tresen ein Getränk einnahmen.
Die eine von ihnen nahm ein Papiertaschentuch aus der Jeans. Die andere hielt ihr deren Zigarette hin, die diese in ihre Hand nahm. Die ohne Zigarette marschierte Richtung der Toilette.
„Hm!“, dachte ich, „alleine?“
Die, die jetzt die Zigarette hatte, war ungefähr in meinem Alter, suchte nach irgendetwas, steckte sich die Zigarette nach dem Hin‑ und Herschauen in den Mundwinkel und faltete dann das Papiertaschentuch auseinander. Sie schnäuzte hinein.
Sie trug blauen Lippenstift, der mir aber schon vorher aufgefallen war.
Ich schaute noch einige Sekunden auf ihre Lippen und dachte mir: „Was für eine Zicke ist das denn? Blauer Lippenstift!“
Was für eine komische Farbe!
Dann kam die Freundin nach ein, zwei Minuten zurück. Sie bekam wieder ihre Zigarette zurück und dann redeten sie wieder miteinander.
„Blauer Lippenstift! Was für eine Zicke!“, dachte ich wieder.
Stunden später.
Die, die in das Papiertaschentuch geschnupft hatte, während ihre Freundin auf der Toilette war, schaute mich verträumt an und nahm einen Schluck von ihrem Getränk.
Wir saßen immer noch in dem Bistro, uns gegenüber.
Ihre Freundin war schon längs gegangen.
Danach hatte sie mich gefragt, ob sie sich zu mir setzen dürfte, was ich aus einem nicht nachvollziehbaren Grund nicht verneinte.
So kamen wir ins Gespräch und lernten uns kennen.
Irgendwann war sie kurz auf der Toilette gewesen und hatte sich, ohne dass wir darüber ein Wort verloren hätten, den blauen Lippenstift entfernt.
Das war aber schon einige Stunden her.
„Sag mal“, sagte sie, „als du mich mit dem blauen Lippenstift gesehen hast …“
„Ja?“ fragte ich.
„… da hast du doch bestimmt gedacht: ‚Was für eine Zicke ist das denn?‘.“

Ich schüttelte den Kopf und erwiderte: „Ich schätze doch Leute nicht nach der Farbe des Lippenstifts ein. Was denkst du denn von mir?“

Superfliege: „Blauer Lippenstift und eine Zigarette im Mundwinkel“

Es war wieder einmal Wochenende, und sie wollte wie jedes Wochenende wieder auf die Suche nach einem Mann gehen! So lange war sie schon allein, und sie sehnte sich nach Zweisamkeit! Aber diesmal sollte es nicht wie immer Ablaufen, keine kurze Bekanntschaft mehr! Diesmal sollte es etwas anderes besonderes sein! Sie wollte nicht nach dem Wochenende erneut feststellen, das sie aufs falsche Pferd gesetzt hat, und ihre Bekanntschaft entpuppte sich als Familienvater, der sich für zwei Tage eine Auszeit von seinem Spießbürger leben gönnte!
Sie dachte sich an jenem Samstagabend, wenn ich aussehe wie eine Exotin, werde ich auch nur für die Männer interessant sein, die nicht nur eine kurze Bekanntschaft suchen!
Mit blauen Lippen und einer Zigarette im Mundwinkel stand sie nun an der Bar, und wartete auf ihren Traumprinzen! Nach einiger Zeit gesellte sich auch ein paradiesvogelähnlicher Mann neben sie! Schnell kam man ins Gespräch, und sie dachte, dieses Mal ist alles anders! Jetzt glaube ich habe ich das gefunden, was ich immer gesucht habe! Was nicht so ein Lippenstift ausmacht, dachte sie innerlich triumphierend!
Man verbrachte das Wochenende miteinander, und es lief wieder nach demselben Schema ab!
Enttäuscht stellte sie am Montag fest, dass ihr Paradiesvogel doch nur eine Ente war, und er glücklicher Familienvater sei!
Sie gestand sich ein, man kann zwar die Fassade ändern, aber solang man seine Einstellung nicht ändert, wird es immer auf dasselbe Ergebnis hinauslaufen!
Die Frau wird noch viele Frösche mit blau, gelb, rot oder pink gefärbten Lippen küssen, bis es soweit ist, das sie sich geändert hat!
Aber die Hoffnung gebe ich nicht auf, denkt die Frau, mit einer Zigarette im Mundwinkel!


