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Literarische Mittsommernacht

Jürgen Kehrer liest zusammen mit Prominenten aus Politik und Sport „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ von Thomas Mann

23.06.2006, 19:00 Uhr
Nottuln, Alte Amtmannei, Kastanienplatz

Was tun?

Wegen drohender Einführung von Studiengebühren haben sich die Gruppe „Attac Marburg“ und der Allgemeine Studentinnen‑ und Studenten-Ausschuss (AStA) entschlossen, auf ihrer Webseite ein Skript zur Verfügung zu stellen, mit dem Protestler per Mausklick eine vorgefertigte Mail an Landtagsabgeordnete senden konnten.

Angeblich wurden in drei Tagen 60 000 Mails verschickt.
Klaus Peter Müller, MdL, hatte anfangs noch Mails beantwortet, doch irgendwann wurde er sauer, weil viele E-Mail mit dem Verweis „E-Mail-Adresse nicht vorhanden“ zurückkamen.
Er unternahm nun Folgendes.
Er richtete auf seine E-Mail-Adresse eine Weiterleitung auf mehrere E-Mail-Adressen von Attac und des AStA weiter.
Auf Anfragen der beiden Gruppen meinte Möller schlicht und einfach: „Wer sich an solchen anonymen Aktionen beteiligt, seinen Namen dafür hergibt, zu solchen Aktionen aufruft oder sie unterstützt, offenbart nicht wirklich Interesse an Sachlichkeit.“

Die Befürworter der Mail-Protestaktion beratschlagen nun offenbar darüber, Möller „wegen der unverlangt zugesandten Mails“ anzuzeigen.
Auf welcher juristischen Basis sie argumentieren wollen, bleibt völlig offen.
Schließlich sind sie selbst Verursacher der Nachrichtenschwemme.

Nachtrag:

Klaus Peter Müller hat eine Unterlassungsklage aufgebrummt bekommen.
Er hätte wohl besser nicht auch noch die Weiterleitung auf E-Mail-Adressen von Professoren und Führungspersonen der Universitäten legen sollen.

Fragwürdig ist allerdings, warum er sich nicht gegen die E-Mail-Flut wehren darf.

Bundespräsident Horst Köhler

Bundespräsident Köhler hat in Richtung der Regierung eindringlich betont, dass die Bekämpfung der die wichtigste innenpolitische Aufgabe sei.
Die Arbeitslosigkeit müsse entschlossen und ehrgeizig bekämpft werden.
Er lobte, dass sich das Land in den letzten Jahren auf den richtigen Weg gemacht habe.
Es geht also auch anders.
Man muss nicht immer auf die Arbeitslosen herumhacken und ihnen vorwerfen, sie seien zu faul, um sich Arbeit zu suchen oder aufzunehmen.

OpenOffice

Die ISO (International Organization for Standardization) hat das von OpenOffice (und Star Office) eingesetzte OpenDocument-Format (ODF) als internationalen Standard anerkannt.
Programme, die das ODF unterstützen sind nun in der Lage, Daten – z.B. Textverarbeitungsdokumente, Kalkulationstabellen, Präsentationen, (Vektor‑) Grafiken, Datenbanken etc – plattformunabhängig und flexibel auszutauschen.
Der Vorteil der ISO-Anerkennung liegt auf der Hand. Gerade offizielle Stellen wie Regierungen schätzen es, wenn ISO-Zertifikate vorliegen.
Weiterhin unterstreicht die ISO-Zertifizierung das Recht des Anwenders bzw. Autors auf geistiges Eigentum und das Recht auf den Gebrauch innovativer Software.

etwas sauer

Peer Steinbrück, Bundesfinanzminister, will die Steuern erhöhen, um Haushaltslöcher zu stopfen.
Das mit der Mehrwertsteuererhöhung ist sowieso für sich schon höhere Mathematik.
Die CDU war vor der Wahl für die Erhöhung von sechzehn auf achtzehn Prozent.
Die SPD strikt gegen jegliche Erhöhung.
Da die CDU und SPD jetzt die Regierung zusammen stellen, kamen sie sich bei neunzehn Prozent entgegen.
Diese Rechnung muss erstmal jemand nachmachen.

Peer Steinbrück wurde gefragt, ob es denn nicht möglich wsei, anders die Löcher zu stopfen.
Wenn es keine Steuererhöhung gebe, dann müsse man eben an die Arbeitslosen, Sozialhilfeempfänger und Rentner heran, meinte er daraufhin und dies bedeute „Verwerfungen im sozialen Gefüge“.
Mal wieder sind die jenige, die sowieso kein Geld haben, wieder die, die zur Kassen gebeten worden wären.

Meinten Sie mit den Verwerfungen, vielleicht gar nicht Verwerfungen im sozialen Gefüge, Herr Steinbrück, sondern cerebrale Verwerfungen in ihren Kopf?

Irgendwo müssen ja solche abwegigen herkommen …

Uschi Glas Creme

Uschi Glas hatte eine Hautcreme („Uschi Glas Hautnah Face Cream“) herausgebracht, die von Stiftung Warentest wegen sehr schlechter Verträglichkeit verrissen worden war (Gesamturteil : mangelhaft).
Probandinnen hatten heftige Hautpusteln und toxisch-irritative Geschwüre von der Creme bekommen.

Hier geht es zum Testergebnis der o.g. Creme bei Stiftung Warentest.

