Altstadt und Stollenführug Böblingen

Am vorigen Wochenende – 13. bis 15.11.2015 – war viel angesagt bei uns.

Freitag, den 13.11.2015, waren wir auf einer Altstadtführung (mit Fackelzug) in Sindelfingen unterwegs.
Darüber werden wir noch berichten, weil wir noch einige Fotos im Hellen machen müssen.
Diese Führung hat uns sehr gut gefallen!

Am Samstag fand in Böblngen und Sindelfingen die „Lange Nacht der Museen“ statt.
Ein Foto-Album bzw. eine Video-Show wird erstellt und erscheint in Kürze.

Sonntag Nachmittag waren wir bei der „Animal-Messe 2015“ in Stuttgart.
Darüber hatten wir schon berichtet.

Sonntag Morgen waren wir in Böblingen zur „Altstadt‑ mit Stollenführung“ unterwegs.

Da wir schon an einer Stollenführung teilgenommen hatten, nahmen wir diesmal an der kombinierten Tour teil.

Diese Veranstaltung war ein riesiger Reinfall.

Wir trafen uns  an der Wandelhalle am Ida-Ehre-Platz.
Der „Stadtführer“ referierte kurz darüber, wie die Wandelhalle entstanden war und sagte etwas über die Beschaffenheit des Unteren und Oberen Sees.
Bei Halt auf dem Ida-Ehre-Platz nahe dem Kugelbrunnen erzählte er langatmig, wer Ida Ehre war, wie sie den Krieg überlebt hatte etc. Er skizzierte bis ins Kleinste, wer die Schulkameraden von ihr und ihrem Mann waren und warum bestimmte Dinge für Ida Ehre als Jüdin im Dritten Reich möglich waren.

Schon hier wurde es uns langweilig, weil der Referent kaum zu bremsen war, was Informationen zu dieser Frau anging. 

Leider ignorierte er völlig, als Fragen zum Kugelbrunnen gestellt wurden.
Dann ging es langsam durch die Gärten der Städtepartnerschaften an der Parkstraße entlang.
Hier fiel uns auf, dass er Städtenamen auch nicht richtig aussprach, was man ihm aber nachhalten konnte.
Was uns aber aufstieß, war als er die Jahreszahlen der Städtepartnerschaften, also wann sie besiegelt wurden, nicht korrekt sagte, z. B. Krems.
Aus 1971 bzw. 1972 wurde plötzlich 1975.

Hier kam auch schon ziemlicher Unmut anderer Teilnehmer auf, da man nicht jede Rose, jedes Gewächs etc. einzeln anschauen mag. Dazwischen erzählte der Referent, wie er seine Frau kennengelernt hatte, kam mit Schwanks aus seiner Jugend um die Ecke und fand abermals kein Ende.

Wären nicht einige Leute weitergelaufen, stünden wir wohl noch dort.

Den geistigen Absturz bekam er dann an der Ecke Parkstraße/Herrenberger Straße.
Es hört sich unglaubwürdig an, wenn wir es erzählen, aber es ist so passiert.
Er erklärte bis ins kleinste Detail, warum dort das öffentliche Urinal – von ihm „Pinkolatorium“ genannt – stünde. Er philosophierte über die Abiturienten, die am Elben-Platz das Abitur feierten und fand es lustig darauf hinzuweisen, dass die Männer im Gegensatz zu den Frauen Glück hätten, ihre Blase zu entleeren.
Das war aber noch nicht alles.
Er erzählte – wie schon am laufenden Band – eine für die Führung irrelevante Story.
Er war auf einer Busreise, als der Bus eine Panne hatte und man stundenlang auf einen Ersatzbus warten musste.
In dieser Zeit sei es für de Männer kein Problem gewesen, sich zu entleeren, wohl aber für die Frauen, die nicht konnten und angeblich gelbe Augen hatten.
Dies war den Frauen, die an der Veranstaltung teilnahmen, sehr peinlich. Ebenso kamen die Kinder nicht damit klar.

Solche Kloaken-Geschichten hätte er besser verschwiegen!

Dann waren wir endlich am Elben-Platz, zu dem er kurz erklärte, wonach dieser benannt wurde.
Dies Tempo war übrigens wie das beim Gehen – sehr langsam!
Er durchmischte wieder seine eigenen Erlebnisse mit sehr wenig Fakten.

Viele Teilnehmer waren schon genervt, weil es kaum weiterging. Unmut tat sich kund.

Durchmischt wiederum mit seinen eigenen Storys kamen wir lahm zum Marktplatz hoch, wo er wieder angeblich lustige Geschichten erzählte. Es ist gut und schön, etwas über Parkhäuser zu erzählen, aber irgendwann nervt es und das tat es auch.

Viele Teilnehmer der Tour murrten!

Es wurden auch schon Visitenkarten ausgetauscht untereinander.
Als wir im Gebäude des KSC – Kultur‑ und Sport-Club – standen, kurz vor dem Stolleneingang, tröpfelte die Zeit wieder vor sich hin und der Refrent erzählte wieder langatmige Geschichten von irgendwelchen Personen, die er auch mit Namen benennen konnte, um sein eigenes Kriegstrauma zu verarbeiten.

Da wir bereits vor knapp einem Jahr eine Stollenführung mit Frau Wenzel vom Bauernkriegsmuseum miterlebt hatten, hofften wir, dass wir noch einiges erfuhren, was wir nicht kannten, doch über persönliche Geschichten des Referenten ging es nicht hinaus.

Wir brachen ab und gingen.
Wir sind sehr enttäuscht.

Anstatt persönliche Geschichten über seine verstorbene Frau oder Verstöße in den 1950-Jahren durch ihn auf der Steilen Gasse hatten wir uns Details zur Zehntscheuer erwartet (Die wir kennen!), was zu einer guten Altstadtführung dazu gehört.

In Sindelfingen am Freitag davor hatten wir so was erlebt und waren sehr froh.

Diese Führung hat uns und andere sehr aufgebracht, anstatt Informationen zu bringen.

Nach unserer Beschwerde bei der VHS Böbliingen bekamen wir nun eine E-Mail, in der uns mitgeteilt wurde, man würde für alle Teilnehmer an der Führung keine Gebühren einziehen.

Man entschuldigte sich auch mehrmals.


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