Kreatves Schreiben

Syntronica: „Wie kam der griechische Bauernsalat auf die orange Sitzecke?“

„Ups“, rief Kostas und streckte schnell seine Arme aus, um die Balance zu halten. Er ruderte mit den Armen herum und schaffte es sogar, das eine Tablett mit den zwei Gläsern Pils und das andere Tablett mit den Tellergerichten auf dem Tisch nahe der orangefarbenen Sitzecke abzustellen, ohne das etwas auf den Tisch oder den Boden verteilt worden war.
„Glück gehabt“, sagte ein junger Mann.
„Nee, nee“, meinte Kostas und grinste, „das ist langjährige Erfahrung.“
Die junge Frau lächelte.
„Entschuldigung“, sagte Kostas und wischte kurz mit seinem Tuch über den Tisch. Dann bückte er sich und schaute, warum er gestolpert war.
Eine Olive.
Der junge Grieche nahm die Olive auf und wischte kurz über den Boden, damit niemand mehr ausrutschen konnte. Er kam wieder hoch, genau in dem Moment, als seine Mutter, dem Pärchen am Tisch die Salatteller servieren wollte.
„Koooooooostaaaaaaaaas …“

Superfliege: „Wie kam der griechische Bauernsalat auf die orange Sitzecke?“

Diese Frage könnte er jedem stellen den er zu seiner Feier eingeladen hatte. Alle waren es seine Freunde, und von keinem hätte er es erwartet. Und jeder würde es auch niemals tun. Und doch, nun lag der griechische Salat auf seiner orangefarbenen Sitzecke.
So eine Ignoranz dachte er, haben sie keinen Respekt mehr vor fremdem Eigentum.
In der Gruppe war jeder stark. Man konnte sich ja hinter dem anderen Verstecken. Und mit einem Schulterzucken kam jeder fein aus der Nummer raus.
Keiner hat was gesehen, keiner hat was gehört und keiner weiß was. Wie Schade dachte er, selbst seinen Freunden kann man nicht mehr trauen. Wenn das im Kleinen schon so ist, wie verkommen sieht dann erst die Gesellschaft aus! Während seine Feier noch im vollen gang war, gingen seine auf Wanderschaft! Kritisch betrachtete er seine Gäste! Dort sein ehemaligen Klassenkameraden, hatte er nicht eben noch geprahlt, er war am Wochenende auf einer Demo gegen Pelze! Wenn er sich so für das Leben der Tiere einsetzt, warum trägt er dann Lederschuhe? Werden sie nicht auch aus Tierfellen hergestellt? Wieder begegnete ihm die Ignoranz! Seine ehemalige Studienkollegin, hatte sie damals nicht schon gegen den Missbrauch von Kindern gewettert? Hat sie sich jemals für so etwas eingesetzt? Aktiv, nicht Kollektiv bei einer Lichterkette, sondern als Einzelkämpferin? Weiß sie überhaupt wo so etwas stattfindet, der Missbrauch? Hat sie jemals eine misshandelte Kinderseele gesehen? Will sie das überhaupt? Oder einfach nur in der Gemeinschaft was „tun“ aber im Grunde ist es ihr egal ob etwas verändert wird! Ist sie dort nicht wieder die Ignoranz? Weiter schaut er sich seine Besucher an! Dort der junge Mann. Hat er nicht Nächte lang mit seinem andersgläubigen Mitmenschen diskutiert? Wie oft hatte er ihm von dem Gedankenaustausch erzählt. Es sei alles so interessant hatte er damals gesagt! So viel Unrecht sei geschehen! Wie oft hat er ihm in den Ohren gelegen, dass er nun die andere Seite besser versteht, und dass so etwas nie wieder vorkommen dürfe! Hatte er nicht eben noch laut bei einer Diskussion gesagt, das doch ein Fünkchen Wahrheit sein musste, sonst währe das Unrecht nicht geschehen. Wieder diese Ignoranz! Noch unzählige Dinge vielen ihm auf, als er jetzt jeden aus einem anderem Blickwinkel sah! War er vielleicht zu Ignorant zu Glauben, sie hätten sich geändert! War es nicht vorprogrammiert, dass der griechische Salat auf der orangefarbenen Sitzecke kam? In was für einer Gesellschaft lebe ich nur, dachte er traurig! Alle meinen im kollektiv was bewegen zu können. Doch nichts wird sich verändern. Es wir weiter Hass, Neid, Missgunst und Ignoranz geben. Solang nicht jeder einzelne sich ändert, und mal den Mut hat zu sagen, ich war es, ich habe mich Fehlverhalten, ich hab den Fehler gemacht, wird sich nie was ändern. Jeder hat Angst, wenn er sich zur Wahrheit bekennt, wird es negative Folgen für ihn haben! Doch hat man es schon versucht? Es hätte doch nur einer zugeben müssen, wer den griechischen Salat auf die orangefarbene Sitzecke gestoßen hat! Und eine kleine Welt währe schon etwas bunter und heiler gewesen!


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„Dinge, an denen mein Herz hängt“

Es sind keine materiellen Dinge, an denen mein Herz hängt, sondern eher die immateriellen.
Es sind Erklärungen, Antworten auf Fragen wie „Warum ist die Bahn des Mondes so, wie sie ist?“ oder „Warum kann man Licht nicht fangen?“
Es sind aber nicht nur die Fragen, was etwas sei, sondern wie etwas werde, die Frage „Wie geht es besser in Zukunft oder wie lässt sich manches beim nächsten Mal verhindern?“
Dabei geht es mir nicht darum, zu interpretieren, sondern zu überlegen, wie manches im positiven Sinne zu verändern ist.
Interpretiert haben die Philosophen genug.
Mir geht es darum, zu verändern.
Nichts ist konstant, so wie es viele wollen, es geht darum, alles zu Besserem zu verändern.
An diesen Dingen hängt mein Herz.


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