Uschi Glas zog vor Gericht und verhielt sich nicht gerade kooperativ, wenn man sie bezüglich des Test ansprach.
Unter Anderem behauptete sie, Stiftung Warentest habe sich gegen sie verschworen.
Sie versprühte aber auch das Gerücht, Stiftung Warentest habe sie als prominentes Opfer zu Denunziationszwecken ausgesucht, um die Auflage zu steigern.
Als niemand dieses Argument ernstnahm, behauptete sie stur, die Creme sei nicht schädlich.
Einen Gegenbeweis konnte sie nie vorlegen. In ihrer Arroganz meinte sie, ihr Wort reiche völlig aus.
Sie sprach aber auch von einem geheimen Gutachten, das aber nie aufgetaucht war.
Dann fuhr sie eine Kampagne gegen Stiftung Warentest, in der sie sagte, der Test der Creme sei nicht objektiv gewesen.
Weitehin behauptete sie, der Test sei nicht korrekt durchgeführt worden, weil es bei den Probandinnen mit den Hautausschlägen keinen zweiten Test gegeben habe.
(Warum einen oder mehrere weitere Tests, wenn die Haut schon beim ersten Mal stark angegriffen war?)
Außerdem wurde neben anderen Quatsch auch geäußert, die Probandinnen seinen hautkrank gewesen.
Uschi Glas hatte im April 2005 vor Gericht unterlegen, ging aber mit der Herstellerfirma zusammen in Berufung.
Das Kammergericht Berlin wies die Berufung von Uschi Glas und der Herstellerfirma wegen „mangelnder Aussicht auf Erfolg“ in einem einstimmigen und nicht anfechtbaren Beschluss zurück.
Das Gericht stellte fest, dass der Test „neutral, objektiv und sachkundig“ durchgeführt worden sei und die aus der Untersuchung gezogenen Schlüsse vertretbar seien.

Der TV-Sender „Homeshopping Europe“ hatte die Creme nach Bekanntwerden der Testergebnisse aus dem Sortiment genommen.

leicht sauer

Empfänger von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld Ⅱ (sog. Hartz Ⅳ) kriegten den Mund nicht voll, meinten Sie, Herr Kurt Beck und Sie forderten, die beiden Gruppen auf, anständig zu sein und nicht immer alles zu nehmen, worauf sie Anspruch hätten. Schließlich koste dies Geld und das sei knapp.

So Ihr Haupttenor, Herr Beck!

  • Verzichten Sie auf Ihre Freikarte bei der Bahn AG, die jeder Politiker bekommt?
  • Verzichten Sie auf Bonusmeilen der von Ihnen genutzten Airline?
  • Verzichten Sie darauf, mit dem Flugzeug zu fliegen, weil Sie wissen, dass man die gleiche Entfernung auch per Bahn kostengünstiger überbrücken kann?
  • Verzichten Sie auf Ihren Chauffeur, der Geld kostet?
  • Verzichten Sie auf Ihre Pensionszuschüsse, die ansteigen, je länger man Minister u.ä. ist?
  • Verzichten Sie auf Entfernungspauschalen bzw. Kilometergeld, wenn Sie zu einer Sitzung anreisen?
  • Verzichten Sie auf Sitzungsgelder, die Ihnen zustehen?
  • Verzichten Sie darauf, Geschäftsessen von der Steuer abzusetzen?

Sie haben überall mit „Nein.“ geantwortet, stimmt’s, Herr Beck?

Sauer!

Deutschland ist ein ausländerfreundliches Land. So vermitteln es uns vor Allem die Politiker.
Angesicht der Erlaubnis, dass die Neonazis nun doch in Gelsenkirchen aufmarschieren dürfen (“Die Welt zu Gast bei Neonazis„ und „Doch kein Neonazis-Aufmarsch am 10.06. in Gelsenkirchen„), frage ich mich, ob diese Einschätzung richtig ist.
Almuth Berger, die Auslämnderbeauftragte des Landes Brandenburg sprach davon, dass Ausländerhass nicht nur eine Randerscheinung sei, sondern sich in der Mitte der Gesellschaft befinde. Rechtes ‑„Gut“ sei gegen anderen Behauptungen in der Gesellschaft verbreitet, es werde aber unter den Teppich gekehrt.
(Näheres dazu unter : „Der Schoß ist fruchtbar noch„)
Die Richter des Bundesverfassungsgerichts haben ihre rechten Ansichten nicht unter den Teppich gekehrt, als sie den NPD-Aufmarsch in letzter Instanz zuließen.
Angeblich gehe von den Neonazis keine Provokation gegen ausländische Mitbürger aus.
Das Deutschland während der WM im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit steht, haben sie nicht bedacht.

Wenn ich Chef einer Firma wäre und Mitarbeiter durch ihr Benehmen das Ansehen der Firma schädigten, würde ich sie entlassen.

Beamte (wie Richter am Bundesverfassungsgericht) sind unkündbar.

Spionieren und Phishen

Eine gefälschte E-Mail gibt vor, von der Sparkasse zu sein und heuchelt Sicherheit vor.
Um sich besser vor Betrügern schützen zu können, sollen Kunden Transaktionsnummern (TAN) eingeben.
Um leichtgläubige Kunden zu bewegen dies zu tun, wird eine Drohung ausgesprochen.

„Alle Sparkassenkonten, die nicht innerhalb eines Tages authentifiziert werden, werden gesperrt.“

Bei dieser E-Mail handelt es sich natürlich um eine sog. Phishing-Mail, die darauf abzielt, dass man leichtgläubig TAN auf einer gefälschten Web-Seite eingibt, damit die Betrüger damit auf Shpping-Tour gehen können.

Diese E-Mail am besten löschen oder damit zur Polizei gehen.

Auf keinen Fall auf die Hyperlinks klicken!

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